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Nov
01

André Schubert: Wenn ein Interimstrainer zu erfolgreich ist

André Schubert hat mit sechs Siegen den Startrekord für einen Trainer in der Bundesliga eingestellt. Borussia Mönchengladbach zögert dennoch weiter mit einem Bekenntnis. Der Interimscoach scheint nach wie vor nicht die erste Wahl von Sportdirektor Max Eberl und vom Vorstand zu sein.

Der alte Haudegen Hans Meyer brachte die Sache auf den Punkt. „Ich will nicht in der Haut von Max Eberl stecken und einen Nachfolger für André Schubert präsentieren“, sagte der frühere Trainer der Borussia, der heute im Präsidium des fünfmaligen Deutschen Meisters sitzt, am Samstag bei Sky.

Mit sechs Siegen aus sechs Bundesligaspielen hat die erklärte Interimslösung Schubert als Nachfolger des im September impulsiv zurückgetretenen Lucien Favre eigentlich alle Argumente auf seiner Seite. Nach dem 4:1-Erfolg am Samstag bei Hertha BSC machte sich gar der stellvertretende Kapitän Granit Xhaka öffentlich für den 44-Jährigen stark: „Wenn man so viel gewinnt, so viele Punkte holt und so gut spielt, dann ist das auch der Anteil des Trainers. Wir würden ihn gern behalten.“

Eberl mauert weiter

Der Schweizer Nationalspieler Xhaka schob allerdings auch nach, woran es letztlich noch hakt: „Wir können nur unsere Leistung auf dem Rasen bringen, alles andere muss der Vorstand entscheiden.“ Der scheint nach wie vor eine andere Lösung zu favorisieren. Womöglich weil Schubert in der Branche keinen Ruf wie Donnerhall besitzt, auf früheren Stationen auch aneckte, und die aktuellen Erfolge vielleicht noch auf der jahrelangen Vorarbeit Favres fußen?

Eberl, der den eigenwilligen Erfolgstrainer Favre im Sommer noch als „perfekten Trainer“ für die Borussia pries, lässt sich weiter nicht in die Karten schauen. „Wir sind erfolgreich. Es ist eine gute und klare Situation. Wir werden eine gute Entscheidung fällen“, blieb der frühere Profi schmallippig.

Wartet Gladbach nur auf Schuberts ersten Rückschlag?

Eine Frage stellt sich fast zwangsläufig angesichts dieser Hinhalte-Taktik: Wartet Eberl womöglich auf die erste oder zweite Niederlage Schuberts, um eine andere Lösung präsentieren zu können – und vor allem dürfen?

Hat der Vorstand Sorge, dass sich der Misserfolg einstellt, wenn der frühere Zweitliga-Coach des SC Paderborn und des FC St. Pauli erst einen Vertrag bis Saisonende oder gar bis 2017 in der Tasche hat und man sich im Winter doch wieder auf die Suche nach einer „richtigen“ Lösung machen muss? Die Spekulationen werden bleiben, bis sich Mönchengladbach für eine Richtung entscheidet.

Die mit Abstand beste Figur gibt jedenfalls Schubert ab. Er gewinnt immer weiter und stapelt clever tief: „Jetzt kommt die Champions League, da bin ich noch dabei, denke ich. Ich mache das, solange ich darf. Ich genieße die Arbeit mit der Mannschaft. Ich arbeite gern im Profifußball, muss es aber nicht.“

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