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Sep
30

DFB-Pokalauslosung: Das alte Ärgernis

Das Los schickt im DFB-Pokal-Achtelfinale drei Zweitligisten auf die Reise zu einem Erstligaverein. Zufall? Natürlich. Doch dieses „Mismatch“, das die Großen bevorteilt, wäre überhaupt kein Thema, wenn der Deutsche Fußball-Bund den Modus endlich überarbeiten und künftig nicht nur Amateurvereinen, sondern auch Zweitligisten beim Duell mit einem höherklassigen Klub Heimrecht einräumen würde.

Sandhausen gegen Frankfurt: In dieser Konstellation wäre es eine Begegnung mit Stolperstein-Gefahr für den Europa-League-Starter aus Hessen. Andersherum, in der Realität nämlich, ist es aber fast ein Selbstläufer für die Elf von Armin Veh.

Ingolstadt gegen Wolfsburg: Ein Spiel, das genau genommen so stark prickelt wie eine vor fünf Tagen geöffnete Flasche Sekt – zumindest aber wäre es eine Konstellation, in der der Audi-Klub dem klassenhöheren VW-Verein zumindest ein wenig die Seite beschädigen könnte. Das Los aber hat das Spiel nach Wolfsburg verlegt. Klarer Vorteil für den Erstligisten.

Köln gegen Hamburg. Die Begegnung hat immer noch den Klang eines großen Erstligaduells, auch wenn die Kölner erst noch etwas dafür tun müssen, um im nächsten Jahr wieder in der Beletage zu spielen, während die HSV-Spieler zuletzt alles dafür getan haben, in der Saison 2014/15 montags von 20:15 Uhr bis 22:05 Uhr berufliche Termine zu haben. Diese Begegnung ist auch in der tatsächlichen Konstellation mit einem Heimspiel für den HSV Stand heute fast offen.

Heimspiel auch ein geldwerter Vorteil

Dennoch: Der Deutsche Fußball-Bund als Veranstalter des Pokalwettbewerbs sollte endlich einmal ein bisschen Beweglichkeit beim Modus zeigen und auch Zweitligisten im Duell mit Erstligavereinen per se Heimreicht einräumen. Man kann aus der Vergangenheit unendlich viele Beispiele herausfischen, in denen diese Regelung die Attraktivität für alle Beteiligten erhöht hätte. Hier nur eines: 2011/12, zweite Runde, Bayern München – FC Ingolstadt in der Allianz-Arena, Endstand 6:0.

Hinzu kommt, dass die Heimmannschaft – wenn auch nur unwesentlich – mehr Geld einstreicht als der Gast: Zwar werden die Zuschauereinnahmen geteilt, doch aus dem TV-Pool erhalten die Gastgeber des Pokal-Achtelfinals aus der Zentralvermarktung des DFB 521.083 Euro, während der Gastverein mit 473.722 Euro vorlieb nehmen muss. Auch bei der Begegnung, die von der ARD als Free-TV-Spiel auswählt wird (HSV – Köln?) kassiert der Hausherr mehr, nämlich 777.000 anstatt 643.000 Euro. So wird hat der Heimvorteil gleich mehrfache Bedeutung.

Und so muss sich auch niemand beklagen, wenn es heißt, dass die Schere im Fußball immer weiter auseinandergeht. Dass die Champions-League-Starter ihre Einnahmen mit dem Rest der Liga teilen sollten, wie es Eintracht Frankfurts Geschäftsführer Heribert Bruchhagen vor Wochen abstruserweise gefordert hat, kann kein ernsthafter Ansatz sein. Aber zumindest bei der Behandlung der unterklassigeren Vereine im DFB-Pokal sollte das Motto gelten: Klein geht vor.

Alle Paarungen des Achtelfinals im DFB Pokal (3./4. Dezember 2013) im Überblick:

Eintracht Frankfurt – SV Sandhausen
Union Berlin – 1. FC Kaiserslautern
FC Schalke 04 – 1899 Hoffenheim
1. FC Saarbrücken – Borussia Dortmund
Hamburger SV – 1. FC Köln
SC Freiburg – Bayer Leverkusen
FC Augsburg – Bayern München
VfL Wolfsburg – FC Ingolstadt

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