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Mrz
06

Der Fall Schneider: Stuttgarts heißer Tanz

Das Thema Thomas Schneider geistert bereits seit knapp zwei Wochen beinahe täglich durch die Medien. Bereits zweimal schien der junge Coach so gut wie entlassen, doch er ist trotz acht Niederlagen in Folge immer noch im Amt. Der VfB handelt damit eigentlich richtig – eigentlich aber auch grundfalsch.

Hand aufs Herz: Hat Thomas Schneider noch eine realistische Zukunft beim VfB Stuttgart? Dass der Verein nach dem Abrutschen aus dem oberen Mittelfeld der Bundesliga bis auf Platz 15 an dem Ex-Profi festhält, mag nach außen hin wie zwar ein Vertrauensbeweis wirken. Doch ist er das wirklich?

Die Mannschaft hat das Kunststück vollbracht, fünf der letzten acht Spiele mit 1:2 zu verlieren. Dabei hat sie sensationelle vier Mal einen 1:0-Vorsprung in der Schlussphase aus der Hand gegeben. Die Verantwortlichen um Sportdirektor Fredi Bobic interpretieren diesen Umstand gerne öffentlich als Hinweis, dass die Mannschaft noch lebt. Alles sei gut, nur das Pech habe eine bessere Ausbeute verhindert.

Ein Opfer der eigenen (Marketing)-Strategie?

Doch bei genauem Hinsehen scheint die VfB-Führung vor allem Angst davor zu haben, dass auch ein zweiter Trainerwechsel in der laufenden Saison (Ende August musste bereits Bruno Labbadia gehen) nicht die Kehrtwende bringen würde. Ein Abstieg unter einem neuen Coach wäre sogar gleich doppelt verheerender. Schließlich wurde Schneider seinerzeit explizit als Übungsleiter installiert, weil er so gut zur Jugend-Philosophie des Vereins passe.

Wie also käme es rüber, den Wunsch-Trainer nun durch einen „Feuerwehrmann“ zu ersetzen? Den müsste man getreu der eigenen Leitlinien nach vollbrachtem Klassenerhalt eigentlich sofort feuern, um sich nicht unglaubwürdig zu machen oder – überspitzt gesagt – seine Ideale zu verraten.

Und so geht das Zittern beim VfB vor dem extrem wichtigen Spiel am Samstag gegen Schlusslicht Eintracht Braunschweig weiter. Dieses Mal scheint endgültig klar: Ein Punkt wird für Schneider zu wenig sein, nur ein Sieg zählt. Bleibt der aus, wird der 41-Jährige letzten Endes doch fliegen. Der VfB hätte dann wertvolle Wochen verschenkt. Zeit, die man sich im Kampf um den Verbleib in der Bundesliga normalerweise nicht gönnen kann.

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