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Mai
14

Der Guttmann-Fluch: Warum Benfica gegen Chelsea verlieren wird

Achtung, Spoiler-Alarm! Der Sieger des morgigen Europa-League-Endspiels zwischen dem FC Chelsea und Benfica Lissabon steht bereits fest – zumindest sofern die 51 Jahre alte Verwünschung eines längst verstorbenen Erfolgstrainers Benficas anhält.

Bela Guttmann war ein echter Pionier des Fußballs und noch dazu ein wahrer Globetrotter. In seinen 40 Trainerjahren kam er auf 24 Stationen in 13 Ländern. Der 1899 geborene Ungar gilt als einer der „Väter“ der großen brasilianischen Ära, in der das Land vom Zuckerhut die WM-Titel 1958, 1962 und 1970 einheimste. Guttmann war es nämlich, der den Brasilianern bei seinem Engagement beim FC Sao Paulo in den fünfziger Jahren das 4-2-4-System einimpfte, mit dem die Selecao mehr als eine Dekade lang den Weltfußball dominierte.

Bela Guttmann: Entdecker Eusebios, Erfolgstrainer Benficas

Seinen größten Triumph als Trainer feierte Guttmann aber mit Benfica Lissabon, wo er 1959 anheuerte, mit Eusebio den (trotz Cristiano Ronaldo) größten Torjäger Portugals entdeckte und die „Adler“ zum Gewinn der portugiesischen Meisterschaft in den Jahren 1960 und 1961 führte.

Vor allem aber gelang Guttmann mit Benfica das Kunststück, die fünf Jahre währende Dominanz von Real Madrid im Europapokal der Landesmeister zu durchbrechen und den „Henkelpott“ in den Jahren 1961 (3:2 gegen den FC Barcelona) und 1962 (5:3 gegen die „Königlichen“) zu gewinnen.

Warum Geiz nicht immer geil ist

Heutzutage wäre man nach einer solchen Erfolgsserie zweifellos einer der bestbezahlten Trainer der Welt, doch damals gingen die Uhren noch anders. Guttmann forderte nämlich nach drei Jahren voller Triumphe und Titel eine Gehaltserhöhung – die ihm Benficas Vereinspräsident Mauricio Vieira de Brito verwehrte.

Daraufhin kündigte Guttmann an Ort und Stelle. Der wutentbrannte Erfolgscoach soll sich vom Klubboss mit folgenden Worten verabschiedet haben: „In den nächsten 100 Jahren wird Benfica nie wieder einen Europacup gewinnen.“

Der Guttmann-Fluch: Sechs Finals, sechs Pleiten

50 Anläufe lang hielt der Guttmann-Fluch bislang stand. Sechs Mal war Benfica dabei sogar ganz nah dran an einem Europapokal-Sieg, doch stets Mal zog man in Endspielen den Kürzeren:

  • 1963 (EdL): 1:2 gegen AC Milan in London
  • 1965 (EdL): 0:1 gegen Inter in Mailand
  • 1968 (EdL): 1:4 gegen Manchester United in London
  • 1983 (UEFA-Cup): 0:1, 1:1 gegen RSC Anderlecht
  • 1988 (EdL): 5:6 n.E. gegen PSV Eindhoven in Stuttgart
  • 1990 (EdL): 0:1 gegen AC Milan in Wien

Vielleicht gelingt Benfica ja ins Amsterdam die Trendwende. Immerhin können die Portugiesen den Guttmann-Fluch mit Jesus kontern – genauer gesagt: Jorge Jesus, dem Erfolgstrainer dieser Tage…

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