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Mrz
01

DFB-Pokal: Warum man Schalke alles Gute wünschen sollte

Ich bin kein großer Fan von Schalke 04 (und noch viel weniger von Felix Magath). Doch wenn S04 morgen Abend im Halbfinale des DFB-Pokal auf den FC Bayern trifft, werde ich den Königsblauen die Daumen drücken. Alles im Interesse eines guten deutschen Abschneidens in der nächsten Europacup-Saison.

Wenn der eigene Verein aus dem Pokal ausgeschieden ist, kann man sich eigentlich zurücklehnen und die ganze Veranstaltung mit mäßigem Interesse zu Ende verfolgen. Am Ende gewinnt normalerweise eh der FC Bayern. So wird es vermutlich auch in diesem Jahr wieder kommen. Immerhin spielen die Bayern morgen Abend in der heimischen Allianz Arena gegen Schalke 04 eine Art vorgezogenes Finale. Und zu Hause haben die Bayern im Pokal seit 20 Jahren nicht mehr verloren. Eine vermeintlich sichere Nummer also.

Sollen die Bayern die Champions League verpassen?

Doch wenn sich die Bayern in diesem Spiel durchsetzen, wird in der kommenden Saison mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit entweder Energie Cottbus oder der MSV Duisburg die deutschen Farben in der Europa League vertreten – und zwar auch dann, wenn sie das Finale gegen die Bayern verlieren sollten.

Der Grund: Belegt der DFB-Pokalsieger in der Bundesliga einen Champions League-Platz bzw. den Champions League-Qualifikationsplatz, ist der unterlegene Pokalfinalist trotzdem für die Europa League qualifiziert. Sollte der FC Bayern also doch noch den Arsch hochkriegen und am Saisonende zumindest Dritter werden, könnte man in Duisburg oder Cottbus schon einmal für Europa planen.

Im Interesse eines guten deutschen Abschneidens in der kommenden Europacup-Saison wäre das nicht gerade ideal – selbst wenn Cottbus und Duisburg sicherlich nicht schlechter sind als der eine oder andere osteuropäische Europa League-Starter. Auch wenn Energie bzw. der MSV noch den Aufstieg in die erste Liga schaffen sollte, hätte Deutschland – nichts für ungut – nicht gerade einen Erfolgsgaranten mit dabei.

Und da ein gutes Abschneiden des FC Bayern in der Champions League enorm wichtig für das deutsche Renommee in Europa ist, kann man den Bayern nicht wünschen, dass sie die CL-Quali verpassen. Gewännen sie nämlich als Bundesliga-Vierter oder -Fünfter den Pokal, würde sich der Sechste der Fußball-Bundesliga für die Europa League qualifizieren. Immer noch besser als Cottbus oder Duisburg. Doch das ist nur eine Variante für absolute Bayern-Hasser. Immerhin ist der FC Bayern der einzige deutsche Verein, der in der Königsklasse fast immer seine Leistung gebracht hat.

Schalke 04 auf „nationaler Mission“

Wenn man verhindern möchte, dass ein Bundesliga-Aufsteiger (im besten Falle) bzw. ein Zweitligist Europa „stürmt“ und man zugleich den FC Bayern in der Champions League sehen möchte, muss man sich daher schon den FC Schalke als Pokalsieger wünschen. Der Vizemeister aus Gelsenkirchen arbeitet nämlich gerade hartnäckig daran, die Europapokal-Qualifikation über die Bundesliga zu verpassen. 10 Punkte Rückstand auf Platz fünf sind kaum mehr aufzuholen. Somit muss ein Sieg im Pokal oder in der Champions League her, um auch in der kommenden Saison international zu spielen.

Und obwohl Pep Guardiola und Sir Alex Ferguson vermutlich schon schlaflose Nächte beim Gedanken an Lukas Schmitz, Hans Sarpei oder Peer Kluge haben, ist der DFB-Pokalsieg für S04 vermutlich doch leichter zu bewerkstelligen – Siege bei Bayern München und im Finale gegen einen der Kleinen vorausgesetzt. Also: Morgen wird einer der wenigen Nicht-Europacup-Spieltage sein, an denen ich Schalke die Daumen drücke. Wer drückt mit? Man muss es ja keinem weitersagen…

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