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Aug
29

Der Transfer-Countdown läuft – Offene Baustellen in ganz Europa

Am 2. September um Mitternacht schließt in der Bundesliga und vielen weiteren Ligen rund um den Globus das Sommer-Transferfenster. Endlich, möchte man angesichts der monatelangen Spekulationen um Gareth Bale, Luis Suarez und Co. sagen. Doch an einigen Stellen dürfte sich noch etwas tun – und womöglich einen Dominoeffekt erzeugen.

Gareth Bale hat in der abgelaufenen Premier-League-Saison 21 Tore für Tottenham Hotspur erzielt. Der 24-jährige Waliser ist ein pfeilschneller, körperlich präsenter und technisch starker Linksfuß, der jüngst nicht ganz zu Unrecht von seinen Kollegen wie auch von der britischen Journaille zu „Englands Fußballer des Jahres“ gewählt wurde.

Seine starken Vorstellungen haben Bale in den vergangenen Monaten zum Lieblings-(Prestige-)Objekt eitler Vereinspräsidenten gemacht. Wer wollte den zuweilen staksig wirkenden Kicker nicht angeblich alles verpflichten? Der FC Barcelona, Manchester City, Manchester United, Paris St. Germain, der AS Monaco – und natürlich auch Real Madrid, das auf Bales Lieblingsposition am dem linken offensiven Flügel in den letzten drei Jahren dem ehemaligen Weltfußballer Cristiano Ronaldo vertraut hat. Der hat mit 201 Toren in 201 Spielen auch keine wirklich miese Bilanz erzielt.

Im Falle Bales handelt es sich also wieder einmal um einen der üblichen Luxustransfers der Königlichen. Wobei: Der Deal ist auch kurz vor dem Ende der Transferperiode immer noch nicht in trockenen Tüchern. Das Drama dauert mittlerweile länger als sich in manchen Ländern Regierungschefs im Amt halten. 80 Millionen Euro? 100 Millionen Euro? Oder noch etwas mehr? Welche Summe es auch sein wird, der Wechsel wird gewiss noch vollzogen. Und dann stehen heiße Tage oder Stunden in den Schaltzentralen der europäischen Großklubs an.

Wenn der Bale-Stein erst mal fällt

Bale und Ronaldo in einer Mannschaft. Dazu Mesut Özil, Angel di Maria und Isco. Es wird eng in der offensiven Mittelfeldreihe der Königlichen. Dass Özil und/oder di Maria bei Real entgegen aller Beteuerungen zu Verkaufskandidaten werden, scheint ein Jahr vor der WM eine ausgemachte Sache zu sein.

Zuschlagen könnten vor allem Manchester United oder der FC Arsenal, die sich in diesem Sommer auf dem Transfermarkt einen Korb nach dem anderen eingefangen haben. Vor allem die Gunners sind offenbar für keinen Top-Spieler mehr eine adäquate Adresse: Gonzalo Higuain ging lieber nach Neapel, Karim Benzema will nicht weg aus Madrid, Wayne Rooney darf nicht weg aus Manchester. Und Luis Suarez blieb nach kurzem Flirt dann doch in Liverpool. Doch wer weiß was passiert, wenn Real Madrid bei dem Uruguayer noch einmal kurzfristig nochmal anklopft? Mit Benzema, Alvaro Morata und der „Not-Neun“ Ronaldo sind die Königlichen in der Spitze dünn besetzt.

Panik und Aktionismus: Ein Fest für neutrale Beobachter

Auch andere Vereine haben noch Bedarf oder sind zumindest nicht abgeneigt etwas zu tun. So kann sich der FC Chelsea offenbar vorstellen, Juan Mata, Fernando Torres und/oder Demba Ba auszusortieren. Wenn einer oder mehrere Angreifer gehen, würde aber wohl noch mindestens einer kommen. Kommt also doch noch einmal Bewegung rein bei Wayne Rooney? An Torres und Mata soll der FC Barcelona reges Interesse haben – womit es wiederum auch bei den Katalanen voll würde im Kader. Auf einmal wären Spieler wie Cesc Fabregas, Pedro oder Alexis Sanchez Wechselkandidaten.

Die Liste lässt sich beliebig durch fast alle großen Ligen fortsetzen. Nur eines scheint klar: Am 2. September wird es in den Vereinsbüros hoch hergehen. Nicht wenige Bosse werden den Panikknopf drücken und überteuerte bis sinnlose Transfers tätigen. Wohl dem, der sich das Chaos entspannt von außen anschauen kann.

Die Ruhe der Bundesliga

Im Vergleich zur Betriebsamkeit auf internationaler Ebene geht es in der Bundesliga beschaulich zu. Die „Großen“ aus München und Dortmund dürften allenfalls noch ergänzend tätig werden. Spannung verspricht allerdings der Blick auf die fehlgestarteten Klubs. Schalke 04 hat nach geglückter Champions-League-Qualifikation (mit Betonung auf „Glück“) ja bereits mit der Verpflichtung von Dennis Aogo ein Ausrufezeichen – oder doch eher ein Fragezeichen – gesetzt. Immerhin ist der zwölfmalige Nationalspieler weder auf der Linksverteidigerposition noch als Linksaußen als ultimative Verstärkung anzusehen.

Aogo kommt vom HSV, einem Verein mit vielen Baustellen. Besonders das perspektivlose Quartett Slobodan Rajkovic, Gojko Kacar, Michael Mancienne und Robert Tesche, das zusammen geschätzt fünf bis sechs Millionen Euro an Jahresgehalt verschlingt, steht den HSV-Planungen im Wege. Die sehen vor, noch einen Angreifer zu holen, der Tore garantiert. Als Top-Favorit gilt Eren Derdiyok, der sich aktuell in der fast schon legendären Hoffenheimer „Trainingsgruppe II“ um Tim Wiese und Tobias Weis fit hält – die natürlich ebenfalls zu haben sind…

Auch Freiburg, das den Tschechen Vladimir Darida und gegebenenfalls noch einen Angreifer holen will, steht bis 2.9. im Blickpunkt. Gleiches gilt für die schwach gestarteten und von Verletzungspech gebeutelten Augsburger und Braunschweiger. Und was macht der VfB Stuttgart? Darf Neu-Trainer Thomas Schneider noch einmal Korrekturen am Kader vornehmen, den ihm Vorgänger Bruno Labbadia in Absprache mit Manger Fredi Bobic hinterlassen hat?

Auch in der Bundesliga besteht also noch das Potenzial zu einem großen Ringtausch. Doch verglichen mit England und Spanien wird das ein Kaffeekränzchen. Und wetten, am 3. September gehen bereits die nächsten Transferspekulationen los?

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