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Apr
06

„Fan-Revolte“ in München: Das hat Uli Hoeneß nicht verdient

Nicht jeder Mensch auf dieser Welt mag Uli Hoeneß. Immerhin hat der Mann den FC Bayern zu einem „gefräßigen Monster“ gemacht, das den anderen Vereinen im Lande sportlich und wirtschaftlich weit voraus ist. Doch mittlerweile wendet sich auch ein Teil des eigenen „Anhangs“ gegen einen der verdientesten Männer des deutschen Fußballs.

Beim FC Bayern München läuft es in dieser Saison bekanntermaßen nicht sonderlich rund. Nun ist der gemeine Bayern-Fan (abgeleitet vom aus der Biologie bekannten Begriff für „gewöhnlich“, „üblich“) generell nicht leicht zufriedenzustellen. Nur wenn die Meisterschaft vor dem 30. Spieltag eingefahren wird, ist die Welt der Bayern-Fans in Ordnung. Und auch alles andere als 3:0- bis 6:0-Siege gegen das Kroppzeug, das mit dem FCB in der Bundesliga spielen darf, ist nicht tolerabel.

Umso schmerzlicher ist es dann, wenn die Führungsebene in Zeiten des „Misserfolges“ (Platz 3 in der Liga, Pokal- und EC-Aus) so komische Dinge tut, wie sich um einen der besten Torhüter der Welt zu bemühen oder den von der Insolvenz bedrohten Lokalrivalen 1860 München nicht aus purer Boshaftigkeit ins Nirwana zu schicken.

Wut gegen Uli Hoeneß – begründet?

Die Wut der Fans richtet sich vor allem gegen Präsident Uli Hoeneß. Ausgerechnet gegen den Mann, der 1979 Manager eines abstiegsbedrohten und finanziell angeschlagenen Vereins wurde und ihn zur absoluten Nummer eins in Deutschland gemacht hat. Seine Verdienste sprechen für sich: In Uli Hoeneß‘ 30 Jahren als Manager gewann der FC Bayern insgesamt 37 offizielle Titel, darunter 16 Deutsche Meisterschaften und zwei Europapokale. Uli Hoeneß hat immer alles für den Erfolg seines Vereins getan.

Darüber hinaus ist Hoeneß aber auch als „Gutmensch“ bekannt. Viele halten ihm seine Attacken vor, aber noch viel mehr Leute wissen seine menschlichen Qualitäten zu schätzen. Der FC Bayern hat auch und vor allem auf Hoeneß‘ Betreiben hin weder angeschlagenen Traditionsvereinen noch gefallenen Ex-Spielern jemals Hilfe versagt. Dass Hoeneß dies nicht nur aus Kalkül (Stichtwort: Publicity) getan hat, wird für mich immer wieder dadurch untermauert, dass das Gros der ehemaligen Bayern-Spieler auch Jahre später noch in den höchsten Tönen vom Menschen Uli Hoeneß schwärmt.

Das werden auch die (vermutlich) wenigen Bayern-Ultras nicht bestreiten können, die gerade gegen den Präsidenten Stimmung machen. Doch wie lässt sich ihre Wut dann erklären?

Bayern-Fans wollen 1860 München am Boden sehen

Viele Anhänger der „Roten“ würden die „Blauen“ lieber heute als morgen in der Kreisklasse sehen. Das mag man verurteilen, doch ich könnte mir gut vorstellen, dass sich auch viele Fans von Schalke 04 oder dem FC Barcelona nichts sehnlicher als eine Insolvenz von Borussia Dortmund bzw. Real Madrid wünschen würden. Der Hass der Bayern-Ultras ist allerdings von einer anderen Qualität, denn der FC Bayern ist dem Lokalrivalen 1860 sportlich wie finanziell um Lichtjahre voraus. Etwas mehr Gelassenheit täte angesichts dieser sportlichen Diskrepanz manchmal gut.

Außerdem: Es ist ja nicht so, dass die Bayern-Führung den „Löwen“ allein aus gutem Willen Verbindlichkeiten stundet oder Anteile an der Allianz-Arena abkauft. Da steckt natürlich auch die Wahrung der eigenen Interessen dahinter. Insolvente Löwen würden nämlich auch die „Roten“ finanziell zusätzlich belasten. So hat der FC Bayern denn gestern auch eine Erklärung herausgegeben, in der es heißt: „Gemäß dem deutschen Aktiengesetz ist der Vorstand des Klubs verpflichtet, zum Wohle des FC Bayern München zu handeln.“ Und weiter: „Drohen hohe Einnahmen durch Insolvenz eines Schuldners auszubleiben, muss der Vorstand an der Verhinderung dieser Insolvenz mitwirken, wenn dies zum Nutzen des FC Bayern ist.“

Der Fall Manuel Neuer: Wartet mal ein Jahr ab

Der zweite Problemherd ist fast noch lächerlicher: Vor rund einem Monat reckten Tausende Bayern-Fans anlässlich des Pokal-Halbfinales gegen Schalke 04 die hinlänglich bekannten „Koan Neuer“-Schilder in die Luft. Ihr Protest richtete sich gegen eine Verpflichtung des Schalke-Keepers Manuel Neuer. Dieser Transfer zeichnet sich nun mehr und mehr ab, damit werden sich auch die Bayern-Fans abfinden müssen. Und seien wir mal ehrlich: Wenn man einen Manuel Neuer im Tor hat, ist schon einmal eine Baustelle auf lange Sicht geschlossen. Der hat mit seinen erst 25 Lenzen bestimmt noch zehn gute Jahre.

Und nachdem die Bayern seit Oliver Kahn allenfalls solide Keeper hatten (der zeitweilig verunsicherte und später demontierte Rensing, Butt und Kraft), kann ein Weltklassemann auf dieser Position nicht schaden. Das ist ja auch das, was die Bayern-Fans immer wieder fordern: Die Besten der Besten sollen bei ihrem Verein spielen.

Und dass Manuel Neuer ein Ur-Blauer (wenn auch „nur“ ein Schalker) ist, werden die meisten Bayern-Anhänger vergessen bzw. verziehen haben, wenn der Nationalkeeper dem FC Bayern die ersten Punkte rettet. Und nur zur Erinnerung: Auch Oliver Kahn wurde 1994 von den Bayern-Fans nicht gerade mit offenen Armen empfangen, die wollten lieber weiterhin ihren Liebling Raimond Aumann im Tor sehen. Heute würde das sicher keiner mehr zugeben…

1 Kommentar

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  1. Latos Andreas sagt:

    Seit meinem 7.lebens ( 49) Jahr bin FCB Fan Den Uli habe leider nicht pers.kennengelernt aber schätze Ihn sehr.
    Ich frage mich wo der FCB heute were ohne nen Heoneß.
    Alles was er macht ist für den Club ,das alles aber haben scheinbar viele vergessen.
    Uli lass dir nichts einreden der (N)neuer ist gut!
    vieke Grüße
    Latos Andreas aus Neuss

    neuer

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