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Mai
20

DFB-Pokal: Mach et, Schalke!

Vor dem morgigen DFB-Pokal-Finale zwischen Champions League-Halbfinalist Schalke 04 und Zweitligist MSV Duisburg ist die Favoritenrolle klar verteilt. Um ein Christoph Daum‘sches Bonmot abzuwandeln („Hoeneß‘ Küche“), müsste es schon „mit dem Hoeneß zugehen“, damit der Zweitligist aus Duisburg den Pokal holt und in den Europacup einzieht. Doch was würde uns dann blühen? Wie haben andere „Kleine“ in Europa abschnitten?

Allein Schalke 04, das mit der Hypothek von sechs(!) Pflichtspielniederlagen in Serie in das Pokalfinale geht, kann mit einem Final-Sieg gegen den MSV Duisburg noch verhindern, dass Deutschland mit dem „Trio Infernale“ Hannover, Mainz und eben Duisburg in die kommende Europa League-Saison startet. Daher tragen die „Königsblauen“ nicht nur meine Hoffnungen, sondern vermutlich auch die der meisten Fußballfans in Deutschland. Warum das so ist? Nun ja, unterklassige Vereine haben auf der europäischen Bühne selten eine gute Figur abgegeben…

Kickers Offenbach, Europapokal der Pokalsieger 1970/71, Aus in Runde 1
Die Kickers aus Offenbach sorgten für die erste wirkliche Sensation in der Geschichte des DFB-Pokals. Der damalige Regionalligist (Vorläufer der 2. Bundesliga) bezwang im Pokalfinale 1970 in Hannover den 1.FC Köln – damals noch ein echter Spitzenclub (hört, hört) – sensationell mit 2:1 und qualifizierte sich für den Europapokal der Pokalsieger 1970/71. Dort war gegen den belgischen Spitzenclub FC Brügge aber bereits in der 1. Runde Schluss (2:1, 0:2).

Hannover 96, Europapokal der Pokalsieger 1992/93, Aus in Runde 1
Der zweite unterklassige Verein, der einen Erstligisten im Pokalfinale düpierte und sich damit direkt für den Pokalsiegercup qualifizieren konnte, war im Jahr 1992 Hannover 96. Die Niedersachsen rangen im Finale von Berlin Borussia Mönchengladbach mit 4:3 nach Elfmeterschießen nieder. 96-Keeper Jörg Sievers avancierte damals zum Helden. In Pokalsiegercup 1992/93 meinte es das Los dann nicht gut mit dem deutschen Fußball: In der 1. Runde traf der Zweitligist nämlich auf Titelverteidiger Werder Bremen. 96 unterlag knapp mit 1:3 und 2:1.

1.FC Kaiserslautern, Europapokal der Pokalsieger 1996/97, Aus in Runde 1
Eine Woche nach dem tränenreichen Abstieg aus der Fußball-Bundesliga sicherten sich die Pfälzer im 1996er Pokalfinale durch ein 1:0 gegen den Karlsruher SC den „Pott“. In der Europapokal-Saison 1996/97 war für den Zweitligisten unter Trainer Otto Rehhagel dann bereits in der ersten Runde Schluss. Roter Stern Belgrad mit dem 18-jährigen Dejan Stankovic erwies sich als eine Nummer zu groß (1:0, 0:4).

Union Berlin, UEFA-Cup 2001/02, Aus in Runde 2
Weil Pokalsieger Schalke 04 als „Meister der Herzen 2001“ für die Champions League qualifiziert war, rückte Zweitligist Union Berlin trotz der 0:2-Finalpleite gegen die „Königsblauen“ in den UEFA-Cup auf. Dort machten es die „Eisernen“ besser als jeder seiner unterklassigen Vorgänger: Union bezwang in der ersten Runde den finnischen Verein Haka Valkeakoski mit 1:1 und 3:0. In Runde zwei waren dann jedoch die Bulgaren von Litex Lovetsch zu stark (0:0, 0:2).

Alemannia Aachen, UEFA-Cup 2004/05, Aus im Sechzehntelfinale
Zweitligist Alemannia Aachen qualifizierte sich trotz eines 2:3 im 2004er Pokalfinale für den UEFA-Cup, weil der siegreiche Gegner Werder Bremen als Deutscher Meister für die Champions League startberechtigt war. Die Aachener gaben in der Europacup-Saison 2004/05 eine hervorragende Visitenkarte ab und waren nur einen Hauch vom Achtelfinaleinzug entfernt. Doch der Reihe nach: In Runde 1 nahm die Truppe um Eric Meijer die Hürde FH Hafnarfjördur (Island) souverän mit 5:1 und 0:0. Auch in der erstmals ausgetragenen Gruppenphase war noch nicht Schluss. Die Alemannia, die ihre Heim-Spiele in Köln austragen musste, weil der heimische Tivoli nicht europacuptauglich war, ließ in ihrer Fünfergruppe Zenit St. Petersburg und AEK Athen hinter sich und zog als Dritter hinter dem FC Sevilla und OSC Lille ins Sechzehntelfinale ein. Dort hatte man gegen AZ Alkmaar nach einem 0:0 „zu Hause“ im Rückspiel das Achtelfinale vor Augen. Doch kurz vor Schluss trafen die Niederländer zum 2:1 und besiegelten das Aus der Aachener.

Seitdem hat kein deutscher Zweitligist mehr die Bühne Europa betreten. Und wenn es nach mir geht, kann das im Sinne der Fünfjahreswertung noch eine Weile so bleiben – auch wenn keiner garantieren kann, dass Schalke in der kommenden Europa League-Saison nicht auch frühzeitig die Segel streicht.

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  1. Champions League: Der Pokal sagt:

    […] – Rückblick auf Champions League, Meisterschaft, Pokal – Forever Number … In Blogs gefunden: DFBPokal: Mach et Schalke Aktives AbseitsVor dem morgigen DFBPokalFinale zwischen Champions LeagueHalbfinalist Schalke 04 und Zweitligist MSV […]

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