«

»

Okt
30

2. Runde im DFB-Pokal – Welchen Großen erwischt es?

In der 1. Runde des DFB-Pokal haben sich bereits sechs Erstligisten aus dem Wettbewerb verabschiedet. Diese stolze Zahl wird in der 2. Runde (30./31. Oktober 2012) kaum noch zu toppen sein. Dennoch wartet wieder der eine oder andere Stolperstein auf die etablierten Vereine. Wer hat das Zeug zum Favoritenschreck?

Eintracht Braunschweig (gegen den SC Freiburg)

Wenn der souveräne – und noch ungeschlagene – Tabellenführer der 2. Bundesliga im eigenen Stadion auf einen Abstiegsanwärter aus dem Oberhaus trifft, kann man mit Fug und Recht von einem Spiel mit offenem Ausgang sprechen. Die Braunschweiger wirken als Mannschaft extrem gefestigt, ein Knacks in der Liga war bislang nicht einmal im Ansatz wahrzunehmen. Die Freiburger spielen bislang eine ordentliche Erstliga-Saison und bewegen sich als Zwölfter im Bereich ihrer Möglichkeiten. Dennoch sehe ich Braunschweig in diesem Duell als Favoriten.

Preußen Münster (gegen den FC Augsburg)

Die Münsteraner stecken zwar gerade in einer Mini-Krise, spielen aber insgesamt eine starke Saison in der 3. Liga und haben als Tabellen-Dritter noch alle Chancen auf den Aufstieg. Mit Matthew Taylor stellt das Gründungsmitglied der Bundesliga (sic!) außerdem den besten Torjäger im laufenden Wettbewerb. Der US-Amerikaner netzte beim 4:2 n.V. gegen Werder Bremen in der 1. Runde dreimal ein und traf auch in der Liga schon zehnmal ins Schwarze. Mit dem FC Augsburg kommt ein Gegner, der in der Bundesliga mehr schlecht als recht in die Saison gestartet ist. Gerade einmal fünf Treffer bedeuten den harmlosesten Angriff der Liga, Tabellenplatz 17 (punkgleich mit Schlusslicht Fürth) ist die beinahe logische Konsequenz. Tipp: In Münster herrscht großes Sensations-Potenzial.

Berliner AK (gegen 1860 München)

Der Viertligist aus der Hauptstadt, der im August den Erstligisten aus Hoffenheim mit 4:0 vorgeführt hat, dürfte auch gegen die „Löwen“ eine Chance haben. Immerhin hat der Zweitligist aus München nur einen Punkt aus den letzten drei Ligaspielen geholt und damit einen empfindlichem Dämpfer im Kampf um den Aufstieg erlitten. Nach ihrem Sensations-Coup gegen den Hopp-Klub haben es die Berliner in der Regionalliga Nordost locker angehen lassen. Zwar steht nach neun Spieltagen erst eine Niederlage zu Buche, doch aufgrund von sechs Unentschieden schaut beim Athletik Klub auch niemand mehr nach oben – zumal sich mit RB Leipzig dort ein schier unangreifbarer Kontrahent eingenistet hat. Der Berliner AK ist ein klassischer Pokalschreck, der die Liga nebenher laufen lässt und sich auf die „Feiertage“ konzentriert. Gegen die Münchner könnte es mit viel Glück so ein Feiertag werden.

Wormatia Worms (gegen den 1.FC Köln)

Der Hertha BSC-Bezwinger aus Rheinland-Pfalz sollte eigentlich ein „Freilos“ für die zuletzt formverbesserten Domstädter sein (elf Punkte aus den letzten fünf Zweitligaspielen). Aber: In der Regionalliga Südwest stehen die Wormser nach 15 Spieltagen im gesicherten Mittelfeld, wie beim Berliner AK ist der Pokal in diesem Jahr das Highlight schlechthin. Außerdem sind die Kölner schon an ganz anderen gescheitert: SpVgg Beckum, Bayern München II, Werder Bremen II oder 1. FC Magdeburg, um nur einige Orte der Schmach aus den letzten 20 Jahren zu nennen…

„Freilose“ für die Großen

Einen der ganz großen Namen wird es wohl kaum erwischen. Das Los meinte es gut mit den Arrivierten. Tabellenführer Bayern München etwa sollte daheim mit Zweitliga-Aufstiegskandidat 1.FC Kaiserslautern keine allzu großen Probleme haben. Auf dem Betzenberg sähe das schon anders aus…

Auch die Europapokal-Teilnehmer Schalke 04 (gegen Zweitligist SV Sandhausen), Borussia Dortmund (bei Zweitligist VfR Aalen), Bayer Leverkusen (bei Drittligist Arminia Bielefeld), VfB Stuttgart (gegen Zweitligist FC St. Pauli) und Hannover 96 (gegen Zweitligist Dynamo Dresden) sind in ihren Spielen klare Favoriten.

Das härteste Los der Top-Mannschaften aus der Vorsaison hat Borussia Mönchengladbach erwischt. Die Favre-Elf spielt im einzigen Duell zweier Erstligisten bei Fortuna Düsseldorf. Die Leistungen der letzten Spiele machen den Europa League-Starter aber zum leichten Favoriten. Immerhin hat Gladbach zuletzt zweimal gewonnen, während die Fortuna in den letzten beiden Partien gegen Bayern und Wolfsburg neun Gegentore kassiert hat. Die Aufstiegseuphorie in der Modestadt ist damit erst einmal weg.

Immer Heimrecht für den Kleinen?

Es ist eine „olle Kamelle“, die den Oberen beim DFB längst bekannt ist. Dennoch möchte auch ich das Thema noch einmal „durchkauen“: Bislang haben im DFB-Pokal lediglich Vereine aus der 3. Liga und darunter per se Heimrecht. Bei Duellen zwischen Erst- und Zweitligisten, von denen es in der aktuellen Runde immerhin sieben gibt, entscheidet dagegen das Los über den Heimvorteil. Hierbei hatten manche Glück, wie der VfR Aalen, für den die Partie gegen Borussia Dortmund womöglich der größte Tag der Vereinsgeschichte ist. Andere, wie der 1.FC Kaiserslautern oder der SV Sandhausen, sind dagegen mit ihren Auswärtslosen in München und Gelsenkirchen fast chancenlos.

Daher mein Wunsch und meine Bitte an den DFB: Gewährt dem niederklassigen Verein in einer Paarung immer Heimrecht, egal aus welcher Liga er kommt! Sandhausen gegen Schalke wäre sicherlich reizvoller als Schalke gegen Sandhausen. Und bei solchen Entscheidungen spielt ja auch sonst immer die Attraktivität eine Rolle. Für den laufenden Wettbewerb ist es zu spät. Aber für’s nächste Jahr kann man sicher noch dazulernen…

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*