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Aug
14

David gegen Goliath – Die Stolperfallen in der 1. Pokalrunde

Alle Jahre wieder sorgt die 1. Runde im DFB-Pokal bei den Vereinen der 1. Bundesliga für Zittern. Im Vorjahr ist ein Quartett an der ersten Hürde gescheitert. Wer blamiert sich in diesem Jahr?

Alarmstufe Rot

RB Leipzig (SA/2. Liga) – SC Paderborn

Die Chancen stehen nicht gering, dass in der kommenden Saison die ambitionierten Leipziger der Erstligist sind, während der SCP nach nur einem Jahr wieder im Unterhaus spielt. Damit ist alles gesagt. Für RB ist die 2. Liga nur eine Zwischenstation. Die Elf von Alex Zorniger überzeugt durch flexible Spielanlage und ein flexibles Pressing. Gegen den Erstliga-Aufsteiger ist Leipzig damit vor eigenem Publikum womöglich sogar leichter Favorit. Stolperrisiko: 51 Prozent

Aufgepasst, Erstligist!

Chemnitzer FC (SA/3. Liga) – FSV Mainz 05

Der Tabellenführer der 3. Liga ist eine heikle Aufgabe für den Siebten der abgelaufenen Bundesliga-Saison. Der FSV ist nach dem Aus in der Europa-League-Qualifikation gegen den griechischen Vertreter Asteras Tripolis bereits leicht am Wanken. In ihrer typischen Manier lässt die FSV-Führung kein Blatt zwischen sich und den neuen Trainer Kaspar Hjulmand. Doch angeführt von Torjäger Anton Fink ist der CFC vor eigenem Publikum ein echter Prüfstein. Stolperrisiko: 40 Prozent

VfL Bochum (NRW/2. Liga) – VfB Stuttgart

Hartes Los für den VfB. Typisch für seinen Trainer Peter Neururer, ist der VfL exzellent aus den Startlöchern gekommen in der 2. Liga. Der VfB ist nach der vergangenen Zittersaison dagegen eine reine Wundertüte. Stolperrisiko: 40 Prozent

Energie Cottbus (BR/3. Liga) – Hamburger SV

Vor wenig mehr als drei Jahren war diese Paarung noch ein Erstligaduell. Doch auch gegen die in die Drittklassigkeit abgestürzten Lausitzer ist der traditionsreiche HSV nicht der haushohe Favorit. Die Folgen der vergangenen Horrorsaison mit gerade noch verhindertem Super-GAU hängt den Hanseaten noch in den Kleidern. Der „neue“ HSV um Didi Beiersdorfer braucht ein Erfolgserlebnis im Pokal, damit das Umfeld nicht gleich wieder in den Negativ-Modus verfällt. Easy ist anders. Stolperrisiko: 33 Prozent

Dynamo Dresden (SA/3. Liga) – Schalke 04

Nach einjähriger Sperre ist Dynamo wieder dabei. Gegen Schalke erwartet die heißblütigen Fans gleich ein Knaller mit jeder Menge Tradition und Brisanz. In der 3. Liga ist Dynamo stark gestartet, peilt die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga an. Schalke hat dagegen in den Vorbereitung alles andere als geglänzt, dazu müssen WM-Teilnehmer erst wieder eingebaut werden. Eine heiße Konstellation für den SO4. Es duftet zumindest zart nach Sensation. Stolperrisiko: 33 Prozent.

Viktoria Berlin (BL/4. Liga) – Eintracht Frankfurt

Die Berliner dümpeln zwar nur in der 4. Liga herum, doch die Eintracht hat eine Vorbereitung mit jeder Menge Pleiten (u.a. gegen Waldhof Mannheim, Terek Grosny, Sampdoria) , Pech und Pannen hinter sich. Korsettstangen wie Pirmin Schwegler, Sebastian Rode und Sebastian Jung sind weg. Trainer Thomas Schaaf muss zeigen, dass er mehr als ein System beherrscht. Stolperrisiko: 33 Prozent

FV Illertissen (BY/4. Liga) – Werder Bremen

Illertissen spielt international! Der Neo-Klassiker unter den Fangesängen könnte bei den Bayern Programm werden – ein Sieg gegen den SV Werder und fünf weitere Triumphe im Pokal vorausgesetzt. Zumindest gegen den SVW sollte man die Flinte nicht vorzeitig ins Korn werfen: Im Vorjahr war Drittligist Saarbrücken Endstation, 2012 Drittligist Münster, 2011 Drittligist Sandhausen – allesamt in der ersten Runde. Merke: Da geht was. Stolperrisiko: 33 Prozent

Darmstadt 98 (HE/2. Liga) – VfL Wolfsburg

Harter Brocken für die Wölfe. Der Zweitligaaufsteiger aus Hessen um Rekordtorjäger Dominik Stroh-Engel (immerhin auf Platz 15 bei der Wahl zum „Fußballer des Jahres, und zwar vor etlichen Weltmeistern) sind ordentlich in die Liga gestartet. Die Euphorie über die Rückkehr in die Zweitklassigkeit nach 21 Jahren ist immer noch greifbar. Keine einfache Situation für den VfL, der zwar in den letzten beiden Pokal-Serien im Halbfinale stand, aber auch als träger Starter in den Monaten August und September bekannt ist. Stolperrisiko: 25 Prozent.

Pflichtaufgabe

Preußen Münster (NRW/3. Liga) – Bayern München

Die „Gummiadler“ rechnen sich gegen die Bayern Einiges aus: „Man weiß nie, was passiert“, sagte Münsters Trainer Ralf Loose vor dem Pokal-Schlager gegen den Rekordmeister. Hoffnung könnte geben, dass die Bayern-Weltmeister noch nicht auf der Höhe sind und die Mannschaft sich noch finden muss. Dennoch sind die Bayern so abgeklärt, dass in Westfalen nichts anbrennen wird.

FC Homburg (SL/4. Liga) – Borussia Mönchengladbach

Die Vorbereitung verlief nicht reibungslos für den Europa-League-Starter vom Niederrhein. Vor allem der neue Torhüter Yann Sommer hat bei seinen ersten Auftritten gewackelt. Er muss beweisen, dass er den zum FC Barcelona gewechselten Marc-André ter Stegen würdig beerben kann. Gegen den früheren Erstligisten FC Homburg ist alles andere als ein Weiterkommen aber unvorstellbar.

Viktoria Köln (NRW/4. Liga) – Hertha BSC

Die Kölner von der Schäl Sick wollen in diesem Jahr um jeden Preis hoch in die 3. Liga. Hierzu hat Mäzen Franz-Josef Wernze seinem Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz eine gehobene Altherren-Truppe mit Profi-Erfahrung hingestellt. Im Pokal sind die Ambitionen aber klein. Gegen die in der Vorbereitung starken und personell ordentlich verstärkten Hauptstädter habe man „eigentlich keine Chance“, räumte Wollitz ein.

1. FC Magdeburg (SA/4. Liga) – FC Augsburg

2000/01 hat Magdeburg dem FC Bayern im Jahr der Meisterschaft und des Triumphes in der Champions League das Triple versaut. Von dieser Form ist die heutige Mannschaft weit entfernt. Der FCA trägt zwar die Bürde mit sich, das starke Vorjahr wiederholen zu müssen, beim Europapokalsieger der Pokalsieger von 1974 wird sich das Team von Markus Weinzierl aber kaum blamieren.

FT Braunschweig (NS/4. Liga) – 1. FC Köln

Der Effzeh ist in seiner Pokal-Historie schon an so manchem Dorf- und Provinzverein gescheitert. Die Erinnerung an Beckum im Münsterland lässt heute noch treue Fans erzittern. Doch der „neue“ FC ist anders: Seit 2012 herrschen in der Domstadt Struktur, Besonnenheit und Teamgeist. Um die erste Pokalhürde zu nehmen, reicht das allemal.

Stuttgarter Kickers (BW/3. Liga) – Borussia Dortmund

Ok, die Kickers sind Drittligist. Ok, die Kickers haben in der Vorsaison eine starke Rückrunde gespielt. Aber der BVB ist nun einmal der BVB. Pokalsieger 2012, Finalist 2014. Zweite Kraft im Land. Star-Ensemble mit ewig hungrigem Trainer. Keine Frage, die Klopp-Truppe wird nach dem Sieg im Supercup gegen die Super-Super-Bayern auch diese Hürde locker nehmen.

FC Astoria Walldorf (BW/4. Liga) – Hannover 96

Die Kurpfälzer verfügen zwar über einen Verteidiger mit dem schönen Namen Mario Göttlicher, doch das allein wird gegen 96 kaum ausreichen. Die Niedersachsen haben sich u.a. mit Joselu und Hiroshi Kiyotake teuer verstärkt, wollen nach Europa. Da darf man nicht an Walldorf scheitern.

Eintracht Trier (RP/4. Liga) – SC Freiburg

Die Breisgauer haben an der Mosel kein Freilos, doch die im Vergleich zur Vorsaison in weiten Teilen unveränderte Streich-Elf geht als klarer Favorit in die Pflichtaufgabe.

Beinahe-Freilos

USC Paloma Hamburg (HH/5.Liga) – 1899 Hoffenheim
SV Alemannia Waldalgesheim (RP/6. Liga) – Bayer Leverkusen

3 Kommentare

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  1. Niquo sagt:

    Hello again Marco,

    besten Dank für den kompetenten und kompakten Überblick!

    Doch eine Zeile wirft mir eine kleine Gegenfrage auf… Was meinst du bezüglich Thomas Schaaf damit, dass er nun mehr als nur ein System zu beherrschen beweisen muss?!
    Denkst du nicht, dass es einfach genügt, DAS eine System zu finden, so wie einst in Bremen? Mir ist klar, dass Frankfurt ein heisses Pflaster ist – doch dort im Falle eines holprigen Stars verschiedene Systeme mit einem nicht eingespieltem „Team“durchzu“spielen“, bringt die Medien in dieser Landschaft doch erst recht gegen den latent ausstrahlungsschwachen Trainer auf, oder?!

    Spannende Kiste…

    Allerbeste Grüße,
    Niquo

    1. Heibel sagt:

      Hallo Niquo,

      na ja meiner Meinung nach ist Schaaf ein relativ eindimensionaler Trainer, der sein (lange erfolgreiches) offensiv ausgerichtetes 4-4-2 in Bremen auch dann beibehalten hat, als die Konkurrenz längst ein Mittel und im Mittelfeld immer eine Überzahl hatte. Ich will damit sagen, ob er in Frankfurt eine „cleverere“ Spielweise zeigt.

      Unabhängig von Schaaf ist die SGE in dieser Saison für mich ein Abstiegskandidat. Der Substanzverlust mit der Achse Jung, Rode und Schwegler ist riesig…

  2. Niquo sagt:

    Moin nochmal du,

    ja, deiner Meinung schließe ich mich gern an. Insbesondere wenn die Eintracht die ersten beiden Heimspiele gegen Freiburg und Augsburg vermurkst, wird es rasch Unruhe geben. Zumal auswärts noch Wolfsburg und Schalke warten. Wenn es nicht gleich halbwegs rund läuft, kann es sein, dass die Frankfurter (womöglich in Gesellschaft mit den „Nachbarn“ aus Mainz) sich ganz fix am Tabellenende wiederfinden und dem Geschehen relativ formlos hinterherlaufen müssen.

    Ob die neue Achse um Chandler, Ignjovski und Hasebe den Substanzverlust auf Anhieb kompensieren können ist in der Tat mehr als fragwürdig, den insbesondere Rode und Schwegler waren echte Typen.

    Vieles wird davon abhängen, wie sich die neue Offensive um die jungen Piazon und Seferovic mit dem womöglichen satten Valdez arrangiert…

    Die Chancen stehen jedoch nicht schlecht, dass sich noch zwei, drei „Teams“ finden lassen, die sich schlechter anstellen werden, als die Kicker aus der Main-Metropole.

    Wäre allerdings schon schade, wenn in einem Jahr wieder ein so großes Stadion in der 2.Liga halbleer bliebe…

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