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Jun
14

Darum wird Deutschland definitiv Weltmeister 2018

Nur Italien 1938 und Brasilien 1962 haben ihre WM-Titel erfolgreich verteidigt. Hier sind die Gründe, warum auch Deutschland in fünf Wochen zu diesem elitären Kreis zählen wird.

Turniermannschaft

Die Vorbereitung war nicht berühmt, da gibt es keine Ausflüchte. In Ansätzen haben die deutschen Spieler ihre Klasse gezeigt, aber selten über mehr als 30 Minuten. Doch das ist nicht schlimm: In der Ära von Joachim Löw hat die DFB-Elf schon oft in Spielen ohne sportlichen Wert ihr Schlendrian-Gesicht gezeigt. Wenn es dann um etwas ging, war auf das Team dafür immer Verlass: 2014 in Brasilien war Deutschland die beste Mannschaft des Turniers und wurde verdient Weltmeister. Bei der EM 2016 in Frankreich war im Halbfinale gegen den Gastgeber viel Pech dabei mit einem diskutablen Elfmeter kurz vor der Halbzeit. 2017 gelang der Gewinn des Confed Cup mit einer B-Elf. Und auf dem Weg nach Russland wurden in der WM-Qualifikation alle zehn Spiele gewonnen. Hinzu kommt: Seit der WM 2006 ist Deutschland stets mit einem Sieg in ein Turnier gestartet. Die Mannschaft ist also da, wenn es darauf ankommt. Deswegen gaben sich Löw und auch die Spieler zurecht gelassen nach dem 1:2 gegen Österreich und dem 2:1 gegen Saudi-Arabien.

Turniertrainer

Löw ist als Bundestrainer ein alter Hase. In Russland geht der ewige Jogi in sein sechstes Turnier als Verantwortlicher. Dabei ist der mittlerweile 58-Jährige sichtlich gereift. Erst baute er eine Kontermannschaft von Top-Niveau auf, dann eine Ballbesitzmannschaft von Top-Niveau. Zwar vercoachte er sich im EM-Halbfinale 2012 gegen Italien kapital. Doch die bitterste Stunde seiner Amtszeit war wohl nötig für den großen Triumph zwei Jahre später in Brasilien. Bei der WM 2014 agierte Löw nicht verkopft und wollte nicht mehr jedem gefallen, sondern er traf auch viele pragmatische Entscheidungen, etwa mit der Aufstellung des „Ochsenspießes“ in der Verteidigung. Zudem loben die Spieler seit immerhin schon zwölf Jahren Löws taktische Versiertheit und den perfekten Ton bei der Ansprache. Diesen Bundestrainer bringt nichts aus der Ruhe. Der DFB würde wohl auch bei einem Vorrunden-Aus an ihm festhalten. Nur würde der selbstbewusste Herr Löw dann selbst schon dafür sorgen, dass er für den deutschen Fußball nicht zur Hypothek wird. Aber wie wahrscheinlich ist schon eine frühe Heimreise?

Turnierbaum

Wie dargelegt, ist Deutschland eine Turniermannschaft. Je stärker der Gegner ist, desto konzentrierter und leistungsbereiter sind die Spieler. Deswegen ist es gar nicht schlecht, mit Mexiko, Schweden und Südkorea durchaus anspruchsvolle Gruppengegner zu haben. Auch in der K.o.-Runde darf es gern heftig werden. 2010 machte Deutschland seine besten Spiele gegen die Schwergewichte England und Argentinien, 2014 gegen Portugal, Frankreich und Brasilien. Warum also nicht den Königsweg zum fünften Titel gehen? Achtelfinale gegen die Schweiz oder Serbien, Viertelfinale gegen Belgien oder England, Halbfinale gegen den alten Angstgegner Spanien oder gegen Vize-Weltmeister Argentinien, im Finale dann der krönende Abschluss gegen Frankreich, die Brasilianer (Stichwort: 7:1), Portugal oder England.

Erfahrung

Immerhin neun Weltmeister von 2014 stehen im 23-köpfigen Aufgebot für Russland. Hinzu kommen mit Marco Reus und Ilkay Gündogan zwei Akteure, die vor vier Jahren ihre Plätze sicher hatten, aber von Verletzungen ausgebremst wurden. Macht quasi eine gesamte erste Elf aus internationalen Top-Spielern mit viel Erfahrung. Dabei ist der Kader keineswegs überaltert, nur Ersatzstürmer Mario Gomez, Mittelfeld-Abräumer Sami Khedira und Torhüter Manuel Neuer haben die 30 Jahre schon hinter sich gelassen. Trotzdem haben acht Spieler schon 60 Länderspiele und mehr bestritten. Und in Rechtsverteidiger Joshua Kimmich (23) und Mittelstürmer Timo Werner (22) sind zwei Versprechen für die Zukunft schon jetzt gesetzt.

Historie

Eine europäische Mannschaft könne in Südamerika nicht Weltmeister werden, hieß es im Vorfeld der WM 2014. Deutschland hat es geschafft und dabei die südamerikanischen Großmächte Brasilien und Argentinien aus dem Weg geräumt. Die DFB-Mannschaft hat damit nur gezeigt, dass auch im modernen Fußball nichts unmöglich ist. Mit diesem Selbstverständnis wurde der Confed Cup 2017 mit einer Elf von Reservisten und Talenten gewonnen. Von wegen Vorrunden-Aus und verschämt nach Hause fahren! Warum also soll der deutschen Mannschaft nicht das Kunststück gelingen, einen WM-Titel erfolgreich zu verteidigen? Gut, das hat seit Brasilien 1962 – 56 Jahre ist das her – niemand mehr geschafft. Aber was soll`s? #ZSSMN kann man alles schaffen. Und Best neVer rest.

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