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Jan
03

Ailton ins Dschungelcamp! – Fußballer rocken das Trash-TV

Auch wenn es ein fragwürdiges Phänomen ist, so liegt Trash-TV doch im Trend. „Bauer sucht Frau“ ist ebenso ein Quotenhit wie „Die Supernanny“ oder „X-Diaries“. Die Mutter aller Trash-Shows ist aber die RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, im Volksmund auch als „Dschungelcamp“ bekannt. Mit dem Brasilianer Ailton gibt sich in der am 13. Januar beginnenden Staffel ein echter Kult-Fußballer die Ehre. Doch „Toni“ ist nicht der einzige Ex-Kicker, der sich im Trash-TV ein paar Penunzen dazu verdient hat…

Dass man „Leute wie den den Ailton an der Copacabana im Rudel mit ‘nem Lasso einfangen” kann, behauptete schon der große Paul Breitner. Wer „Toni“ ab dem 13.1. einfangen möchte, der sollte sich allerdings besser in den australischen Dschungel aufmachen. Denn Deutschlands Fußballer des Jahres 2004 ist DER Vorzeige-Promi der bald beginnenden fünften Staffel der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls schon auf die wild-romantischen Lagerfeuer-Monologe in bester „Kugelblitz“-Manier („Ailton + Prädikat, 1. Pers. Sg. Präsens + Objekt + das ist Ailton“). Da wird definitiv Fernseh-Geschichte geschrieben. Ob Ailton auf diesem Weg aber tatsächlich seinen 23.(!) Arbeitgeber im bezahlten Fußball finden wird? Dann scheint schon eher eine Karriere in der Schlagerbranche wahrscheinlich.

Ailtons Vorgänger: Was tun, wenn die Kohle verprasst ist?

Ailton wird der dritte Ex-Kicker sein, der sich im Dschungel die Ehre gibt. Mit seinen Vorgängern – Jimmy Hartwig 2004 und Eike Immel 2008 – verbindet ihn, dass das Einkommen irgendwann geringer war als die Lebenshaltungskosten. Man muss nicht Ökonomie studiert haben, um zu wissen, was das bedeutet.

Ebenfalls versiert im Trash-Genre ist Werner „Beinhart“ Lorant, der sich erst im vergangenen Jahr beim Pro Sieben-Dschungelcamp-Gegenstück „Die Alm“ die Ehre gegeben hat. Auch Lorant ist finanziell mittlerweile ziemlich abgebrannt – und weil der Trainertyp Schleifer in diesen Tagen nicht einmal mehr in Asien oder Afrika Konjunktur hat, gibt der Arbeitsmarkt auch für den einstigen „Löwenbändiger“ nicht mehr viel her.

Letzter kickender Vertreter in der deutschen Promi-TV-Mehrfachverwertung ist Giovane Elber. Der ehemalige Bayern-Stürmer trat 2007 in der RTL-Tanzshow „Let’s Dance“ an. Geldprobleme dürften den 133-fachen Bundesliga-Torschützen nicht zur Teilnahme bewogen haben, sollte er in seinen sechs Jahren beim FC Bayern doch einen achtstelligen Betrag verdient haben – ein Job im Fußballzirkus ist für Elber im Anschluss an die Show aber auch nicht rausgesprungen. Im Gegenteil: Seit der FC Bayern das Südamerika-Scouting empfindlich eingeschränkt hat, wurde die Luft für Elber immer dünner. Allerdings hatte er auch keine allzu gute Referenz: Auf seine Empfehlung hat der FCB vor gut drei Jahren nämlich Breno für 12 Millionen Euro verpflichtet. Und der hat bislang – zumindest auf dem Fußballplatz – noch kein Feuerwerk abgebrannt…

Fazit: Will man sich das Leben im Kampf um einen Job in der Fußball-Branche nachhaltig schwer machen, hat man zwei Möglichkeiten: 1.) Man geht ins Fernsehen. Der fast noch sicherere Weg ist aber 2., sich für jede freie Stelle selbst ins Gespräch zu bringen – im Volksmund als „matthäusen“ (veraltet: „neururern“) bekannt.

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