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Apr
17

Aufstieg, und dann? Welche Fehler der 1. FC Köln vermeiden sollte

Daniel van Buyten, Mohammed Abdellaoue, Philipp Hosiner – der 1. FC Köln ist immer noch nicht rechnerisch aufgestiegen, da kursieren bereits die Namen einiger prominenter und folglich nicht ganz preiswerter Spieler rund um das Geißbockheim. Dem klammen Klub sei allerdings angeraten, nicht in solchen Dimensionen zu denken.

Die Rückkehr des 1. FC Köln in die 1.  Bundesliga ist nur noch eine Formsache und könnte bereits am Ostermontag durch Punkte gegen den VfL Bochum perfekt gemacht werden. Dass der Aufsteiger im nächsten Schritt versucht, seine Mannschaft personell auf das Niveau des Oberhauses zu trimmen, liegt in der Natur der Sache. Eine echte Verstärkung in der Abwehr, im Mittelfeld und im Angriff würden das zukunftsfähige Korsett noch stabiler machen.

Der FC steht allerdings vor dem gleichen Problem wie die meisten Aufsteiger: Der Etat liegt im Ligavergleich im unteren Drittel. Noch dazu plagen den Verein Altlasten von rund 30 Millionen Euro. Damit steht die sportliche Führung vor dem Spagat, Spieler von hoher Qualität zu einem niedrigen Preis zu bekommen – ein Spagat, der in 99 Prozent der Fälle nicht zu schaffen ist.

Die Gefahr einer Van-Buyten-Verpflichtung

Seit der Aufstieg endgültig abzusehen ist, werden nun von der Lokalpresse und den Fachmedien Namen ins Spiel gebracht, die vor allem eines tun: sie alarmieren. Daniel van Buyten von Champions-League-Sieger Bayern München ist ein solcher Name. Dass der Belgier für seine 36 Jahre in herausragender körperlicher Verfassung ist, ist offenkundig. Dass er in Normalform die Verteidigung des 1. FC Köln verstärken kann, ebenfalls. Doch abgesehen davon würde ein Transfer auch große Risiken bergen:

1.) Van Buyten hat aufgrund seines Alters keine große Perspektive mehr. Spätestens in zwei Jahren wäre wohl endgültig Schluss.

2.) Selbst wenn er beim Gehalt (laut „Kicker“ geschätzt  fünf bis sechs Millionen  Euro) Abstriche machen würde, wäre er immer noch der Top-Verdiener in einer Mannschaft, die sich nach dem Abstieg 2012 auch wirtschaftlich gesund geschrumpft hat . Ein „Star“ von außen, der das Gehalt der anderen deutlich toppt, ist zudem eine potenzielle Gefahr für diese Chemie innerhalb der Mannschaft, die sich auch durch einen starken Teamgeist auszeichnet.

Ähnliches wie für van Buyten gilt für den Stuttgarter Mohammed Abdellaoue, der bei einem Abstieg des VfB zwar vermutlich für eine niedrige Ablöse zu haben wäre, aber vom Gehalt immer noch kräftig ins Kontor schlagen würde. Hinzu kommt, dass der Norweger, den FC-Sportdirektor Jörg Schmadtke einst entdeckt und nach Hannover geholt hat, seit seinem Abgang von der Leine sportlich massiv enttäuscht hat. In Stuttgart im vergangenen Sommer noch als Königstransfer vorgestellt, erzielte er in zwölf Spielen lediglich ein Tor. Böswilligerweise könnte man in seinem Fall von Konkursware sprechen – leider mit hohem Gehalt und damit auch hohem Risiko.

Den eingeschlagenen Weg beibehalten

Um keine Panik zu schüren: In der aktuellen Phase sollte man der Berichterstattung über mögliche Neuzugänge beim 1. FC Köln nicht zu viel Bedeutung beimessen. Die Gefahr, dass aus Mangel an Namen frühere Weggefährten von Schmadtke (aus Hannover) oder von Trainer Peter Stöger (von Austria Wien) ins Spiel gebracht werden, ist groß.

Der 1. FC Köln ist dennoch gut beraten, bei seinen Transfers ein gesundes Maß zu wahren. Der Verein sollte nicht versuchen, die Ersatzbänke der Topvereine leer zu kaufen, weil diese Spieler im schlimmsten Fall in erster Linie von ihrem Namen leben und gemessen an ihrer Leistung zu teuer sind.

Jörg Schmadtke und Scouting-Experte Jörg Jakobs haben allerdings in der laufenden Saison bewiesen, dass man bei ihnen immer mit „smarten Lösungen“ rechnen darf. Von diesem Weg – dem neuen FC-Weg – sollten sie nicht abweichen.

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