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Dez
08

Bundesliga-Spielplan vor dem Kollaps: 2016 bis zu sechs Klubs in der Europa League

Bayern München wird definitiv die deutschen Hoffnungen im Achtelfinale der Champions League tragen. Doch was ist mit den sechs restlichen deutschen Startern im Europapokal? Im Extremfall stehen sie alle im Februar 2016 im Sechzehntelfinale der Europa League. Den Spielplanmachern bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) dürften allmählich Schweißperlen auf die Stirn treten.

Vor dem letzten Gruppenspieltag der Champions League geht es für drei der vier deutschen Starter ans Eingemachte: Wolfsburg droht bei einer Niederlage gegen Manchester United der „Abstieg“ in die Europa League, für Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach ist das Überwintern im kleinen Europapokal dagegen der Wunschtraum.

In der Europa League sicher überwintern werden Borussia Dortmund und Schalke 04, der FC Augsburg kann den Einzug in die Runde der besten 32 Mannschaften am Donnerstag mit einem Sieg ebenfalls perfekt machen.

Im Extremfall sechs BL-Klubs in der Europa League

Das würde für die Rückrunde auf internationaler Ebene folgendes bedeuten: Allein Titelkandidat FC Bayern würde dienstags oder mittwochs die deutschen Fahnen in der Champions League hochhalten. Ein Sextett (!) wäre dafür am Donnerstag in der Europa League im Einsatz.

Das hätte für den deutschen TV-Zuschauer Folgen, immerhin gibt es in der Europa League nur die Anstoßzeiten 19 Uhr und 21.05 Uhr. Zustände vergleichbar mit einer Bundesliga-Konferenz würden einkehren.

Das große Zittern bei der DFL

Vor allem aber hätten sechs deutsche Starter in der Europa League erhebliche Auswirkungen auf die Bundesliga. Um den deutschen Teilnehmern ausreichend Zeit zur Erholung zu gewähren, darf die DFL an drei Spieltagen jeder Saison drei Sonntagspiele ansetzen. Dies ist allerdings bereits geschehen. In der Rückrunde sind nur noch die üblichen zwei Partien am Sonntag drin.

Was also tun in der Rückrunde, wenn es hart auf hart kommt? Jeder Mediziner kann bestätigen, dass die Verletzungsgefahr bei einem Fußballer zwei Tage nach einem Spiel am größten ist. War das Spiel am Donnerstagabend, sind Spieler am Bundesliga-Samstag also besonders stark gefährdet – ganz abgesehen von der Müdigkeit, die am zweiten Tag nach einem Match größer ist als am dritten.

Die UEFA wird nichts tun, die DFL kann nichts tun

Man könnte fast von Wettbewerbsverzerrung sprechen, wenn im Extremfall vier Teams im Rhythmus Donnerstag/Samstag gegen den Ball treten (müssen). Auswege bieten eigentlich nur die Verbände. Doch die Europäische Fußball-Union (UEFA) wird sicher den Teufel tun, sein Premium-Produkt Champions League durch die Ansetzung von Europa-League-Spielen an einem Mittwoch zu verwässern. Und die DFL müsste sich über ihre eigenen Regularien hinwegsetzen, die ganz nebenbei auch an millionenschwere TV-Verträge gekoppelt sind. So hat die Liga dem Pay-TV-Rechteinhaber Sky im aktuellen Vertrag mindestens fünf Samstagspiele an jedem Spieltag garantiert.

Manch ein DFL-Vertreter wird daher von Dienstag bis Donnerstag vor dem Fernseher sitzen, allein dem VfL Wolfsburg das Weiterkommen in der Champions League wünschen und zugleich beten, dass Gladbach und Leverkusen die Europa League verspielen und der FC Augsburg aus dem kleinen Europapokal ausscheidet. Andernfalls droht das organisatorische Chaos. Leidtragende wären in erster Linie die Spieler und in zweiter die Fans.

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