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Mrz
09

Abstiegskampf in der Bundesliga (Teil 2) – Wer verhindert den „Paradigmenwechsel“?

Derzeit ist der Abstiegskampf in der Bundesliga spannender als das Rennen um die Meisterschaft. Wer hat die besten Chancen auf den Klassenerhalt? Im zweiten Teil geht es um die Teams Plätzen 14 bis 11: Köln, Hamburg, Mainz und Wolfsburg.

1.FC Köln, Platz 14, 25 Punkte, 31:46 Tore

Das 1:1 von Hoffenheim nach zuletzt drei Niederlagen in Serie hat zumindest für ein wenig Ruhe am Geißbockheim gesorgt. Der FC befindet sich dennoch in unruhigem Fahrwasser: Der Abgang von „Lebensversicherung“ Lukas Podolski gilt als beschlossene Sache, Trainer Solbakken und Sportdirektor Finke haben ein angespanntes „Verhältnis“, der Verein hat auch vier Monate nach dem Rücktritt von Wolfgang Overaths noch keinen neuen Präsidenten gefunden. Hinzu kommen viele Verletzte. Dennoch ist der FC immer wieder zu einer unerwarteten Top-Leistung in der Lage – zumindest war er das in der Hinrunde. Auf der anderen Seite kann man den Geißböcken aber auch eine abermalige Pleitenserie zutrauen.

Prognose: Lukas Podolski wirkt heiß, er will sich keinesfalls als Absteiger aus der Domstadt verabschieden. Vor allem daheim erwarten den FC in den nächsten Wochen schwere Aufgaben. Die Kölner haben aber schon oft gezeigt, dass sie gegen spielstarke Gegner besser aussehen als gegen Teams auf Augenhöhe. Gegen die geht es vor allem auswärts. Der zeigt in der Rückrunde zeigt eher nach unten als nach oben. Das Polster auf den Relegationsplatz beträgt aber noch drei Punkte, deswegen räume ich dem FC eine Chance von 51 Prozent auf den direkten Klassenerhalt ein.

Hamburger SV, Platz 13, 27 Punkte, 28:42 Tore

Lange Zeit lief es gut beim „Bundesliga-Dino“ unter Thorsten Fink. Seit der den HSV im Oktober übernommen hatte, waren die Hanseaten drei Monate ohne Niederlage geblieben. Seit dem Beginn der Rückrunde setzte es aber schon drei Pleiten. (Vorläufiger?) Tiefpunkt war das 0:4-Desaster am vergangenen Samstag gegen Stuttgart. Mit dieser Leistung hat sich der HSV wieder einen Platz im Kreis der Abstiegsanwärter gesichert. Wieder einmal wird ersichtlich, dass der Frühling nicht die Jahreszeit der „Rothosen“ ist. Hat man zwischen März und Mai in der Vergangenheit in schöner Regelmäßigkeit Titelambitionen verspielt, droht man nun seine Erstligazugehörigkeit aufs Spiel zu setzen. Immerhin fehlt mit Paolo Guerrero einer der charakterlich fragwürdigen Profis ein paar Wochen lang…

Prognose: Auch wenn es im vergangenen Sommer einen personellen Umbruch gab, ist auch der „neue“ HSV immer noch zu gut besetzt, um abzusteigen. Das Standing des Trainers in der Truppe scheint nach wie vor gut zu sein. Der HSV müsste „nur“ viel häufiger die richtige Einstellung zeigen, dann wäre der Abstieg kein Thema. Ein paar Mal sollte das noch gelingen, zumal das Restprogramm durchaus dankbar erscheint (nur noch ein Top 4-Team, fünf Gegner aus der unteren Tabellenhälfte). Der HSV rettet sich zu 90 Prozent direkt.

FSV Mainz 05, Platz 12, 27 Punkte, 35:38 Tore

Eine der positiven Überraschungen der Vorsaison hat sich nach einer schwachen Hinrunde wieder gefangen. Das liegt zum einen daran, dass die zahlreichen Neuzugänge nun besser integriert sind. Aber auch Rückkehrer Mohamed Zidan hat voll eingeschlagen und fünf Tore in fünf Spielen erzielt. Der Angriff der Mainzer ist wieder gefährlich, nur Stuttgart, Dortmund und Leverkusen haben in der Rückrunde häufiger in des Gegners Tor getroffen.

Prognose: Die Leistungen der letzten Wochen sprechen für eine ruhige Mainzer Rückrunde. Das Restprogramm ist auf dem Papier zwar nicht leicht, doch die nötigen Punkte für den Klassenerhalt sollten die 05er irgendwo sammeln. Drei Siege reichen dafür in jedem Fall. Mainz rettet sich zu 80 Prozent direkt.

VfL Wolfsburg, Platz 11, 28 Punkte, 28:44 Tore

Auch Felix Magaths acht Winter-Neuzugänge haben keinen Leistungssprung gebracht: Platz 12 in der Hinrundentabelle, bislang Platz 12 in der Rückrundentabelle. Das ist eindeutig zu wenig für die Ansprüche von Sponsor VW. Nicht wenige fragen sich, warum Trainer Felix Magath eigentlich immer noch im Amt sein darf. Bislang hat der Star-Trainer allein in dieser Spielzeit 50 Millionen Euro „verbrannt“. Abgesehen davon, dass andere Vereine so viel Geld gar nicht zur Verfügung haben, wäre er dort längst geschasst worden. Scheinbar lebt er immer noch von den Meriten aus seiner ersten Wolfsburger Zeit, als er Fünfter und Erster wurde.

Prognose: Wie bereits 2006, 2007 und 2011 bewegen sich die „Wölfe“ auf dünnem Eis.
Auch wenn der Abstand zum Relegationsplatz mit sechs Punkten Vorsprung noch komfortabel ist, sollte der VfL die Saison nicht zu früh abhaken: Die Mannschaft bekommt auswärts kein Bein auf den Boden. Auch die Heimleistungen der letzten Wochen waren nicht berauschend, gegen Köln und Freiburg gewann man nur mit viel Glück. Mit Dortmund, Leverkusen und Hamburg kommen noch drei auswärtsstarke Mannschaften in die Autostadt. Der VfL sollte daher dringend seinerseits auswärts zulegen, um sich von allen Abstiegssorgen frei zu machen. Wie so oft, dürfte das den Grünen gelingen. Wolfsburg rettet sich zu 70 Prozent direkt (und kaum jemand wird sich darüber freuen)…

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