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Dez
13

Der kompromisslose Herr Löw – DFB baut eigenes WM-Quartier

Weil Bundestrainer Joachim Löw in Brasilien kein adäquates Quartier gefunden hat, lässt er kurzerhand eines errichten. Seine Botschaft ist klar: Für den WM-Titel geht er keine Kompromisse ein. An diesem Anspruch wird er sich im Juni/Juli 2014 allerdings auch messen lassen müssen.

Wie „Bild“ berichtet, hat der DFB bereits mit dem Bau einer eigenen Anlage namens „Campo Bahia“ nahe der Stadt Porto Seguro im brasilianischen Bundesstaat Bahia begonnen. So erhält Löw perfekte Rahmenbedingungen für die „WM der Strapazen“ (O-Ton des Bundestrainers).

Alle anderen Quartiere, die der DFB sich zuvor angeschaut hatte, waren jeweils mit mindestens einem Makel behaftet: Mal stimmte das Klima nicht, mal war der Flughafen zu weit weg, mal war kein guter Trainingsplatz in der Nähe. Mit Hilfe von Hauptsponsor Mercedes-Benz und eines Baukonzerns nimmt der Verband die Sache nun selbst in die Hand.

Entdecke den Tebartz-van Elst in dir

Etwas Tebartz-van-Elst-haftes lässt sich nicht wegdiskutieren, aber einen Vorteil hat diese Maßnahme: Die Bedingungen werden perfekt sein. Unterkünfte, Trainingsplatz, Pressezentrum und Funktionsanlagen gestaltet der DFB nach eigenen Wünschen. Auch ein Flughafen befindet sich nur wenige Kilometer entfernt (einen solchen eigens zu bauen, wäre durchaus schwierig und noch kostspieliger geworden. #BER).

Vor allem aber passt die Lage: Die Vorrundenspielorte Salvador, Fortaleza und Recife sind allesamt binnen zwei Flugstunden zu erreichen. Das Klima ist ähnlich, aber ein bisschen gemäßigter. Auch alle möglichen Spielstätten ab der K.O.-Runde inklusive des Finalorts Rio de Janeiro sind von „Campo Bahia“ aus günstig gelegen. Aus logistischer Sicht ist der Bau der Anlage also vollauf nachzuvollziehen.

Neue Nahrung für die Kritiker

Ein paar Fragen bleiben aber: Was sagt die FIFA dazu? Bislang galt, dass die Nationalteams nur Hotels als Teamquartier auswählen durften, die der Weltverband zuvor ausgewählt hatte. Nachdem der DFB aber bereits ernst zu machen scheint, wird es hier wohl eine Einigung gegeben haben.

Entscheidender ist, was diese Maßnahme beim „kleinen Mann“ auslöst. Die Brasilianer werden wohl den Eindruck gewinnen, dass den Deutschen ihre Quartiere nicht gut genug sind. Vor allem die mehr als 80 Millionen „Bundestrainer“ in Deutschland werden Löw noch unerbittlicher richten.

Die Mannschaft hat unbestritten große Qualität, viele wichtige Spieler sind auf ihrem Zenit, die Auslosung ist bis ins Halbfinale alles andere als ungünstig, und jetzt wird auch noch viel Geld in die Hand genommen (zu den Kosten gibt es keine Angabe). Kein Wunder, dass nichts anderes als der Titel erwartet wird.

Löw geht All In

Doch Löw wird das kaum stören. Der 53-Jährige tritt seit dem Sommer kompromisslos wie nie auf. Seine umstrittene Aussage vor dem England-Spiel („Dortmund gegen Bayern interessiert mich überhaupt nicht“) hat bereits die Vermutung nahegelegt, dass er bis zum 12. Juli 2014 seinen Weg strikt verfolgen wird. Der Bau von „Campo Bahia“ ist nur der endgültige Beweis dafür.

Kompromisse und Gefangene wird Löw bis dahin nicht mehr machen. Er weiß genau, dass er einzig und allein am WM-Titel gemessen wird. Und er allein wird auch schon wissen, was wir alle nur ahnen können: Den Bundestrainer Joachim Löw wird es ab dem 13. Juli 2014 nicht mehr geben. Die Frage wird nur lauten, ob er als Trainer-Legende in einer Reihe mit Herberger, Schön und Beckenbauer oder als „Versager“ abtritt.

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