«

»

Okt
22

Del Piero, Pires & Co. – Fußball für Nostalgiker in Indien

Anfang Oktober ist die Indian Super League (ISL) gestartet. Das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt geht das Projekt hochprofessionell an: Mit harten Dollars wurden Altstars mit klangvollen Namen an den Ganges gelockt. Die nur acht Teams umfassende Liga ist ein Eldorado für Fußballnostalgiker.

Eines muss man den Indern lassen: Wenn sie etwas machen, dann machen sie es richtig. Lange darbte der professionelle Fußball im Land des Cricket dahin, doch 2014 startete die Liga dafür mit umso mehr Tamtam. Kein Wunder, wenn Leute wie der Großindustrielle Mukesh Ambani als reichster Mann des Landes, der US-Vermarktungsriese IMG, der australische TV-Mogul Rupert Murdoch, Indiens lebende Cricket-Legende Sanchin Tendulkar und Bollywood-Star Ranbir Kapoor ihr Geld in Rechte beziehungsweise Teams investieren.

Das Ziel auf dem 1,2 Milliarden Einwohner großen Markt: Geld verdienen. So sagte Ambanis Frau Nita unverblümt: „Das zu großen Teilen unerschlossene Potenzial des Fußballs in Indien bietet die Chancen auf beispiellosen kommerziellen Erfolg.“ Dazu passt, dass auch europäische Vereine ihre Finger und Füße im Spiel haben. Champions-League-Finalist Atlético Madrid etwa ist Namenspate von Atlético de Kolkta – auch die Trikots des indischen Klubs weisen frappierende Ähnlichkeit mit dem rot-weißen Dress der Colchoneros auf. Weitere Kooperationen gibt es zwischen Inter Mailand und dem FC Chennai, zwischen dem Mario-Gomez-Klub AC Florenz und dem Pune FC sowie zwischen Feyenoord Rotterdam und den Delhi Dynamos.

Superstars der 90er und 2000er runden das Paket ab

Wo so professionell gearbeitet wird, gibt es auch Geld zu verdienen. Dieses nahmen die Klubs sogleich in die Hand, um ihrer neuen Liga durch weltweit bekannte Namen Glanz zu verleihen. Daher tummeln sich einige bereits deutlich in die Jahre gekommene Weltstars in der ISL – kein großes Problem, ist das Niveau doch überschaubar und dauert die Saison wegen der geringen Größe inklusive Play-offs der vier besten Teams nicht einmal drei Monate.

Die Stars in der Indian Super League im Überblick:

MUMBAI CITY FC

  • Fredrik Ljungberg (Arsenal-Legende und Unterwäschemodel; Reihenfolge auch austauschbar)
  • Nicolas Anelka (Europameister mit Frankreich 2000; Inbegriff der Fußballnutte)
  • Manuel Friedrich (früherer deutscher Nationalspieler)

NORTHEAST UNITED FC

  • Joan Capdevila (spanischer Welt- und Europameister)
  • Alexandros Tzorvas (ehemaliger griechischer Nationaltorhüter)

CHENNAIYIN FC

  • Marco Materazzi (Weltmeister mit Italien 2006; redet schlecht über Zidanes Schwester)
  • Mikael Silvestre (Werder-Bremen-Legende *hüstel*)
  • Elano (brasilianischer WM-Teilnehmer 2010; bürgerlich mit dem klingenden Namen Ralph Blumer)
  • Eric Djemba-Djemba (kamerunischer WM-Teilnehmer von 2002 mit Intermezzo bei ManUnited)

DELHI DYNAMOS FC

  • Alessandro del Piero (Weltmeister 2006 mit Italien; DIE Juventus-Legende)
  • Morten Skoubo (einst in Gladbach gescheitert, im reifen Alter immerhin Sturmpartner von del Piero)

FC PUNE CITY

  • David Trezeguet (französischer Welt- und Europameister)
  • Adrian Mutu (ehemaliger rumänischer Superstar mit Koks-Vergangenheit)
  • Kostas Katsouranis (Europameister mit Griechenland 2004)

FC GOA

  • Robert Pires (französischer Welt- und Europameister)

ATLÉTICO DE KOLKATA

  • Apoula Edel (armenischer Nationalkeeper, lange in Diensten von Paris St. Germain)
  • Luis Garcia (früherer spanischer Nationalspieler, CL-Sieger 2005 mit Liverpool)

KERALA BLASTERS FC

  • David James („Calamity James“, früherer englischer Nationaltorhüter)

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*