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Apr
05

Die (englische) Woche der Wahrheit in der Bundesliga

Englische Wochen in der Bundesliga sind zu einer echten Rarität geworden. Nun ist es aber zum ersten und einzigen Mal in dieser Saison soweit. In den drei Partien zwischen dem 7. und 15. April wird die Saison vorentschieden. Und das hat durchaus Charme.

Englische Wochen in der Bundesliga haben einen ganz speziellen Charakter: Als Fan kommt man angesichts von drei Spieltagen und nur zwei spielfreien Tagen zwischen dem 7. und dem 15. April kaum mit dem Erfassen und Verarbeiten der Ergebnisse hinterher. Wie soll es da erst den Spielern gehen? Die begeben sich am Karsamstag gewissermaßen in einen Tunnel, dessen Durchquerung neun Tage dauert. Ein Vorteil für Nationalkicker und europapokalerfahrene Vereine, für die fast jede Woche englisch ist?

Fakt ist jedenfalls, dass jeder der 18 Bundesliga-Vereine in diesen neun Tagen viel gewinnen, aber auch viel verlieren kann. Mich würde es jedenfalls nicht wundern, wenn bereits am übernächsten Sonntag, mit dem Ende des 31. Spieltags, die eine oder andere (Vor-)Entscheidung gefallen ist.

Plädoyer für mehr englische Wochen im Saisonfinale

Ohne Zweifel steht der Gipfel zwischen Meister und Tabellenführer Dortmund und Rekordmeister Bayern München am 30. Spieltag im Zentrum des Interesses. Dass das Bundesliga-Spiel des Jahres nicht an einem Samstagnachmittag oder-vorabend, sondern an einem Termin unter der Woche (mittwochs, 20 Uhr) angesetzt wurde, verwundert zunächst schon ein wenig. Doch auf den zweiten Blick hätte die Ansetzung kaum besser sein können. Denn was gibt es Schöneres, als sich das „Finale“ um die Schale zur besten Sendezeit in einer stimmungsvollen Kneipe anzuschauen? Oder – besser noch – das Spiel bei Flutlichtatmosphäre im Stadion zu genießen? Von Zufall bei der Ansetzung kann jedenfalls keine Rede sein, war doch bereits vor Saisonbeginn davon ausgehen, dass der BVB und der FCB gute Karten im Kampf um den Titel haben würden.

Doch auch vom Meisterkampf losgelöst, ist das Timing für eine englische Woche perfekt. Schließlich geht es für alle Vereine noch um etwas. Sechs Spieltage vor Saisonende kämpfen sie entweder um Europa oder um den Klassenerhalt. Da ist in jedem Spiel Spannung garantiert! Gut möglich, dass das nach der englischen Woche bei manchen Vereinen nicht mehr der Fall ist – sprich, dass Kaiserslautern dann auch rechnerisch abgestiegen ist, dass sich der eine oder andere Verein schon gerettet hat, dass die vier Champions-League-Starter bereits feststehen und dass in der Meisterschaftsfrage zumindest eine Vorentscheidung gefallen ist.

Allein dieser Spannungsbogen und die scheinbar perfekte Dramaturgie sollte die Spielplangestalter veranlassen, auch in der kommenden Spielzeit im letzten Saisonviertel eine englische Woche anzusetzen, quasi als Vorband für den Main Act:  die beiden letzten Spieltage, an denen alle Partien zeitgleich samstags um 15:30 Uhr angepfiffen werden und die letzten Entscheidungen gefällt werden.

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