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Mrz
05

Champions League – Mission Impossible

Es gab einmal eine Zeit, da war die Champions League wirklich noch eine Liga für Champions. Nur eine Ausnahme gab es – wenn der Titelverteidiger in seinem Land nicht Meister wurde, durfte er seinen internationalen Titel dennoch verteidigen. Heutzutage ist die Ausgangslage für die Nationen, die in der UEFA-Wertung vorne liegen, sehr komfortabel.

In die ersten Vier muss man es in England, Deutschland, Italien oder Spanien schaffen – und schon winkt das automatische Ticket für die Champions League. Eine Qualifikation muss man deshalb nicht mehr überstehen – als Vierter der Bundesliga, möglicherweise Dutzende Punkte hinter den Bayern, ist der Champions League Titel trotzdem machbar.

Vergebene Mühen

Dieses System treibt unterhalb dieser Top-Ebene seltsame Blüten. Wohl kaum ein Verein hat dies so herb zu spüren bekommen wie Ajax Amsterdam. 2019 noch im Halbfinale extrem knapp an Tottenham gescheitert, fanden sich die Niederländer wenige Monate später in der dritten Runde der Qualifikationsphase wieder. Vereine wie Olympique Lyon oder Real Madrid durften nach einigermaßen verpatzten Saisons als jeweils Dritte ihrer Meisterschaften im Herbst 2019 direkt wieder in der Champions League starten. Statt ins Halbfinale der Champions League führte die Saison Ajax in die erste K.o.-Runde der Europa League, wo gegen den FC Getafe das Aus kam.

Quelle: Pexels

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Für die Meister außerhalb der besten zehn oder elf Ligen Europas gibt es nur noch vier Startplätze in der Gruppenphase zu holen. Anders formuliert: Die Mehrheit der Teilnehmer an der Gruppenphase der Champions League sind gar keine Champions mehr. Sie sind gut situierte Zweite, Dritte oder Vierte ihrer Ligen. Das gilt für Leipzig, Leverkusen und vielleicht bald auch Leicester. Ein Meister aus der Schweiz, Österreich oder Dänemark hat es hingegen schwer. Genau an der Grenze zwischen garantierten Plätzen in der Gruppenphase und einem Platz in der Europa League herrscht ein enormes Gedränge.

Selbst 2020/2021 halten sich einige Nicht-Meister in der Champions League ausgesprochen gut. Mindestens drei von ihnen werden sogar im Viertelfinale vertreten sein. Einer dieser Vereine ist Manchester City, per 3. März 2021 bei den bet365-Champions-League-Quoten mit 3,50 als Topfavorit auf den Titel eingestuft. Dahinter folgt mit 4,33 der FC Bayern München. Vorjahresfinalist Paris St-Germain nimmt mit 5,00 den dritten Platz ein. Hinter dem FC Liverpool (7,00) auf dem vierten Platz gibt es dann allerdings eine kleine Lücke bis hin zu Real Madrid und Chelsea.

Quelle: Pexels

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Hoffen auf Fortuna – oder einen Trostpreis

Sieht man sich hingegen in der Schweiz oder in Österreich um, sieht es in Sachen Champions League etwas anders aus. Salzburg tat sich mit der Qualifikation jahrelang schwer. Der FC Basel schaffte einige Qualifikationen und bemerkenswerte Erfolge vor allem gegen englische Großclubs. Doch es gab auch Jahre, in denen in der Qualifikation die Zweiten und Dritten aus der Bundesliga oder der Serie A schlicht zu stark waren. So gehören die „Riesentöter“ wie Kopenhagen, Malmö, Basel, Celtic Glasgow, Viktoria Pilsen wohl bald zur Erinnerung von vor vielen Jahren. Die Großen wären endlich unter sich – und man darf sich getrost die Frage stellen, ob das dem Wettbewerb nicht doch schaden würde.

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