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Apr
12

Das Los bringt Barcelona – Bayern endgültig auf dem Prüfstand

Vor vier Jahren war der FC Bayern München im Viertelfinale der Champions League gegen den FC Barcelona chancenlos. Weil Fortuna es so wollte, sind sich die beiden Giganten seitdem auf höchster Ebene aus dem Weg gegangen. Das direkte Duell im Halbfinale wird für beide nun zur Stunde der Wahrheit. Dortmund darf gegen Real wieder Underdog sein.

Nicht wenige haben sich das Duell des FCB mit dem FCB erst im Finale von Wembley gewünscht. Auch ich hätte lieber Borussia Dortmund im Duell mit dem katalanischen Renommierklub und die Bayern bei einem weiteren „Champions-League-Klassiker“ gegen Real Madrid gesehen. Aber man muss die Lose halt so nehmen, wie sie kommen.

Albträume von Messi

8. April 2009, Camp Nou: Der deutsche Meister Bayern München wird im Viertelfinalhinspiel der Champions League vom FC Barcelona vorgeführt. Nach 43 Minuten steht es 4:0 aus Sicht der Katalanen, für die Messi (2), Eto’o und Henry treffen. Nach 180 Minuten zog Barca nach einem 5:1 in der Addition, das sehr viel höher hätte ausfallen können, weiter ins Halbfinale und ließ einen FC Bayern in Trümmern zurück.

Seitdem ist viel passiert: Barcelona hat den internationalen Fußball spätestens seit diesem Tag dominiert, scheint aber in dieser Saison abhängiger von Lionel Messi und damit angreifbarer denn je. Die Bayern haben in diesen vier Jahren ihr Spiel weiterentwickelt und auch die Mannschaft deutlich verstärkt: Statt Massimo Oddo, Christian Lell, Breno oder Hamit Altintop werden dieses Mal Philipp Lahm, David Alaba, Dante oder Arjen Robben gegen Barcelona auflaufen, um nur einige zu nennen.

Aufgeholt, eingeholt oder gar überholt?

Zweifelsohne hat sich der FC Bayern seit dieser niederschmetternden Niederlage stärker verbessert als die Katalanen, die seit ihren Champions-League-Siegen 2009 und 2011 womöglich sogar ausrechenbarer geworden sind. Wie das Verhältnis der beiden Teams ist, wird man nun sehen.

Die Bayern haben sich in dieser Saison das Selbstverständnis zurückerspielt, jeden schlagen zu können. Dass das Hinspiel in der Allianz-Arena stattfindet, ist gewiss kein Vorteil. Doch 2010 (2:1 im Viertelfinale gegen Manchester) und im Vorjahr (2:1 im Halbfinale) gegen Real Madrid haben sich knappe Heimsiege zum Weiterkommen als ausreichend erwiesen.

Barcelona wiederum brilliert seltener als in der Vergangenheit. Spiele in denen alles gelingt – wie beim 4:0 gegen Milan im Achtelfinalrückspiel – sind wie bei „irdischen“ Klubs zur Rarität geworden. Gegen Paris St. Germain standen die Blaugrana sogar kurzzeitig vor dem Aus.

Es wird hochspannend werden, dieses vorgezogene Finale. Nachdem es den Bayern in den vergangenen drei Jahren zweimal fast gelungen wäre, den „Henkelpott“ zu gewinnen, ohne den europäischen Platzhirschen ausschalten zu müssen, führt in diesem Jahr nur der Königsweg zum Titel. Das hat auch seinen Reiz. Tipp: Wenn Bayern sein Potenzial abruft, reicht es knapp fürs Finale in Wembley.

Überrascht Dortmund die „Königlichen“ erneut?

Für Borussia Dortmund wird es gegen Real überaus schwierig. Die Madrilenen präsentieren sich seit Wochen in Top-Form und dürften ihre Schlüsse aus den Gruppenspielen gezogen haben, als man in Dortmund 1:2 unterlag und im Bernabeu erst kurz vor dem Schlusspfiff zum 2:2 ausglich.

Der BVB hat den Vorteil, die Erwartungen mit dem Halbfinaleinzug bereits übererfüllt zu haben. Gegen Ronaldo, Özil & Co. kann man sich wieder in die dankbare Rolle des Underdogs begeben, die man bereits in der Gruppenphase inne hatte – auch wenn Jose Mourinho in den kommenden Wochen mit Komplimenten an die Klopp-Elf gewiss nicht geizen wird.

Doch abgesehen davon, dass Real insbesondere in der Breite über den stärkeren Kader verfügt und zudem in dieser späten Wettkampfphase erfahrener ist, dürfte dem BVB vor allem die Tatsache zum Nachteil gereichen, dass man anders als gegen Donezk und Malaga zunächst zuhause antreten muss.

Den Schwarz-Gelben ist alles zuzutrauen, wie die bisherigen zehn Spiele gezeigt haben. Doch in einem K.O.-Duell gegen Real sehe ich die Dortmunder Chancen nur bei 35 Prozent.

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