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Okt
13

Aufgebläht und verwässert: Die EM 2016 wird ein Langeweiler

Die Qualifikation für die Fußball-EM 2016 ist auf den letzten Metern. Schon jetzt scheint eines klar: Die Aufstockung auf 24 Mannschaften beschert den Fans ein Turnier, das wohl nicht vor dem Viertelfinale in der dritten Woche an Fahrt gewinnt. Bis dahin droht ein langweiliges Vorgeplänkel. Allein die Fußballzwerge profitieren von der Aufblähung – und vielleicht die Niederlande. Verlierer ist der Fan.

Vorrundenduelle zwischen Albanien und Island oder Österreich und Rumänien, ein Achtelfinale zwischen Deutschland und der Slowakei – solche „Kracher“ erwarten die Fußballfans bei der Europameisterschaft in Frankreich, die mit 31 Tagen Dauer (10. Juni bis 10. Juli 2016) und 24 Teilnehmern so groß wie nie daherkommt.

In den kleinen Nationen, die große Turniere sonst aus neutraler Warte erleben, wird Fußball-Party herrschen. Verlierer der Aufstockung ist allerdings ebenfalls der Fan: Die sonst auf perfektes Marketing versessene Europäische Fußball-Union (UEFA) hat ein Turnier geschaffen, das über weite Strecken zum Langeweiler wird.

Platinis Eigentor für den Fußball

Mit der beschlossenen Aufstockung erreichte UEFA-Präsident Michel Platini im Jahr 2008 sein politisch-strategisches Ziel: Indem er mehr Startplätze für kleinere Nationen schuf, sicherte der Franzose eine breite Stimmenmehrheit auf dem Kontinent, die ihn zum unumschränkten Fußballkönig Europas machte.

Das Endprodukt auf dem Rasen wird aber ein Eigentor: In Hochglanz-Stadien wie St. Denis oder Marseille sind Duelle zu befürchten, die bereits in der EM-Qualifikation kaum einen Fan emotionalisieren und an den Fernseher locken. Kein Wunder, wenn fast halb Europa dabei ist.

Auf Klassiker wie Deutschland gegen Italien oder Spanien gegen Frankreich, welche die Faszination großer Meisterschaften ausmachen, muss man wohl bis zum Viertelfinale oder Halbfinale warten. Der Turniersieger wird – großes Teilnehmerfeld hin oder her – mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit aus einer dieser Nationen kommen.

Manch ein Kleiner wäre ohnehin dabei

Das soll die Leistung der kleineren Fußball-Nationen keineswegs schmälern. Vor allem die Debütanten Nordirland und Island verdienen ein Kompliment, diese Nationen gewannen ihre Gruppen und hätten sich auch für das 16er-Format qualifiziert, das von 1996 bis 2012 ausgespielt wurde.

Auch die Leistungen der weiteren Neulinge Wales, Slowakei und Albanien waren mehr als beachtlich. Immerhin haben sie unter anderem die früheren Europameister Dänemark und Griechenland hinter sich gelassen.

Unter dem Strich steht aber: Die Qualifikation wurde durch die Ausweitung der Startplätze aber letztlich spannender als es das Endturnier sein wird – eigentlich sollte es andersherum sein.

2 Kommentare

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  1. h.chinaski sagt:

    Das Turnier wird spannend werden. Wie jedes andere Turnier auch spätestens mit dem dritten Gruppenspieltag.

    Ein Duell Slowakei – Albanien wird auf den ersten Blick kaum geeignet sein ein großes Stadion zu füllen. Das ist ein Spiel wie „Paraguay – Trinidad und Tobago“ allerdings auch nicht. Trotzdem erinner ich mich gern an das Spiel während der WM 2006 in Kaiserslautern.

    Allerdings sind 24 Mannschaften deutlich zu viel. Da hat Monsieur Platini dem europäischen Fußball für die Zukunft ein stinkendes Ei ins Nest gelegt.

    Vielleicht wären zwei Qualifikationsrunden sinnvoller? So dass das eigentlich Turnier dann nur mit 8 oder 16 Mannschaften startet? Das würde die Spannung in der zweiten Qualifikationsrunde und im späteren Turnier erhöhen. Hätte allerdings den Nachteil dass die erste Qualifikationsrunde (bspw. für „kleine“ Nationen) extrem uninteressant wäre.

  2. Fußball Europameisterschaft sagt:

    Hoffe nicht das es wirklich nur alles sich in die länge ziehen wird. Aber ich denke es werden viele Interessante Spiele zu standen kommen. Alle Spiele wirklich anzuschauen wird jedoch damit immer schwerer :D

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