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Jan
29

Der Fall Mandzukic – ein ganz „normaler“ Vorgang

Kontinuität mag beim FC Bayern auf vielen Positionen herrschen. Eine Ausnahme bildet der Angriff. Mit Ausnahme von Gerd Müller hieß es für viele Torjäger häufig rasch wieder Adieu. Mario Mandzukic wäre nur einer von Vielen. Auch um Robert Lewandowski wird es weit vor Vertragsende Abschiedsgerüchte geben. Ganz sicher.

Wo nichts anderes als der Erfolg akzeptiert wird, ist die Luft besonders dünn. Das gilt für den FC Bayern München wie für keinen anderen Verein in Deutschland. Und Erfolg wird im Fußball allzu oft an Toren gemessen. Offensivspieler ernten seit jeher den größten Ruhm – 22 der 23 bisherigen Weltfußballer waren offensive Mittelfeldspieler oder Stürmer – zugleich ernten sie aber im Misserfolgsfall auch die größte Kritik.

Nun kann man nicht behaupten, dass Mario Mandzukic keinen Erfolg hätte. 35 Tore in 66 Pflichtspielen im Trikot des FC Bayern sprechen für ihn. Dieses Urteil konnte man auch über seine Vorgänger Mario Gomez (174/113), Luca Toni (89/58), Roy Makaay (183/103), Giovane Elber (264/139), Jürgen Klinsmann (84/48) oder Roland Wohlfarth (318/149) fällen.

Ständiges Kommen und Gehen

Doch irgendwann wurde für sie alle die Luft beim FC Bayern dünn. Elber etwa musste 2003 als amtierender Bundesliga-Torschützenkönig gehen, weil die Münchner Bosse sich von 20-Millionen-Mann Roy Makaay noch mehr versprachen.

Auch Luca Toni wurde nach zwei starken Jahren ein gewisser Mario Gomez vor die Nase gesetzt, der wiederum aufgrund einer Verletzungspause seinen Stammplatz trotz zuvor herausragender Trefferquote im Vorjahr an Mario Mandzukic verlor und einen Abschied auf Raten feierte.

Nur eine Frage der Zeit

Bei Mandzukic kommen mehrere Faktoren zusammen, die für einen baldigen Abschied sprechen. Zum einen ist im modernen Bayern-System nur Platz für einen Stürmer – sofern Trainer Pep Guardiola nicht wieder einmal die Variante vorzieht, einen gelernten wuseligen Mittelfeldspieler wie Mario Götze in die Spitze zu beordern. Das schürte bei einem launischen Typen wie dem Kroaten bereits ab dem Juli eine Grund-Unzufriedenheit.

Nun wird mit Lewandowski im Sommer ein Angreifer kommen, der vom Renommee her noch einmal einen Tick vor Mandzukic anzusiedeln ist – auch und vor allem beim Trainer. Dass „Mandzu“ sich nicht darüber freut, liegt auf der Hand. Guardiola wiederum ist nicht der Typ Trainer, der Unzufriedenheit schätzt. Der Katalane hat einst in Barcelona bereits mit dem zweimaligen Weltfußballer Ronaldinho kurzen Prozess gemacht, ein Mario Mandzukic wäre da nur ein kleines Opfer.

Wie bei Mario Gomez vor einem Jahr bemüht sich die Bayern-Führung auch bei Mandzukic momentan darum, öffentlich die Wogen zu glätten. Fakt ist, dass sie ihn brauchen. Das hat Vereinspräsident Uli Hoeneß erst kürzlich unterstrichen: „Wir brauchen Mandzukic in dieser Saison, wir haben wichtige Spiele vor uns. Es wäre sehr unklug von uns, wenn wir auf ihn verzichten würden.“ Ob es Zufall ist oder nicht – dass Hoeneß explizit „in dieser Saison“ gesagt hat, lässt einigen Interpretationsspielraum.

Verkauf für „Kleingeld“

Mit dem Wissen, dass Lewandowski früher oder später an der Säbener Straße auf der Matte stehen würde, hatte bereits Gomez im vergangenen Sommer das Weite gesucht. Er ging im Juli 2013 als Champions-League-Sieger und ausgewiesene Tormaschine für „nur“ 15 Millionen Euro zum AC Florenz, nachdem der FCB ihn nur vier Jahre zuvor für mindestens das Doppelte aus Stuttgart geholt hat. Wer kann, der kann.

Und so wird es auch bei Mandzukic ablaufen. Nach der WM werden die Angebote einlaufen, der FC Bayern wird sie sich anhören und den Spieler „unter großem Bedauern“ veräußern. Vermutlich zu einem Preis, der unter Mandzukic‘ realistischem Marktwert von 20 bis 25 Millionen Euro liegt. Schließlich weiß die Konkurrenz aus dem In- und Ausland ja auch, dass ein Verkauf für Bayern die beste Option ist.

Robert Lewandowski kann schon mal die Uhr stellen. Sein Vertrag in München läuft ab dem Sommer bis zum 30. Juni 2019. Wetten, dass sich spätestens 2017 sein Abgang abzeichnet?

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