«

»

Aug
06

Das Mutterland als Vorbild? – England führt U21-Liga ein

In Deutschland sorgen die Zweiten Mannschaften der Profi-Vereine immer wieder für Diskussionen. Clubs der 3. und 4. Liga beklagen einen verzerrten Wettbewerb und finanzielle Einbußen. Die Engländer führen zur Saison 2012/13 ein Modell ein,  das auch für Deutschland interessant sein könnte.

Auf den ersten Blick ist alles halb so wild: In der Saison 2012/13 spielen mit Borussia Dortmund II und VfB Stuttgart II lediglich zwei Zweite Mannschaften in der 3. Liga. In den Regionalligen ballt es sich aber: Fünf Zweite Mannschaften im Norden, drei im Osten, sechs im Südwesten, sechs in Bayern und sogar sieben im Westen. Damit belegen die zweiten Garnituren der Profi-Clubs 29 von 113 Startplätzen in der 3. und 4. Liga.

Zweite Mannschaften: Zu stark und zu unattraktiv

Die großen Vereine freuen sich darüber, weil sie ihre Talente – zumeist ist die Zweite Mannschaft eine U23, die um einige wenige erfahrene Recken ergänzt wird – unter Wettbewerbsbedingungen an den Profifußball heranführen können. Daher streben auch die meisten Clubs mit ihrer U23 den Aufstieg in die 3. Liga an.

Vereine die mit ihrer Ersten Mannschaft aber in Liga 3 oder 4 spielen, sind alles andere als erfreut. Zweite Mannschaften sind nicht gerade Zuschauermagneten: Bremen II und Stuttgart II hatten in der Drittligasaison 2011/12 daheim den niedrigsten Zuschauerschnitt aller Vereine, auch auswärts bringen sie kaum Fans mit. Und in den Regionalligen wird häufig beklagt, dass die U23-Teams zu sehr in den Aufstiegskampf eingreifen und beispielsweise gefallenen Traditionsvereinen, wie Rot-Weiß Essen, dem Wuppertaler SV oder Waldhof Mannheim die Rückkehr in die 3. Liga erschweren.

U21-Liga in England

Das Mutterland des Fußballs macht vor, wie man auch in Deutschland alle Parteien zufriedenstellen könnte. Dort duellieren sich in der U21-Liga ab der Saison 2012/13 23 Nachwuchsmannschaften von Vereinen aus der Premier League und der Football Championship, in denen nur drei Feldspieler und ein Torhüter über 21 Jahre eingesetzt werden dürfen.

Die Vorteile: Es gibt einen offiziellen Wettbewerb mit Prestige, Pokalübergabe und allem Pi-Pa-Po. Die Top-Talente des Landes bringen sich gegenseitig auf ein hohes Niveau, ohne den Ersten Mannschaften kleinerer Vereine den Raum zum Leben zu nehmen.

In England gibt es – vergleichbar mit einer Gruppenphase – zunächst drei Staffeln. Hierbei wird auf ausgewogene Qualität geachtet und nicht nach regionalen Kriterien klassifiziert. So spielt in Staffel A u.a. die U21 vom FC Arsenal, in Staffel B spielen Man United und Tottenham, in Staffel C der FC Chelsea und Liverpool. Mit dem Ende Gruppenphase werden die Teams ab Januar nach Leistung in zwei Klassen aufgeteilt, ehe in einer K.O.-Runde der Sieger ermittelt wird. Das hört sich auch für Deutschland nicht ganz uninteressant an…

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*