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Nov
15

Allofs in Wolfsburg – Wird der VfL nun ein Spitzenteam?

Klaus Allofs galt jahrelang als brillanter Einkäufer, und der VfL Wolfsburg gehört zu den finanzstärksten Vereinen in Deutschland. Zählt man eins und eins zusammen, müsste sich die Konkurrenz eigentlich warm anziehen. Doch auf den zweiten Blick wird klar, dass sich der Erfolg beim VfL erst in ein paar Jahren einstellen dürfte. Immerhin hat Klaus Allofs einige Baustellen zu schließen.

Baustelle #1: Philosophie entwickeln

Der VfL hat Geld wie Heu. Das war bislang Fluch und Segen zugleich. Getreu dem Motto „Was kostet die Welt“ durfte die sportliche Führung jahrelang mit der ganz großen Tüte einkaufen gehen. Weil man bei Hauptsponsor Volkswagen aber weiß, dass es nicht immer „up!“ gehen kann und Geld allein keinen Erfolg bringt, wird man Klaus Allofs womöglich ein bisschen genauer auf die Finger schauen als seinen Vorgängern. Gut, dass der bei Werder Bremen bereits eine Philosophie entwickelt hat, mit der man jahrelang trotz verhältnismäßig geringen finanziellen Einsatzes national zur Top 3 zählte. Dumm ist allerdings, das Allofs in den letzten drei Jahren sein Händchen bei Transfers gänzlich verloren hat. Andererseits: In Wolfsburg laufen aktuell sieben bis zwölf Carlos Albertos herum. Schlechter als seine Vorgänger kann Allofs es also kaum machen. Außerdem trifft er beim VfL mit Diego und Naldo auf zwei seiner Transferknaller aus Werder-Zeiten. Ob’s noch mehr werden? Es ist wohl eine Frage von Sekunden, bis sich Ailton bei den „Wölfen“ ins Gespräch bringt…

Baustelle #2: Trainerfrage klären

Kaum ist der neue Sportdirektor da, schießen schon die wildesten Spekulationen über den neuen Trainer ins Kraut. Bleibt Lorenz-Günther Köstner länger als nur bis zur Winterpause? Welcher verfügbare Trainer mit großem Namen würde eine im Umbruch befindliche Mannschaft während der Saison übernehmen? Kommt vielleicht Allofs‘ langjähriger Weggefährte Thomas Schaaf aus Bremen? Oder „klaut“ der VfL tatsächlich Mirko Slomka, dem in Hannover ein neuer unterschriftsreifer Vertrag vorliegt? Über Slomka sagt VfL-Vorstand Francisco Garcia Sanz übrigens, er würde „jedem Verein gut zu Gesicht stehen“. Das Gleiche sagte Garcia Sanz vor knapp einer Woche über Klaus Allofs… Ansonsten ist es in der Trainerfrage ja nicht ganz unvorteilhaft, jemanden zu finden, der die Philosophie des Vereins teilt (s.o.) und auch bereit ist, diese umzusetzen.

Baustelle #3: Altlasten abbauen

Wer nach Felix Magath kommt, muss erfahrungsgemäß immer eine Abrissbirne mitbringen. Schalke 04 etwa ist auch 20 Monate P.M. (post Magath) noch mit dem Abbau personeller Altlasten beschäftigt. Auch beim VfL sollte man mindestens drei Transferperioden einplanen, bis man den Kader von all den Hasanis, Cales, Medojevics, Klichs, Orozcos oder Jönssons „befreit“ hat. Hinzu kommt sicher noch der eine oder andere Spieler, mit dem die neue sportliche Führung nicht mehr plant, obwohl dieser unter Magath tatsächlich hin und wieder gespielt hat…

Baustelle #4: Tiefstapeln ist nicht mehr

In bester Willi-Lemke-Tradition hat es Klaus Allofs in Bremen 13 Jahre lang geschafft, den Underdog aus der Provinz zu spielen, der gegen die dicken Fische aus München, Hamburg, Schalke oder Dortmund eigentlich keine Chance hat. Dabei wurden auch Spieler wie Micoud, Ailton, Diego, Frings, Klose oder Özil natürlich nicht mit Fischbrötchen bezahlt. In Wolfsburg wird Allofs mit dem Tiefstapeln nicht weit kommen. Dort weiß jeder um das finanzielle Potenzial des Vereins. Anders ausgedrückt: Spätestens in der Saison 2013/14 MUSS sich der Verein für die Champions League qualifizieren.

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