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Jun
14

Confed-Cup: Fünf Dinge, die man über Ozeanienmeister Tahiti wissen muss

Beim Confed-Cup in Brasilien (15. bis 30.6.) geben sich die Größen des Weltfußballs die Klinke in die Hand: Rekordweltmeister Brasilien ist dabei, natürlich auch Welt- und Europameister Spanien, dazu Südamerikameister Uruguay, Vize-Europameister Italien und, und, und.

Ein Name fällt im illustren Teilnehmerkreis aber besonders auf: Das nicht gerade als Fußballgroßmacht bekannte Tahiti vertritt den ozeanischen Fußballverband. Die kleine Pazifikinsel hat jedoch allerhand zu bieten.

Tahiti-Fakt #1: Ozeaniens Nummer eins

Als Sieger der Ozeanienmeisterschaft 2012 hat sich Tahiti völlig regulär für den Confed-Cup qualifiziert. Ein 10:1 gegen Samoa, ein 4:3 gegen Neukaledonien, ein 4:1 gegen Vanuatu, ein 1:0 gegen Gastgeber Salomonen und ein 1:0 im Finale abermals gegen Neukaledonien hat die Nationalmannschaft der 186.000 Einwohner starken Inselrepublik nach Brasilien gebracht. Doch eine Frage stellt sich fast automatisch: Spielt bei der Ozeanienmeisterschaft denn sonst keiner mit? Nun ja, der viermalige Ozeanienmeister Australien ist 2006 freiwillig in den stärkeren asiatischen Verband gewechselt. Die Rolle der Socceroos als führende Nation in diesem Winkel der Erde hatten eigentlich die Neuseeländer übernommen. Doch der zweimalige WM-Teilnehmer blamierte sich 2012, kam schon in der Vorrunde gegen die Salomonen nicht über ein 1:1 hinaus und unterlag im Halbfinale der zu Frankreich gehörenden Überseegemeinschaft Neukaledonien mit 0:2. Die Neukaledonier wiederum waren nach dem größten Erfolg ihrer Länderspielgeschichte scheinbar so überwältigt, dass sie zwei Tage später im Finale gegen Tahiti mit 0:1 den Kürzeren zogen.

Tahiti-Fakt #2: Weltrekordler

Man glaubt es kaum, aber Tahiti hält einen Fußball-Weltrekord: Kein FIFA-Mitglied hat mehr Länderspiele mit 13 oder mehr Toren Vorsprung gewonnen als die Insulaner. Ganze zehnmal gelang Tahiti dieses Kunststück. Zum Vergleich: Deutschland kann „nur“ zwei Siege in dieser Größenordnung vorweisen. 1912 gelang der DFB-Elf ein 16:0 gegen Russland, 2006 ein 13:0 gegen San Marino. Fast 30 Jahre lang hielt Tahiti sogar den Rekord für den höchsten Länderspielsieg der Fußballgeschichte. Ihr 30:0 gegen die Cookinseln vom 2. September 1971 wurde erst am 11. April 2001 durch das 31:0 Australiens gegen Samoa übertroffen.

Tahiti-Fakt #3: Blockbildung

In der deutschen Nationalmannschaft geben die Spieler von Bayern München und Borussia Dortmund den Ton an, in der spanischen Seleccion bilden Akteure vom FC Barcelona und von Real Madrid den Kern der Mannschaft. Auch Tahiti schwimmt im Windschatten der beiden derzeit führenden Fußballnationen. Im Kader für den Confed-Cup stehen elf Akteure des tahitianischen Renommierklubs AS Dragon, Widersacher AS Tefana ist mit acht Spielern vertreten. Einziger Legionär ist Marama Vahirua vom griechischen Zweitligisten PAE Panthrakikos.

Tahiti-Fakt #4: Besser als Luxemburg

In der aktuellen FIFA-Weltrangliste belegt Tahiti unter 209 Nationen den 138. Rang. Damit hat das Land die UEFA-Mitgliedstaaten San Marino (207.), Andorra (205.), Liechtenstein (158.), Malta (154.) und Luxemburg (145.) klar im Griff. Das Land hätte also scheinbar genug Format, um sich in einer EM- oder WM-Qualifikation mit europäischen Spitzenmannschaften nicht zweistellig aus dem Stadion schießen zu lassen.

Tahiti-Fakt #5: Raus in die weite Welt

Der Confed-Cup bedeutet für die Spieler Tahitis das ganz große Abenteuer. Noch nie hat das Land ein Fußballspiel außerhalb Ozeaniens bestritten. Es steht zu vermuten, dass einige von ihnen ihren Kontinent nun zum ersten Mal überhaupt verlassen werden. Gegen Nigeria (17.6.), Spanien (20.6.) und Uruguay (23.6.) ist das kleine Land natürlich krasser Außenseiter. Um eines kann man die Südseekicker aber durchaus beneiden: Gegen Xavi, Iniesta und Casillas im Maracana zu spielen, das schaffen nur wenige.

Mehr Infos zum Confed Cup 2013 und zur WM 2014 findet ihr hier: http://www.wm2014-infos.de/

2 Kommentare

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  1. Belz sagt:

    Tahiti-Fakt #2: Weltrekordler

    Deutschland kann “nur” einen Sieg in dieser Größenordnung vorweisen, 1912 gelang der DFB-Elf ein 16:0 gegen Russland.

    Deutschland hat 2006 San Marino 13:0 geschlagen.

  2. Heibel sagt:

    Hallo Belz,

    du hast vollkommen Recht. Der Sieg liegt gar nicht einmal so lange zurück. Ich habe sogar noch vor Augen, wie die Spieler San Marinos Jens Lehmann bitten, beim Stande von 0:12 aus ihrer Sicht NICHT zum Elfmeter anzutreten. Am Ende hat Bernd Schneider dann halt auf 13:0 erhöht.
    Danke nochmal für den Hinweis!

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