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Dez
30

Die Aktives-Abseits Vorschau: So wird das Fußballjahr 2014

2014 wird ein Jahr, das man gewiss mit dem Pep-Guardiola-Siegel in Gold als „super, super Fußballjahr“ bezeichnen kann. Weltmeisterschaft, Champions League und Bundesliga verheißen jede Menge Spannung und Emotionen. Aktives Abseits hat wie in jedem Jahr das Orakel bemüht. Hier sind die 1000-prozentig präzisen Vorhersagen für das erste Fußball-Halbjahr 2014.

Januar 2014

Wie von der Öffentlichkeit seit Monaten erwartet, gibt Borussia Dortmunds Torjäger Robert Lewandowski seinen Wechsel zur neuen Saison zum FC Bayern München bekannt. Beim BVB ist man auf den vierten Abgang eines Superstars binnen vier Jahren bestens vorbereitet. Trainer Jürgen Klopp gibt noch am gleichen Tag den Namen des Lewandowski-Nachfolgers preis: „Wir werden das Loch intern füllen. Kevin Großkreutz hat gezeigt, dass er jede Position bekleiden kann. Dank seiner Fußballintelligenz sind wir überzeugt, dass er auch als Angreifer funktionieren wird.“

Rückrundenauftakt in der Bundesliga: Der FC Bayern gewinnt seine Auftaktpartie bei Borussia Mönchengladbach mit 2:0, muss aber aufgrund eines Muskelfaserrisses drei Wochen lang auf Philipp Lahm verzichten. Die Medien spekulieren, wen Trainer Pep Guardiola im Nachholspiel beim VfB Stuttgart auf der Sechserposition aufbieten wird: Martinez? Thiago? Schweinsteiger? Nein, die Wahl des Spaniers fällt auf Torhüter Manuel Neuer! Guardiola erklärt: „Manuel hat ein super, super Auge und verhindert Gefahren, bevor sie entstehen.“ Diese Personalie zieht Konsequenzen nach sich: Rafinha rückt ins Bayern-Tor, David Alaba wechselt auf die Rechtsverteidigerposition und wird hinten links durch Thomas Müller ersetzt. Bayern schlägt den VfB mit 3:0.

Februar 2014

Chaos beim Hamburger SV: Nach drei Niederlagen zum Rückrundenstart und dem Abrutschen auf den Relegationsplatz wird Trainer Bert van Marwijk entlassen. Thomas Schaaf wird lange als Nachfolger gehandelt, allerdings erteilt der 52-Jährige den Hanseaten kurz vor der Vertragsunterzeichnung eine Absage. Kreuzer wagt daraufhin die Verpflichtung seines früheren Bayern-Mitspielers Lothar Matthäus als Chef-Trainer: „Der Lothar verkörpert genau das, was wir hier beim HSV suchen. Er ist ein Siegertyp und noch dazu ein echter Weltmann.“ Matthäus startet mit dem Vereinsrekord von neun Siegen in Folge und führt den HSV am Ende der Saison souverän in die Europa League.

Schlechte Nachrichten aus Brasilien: Im deutschen WM-Quartier „Campo Bahia“ kommt es zu erheblichen Verzögerungen beim Bau. Grund: Ein Blitz-Erlass der FIFA, wonach sämtliche Gebäude der Anlage in Form der Buchstaben F, I, F und A angeordnet werden müssen. Auf Protest des DFB zeigt sich der Weltverband allerdings kulant: „Wir sind keine Unmenschen. Wenn aus der Luft ‚Coca Cola‘, ‚Hyundai‘ oder ‚Emirates‘ zu lesen ist, geht das auch in Ordnung“, so Verbandspräsident Sepp Blatter.

März 2014

Die deutsche Armada marschiert geschlossen ins Viertelfinale der Champions League. Bayern München nimmt die Hürde FC Arsenal mit 2:0 und 2:0. Auch Borussia Dortmund eliminiert den russischen Vertreter Zenit St. Petersburg mit 2:1 und 2:0.

Für Sensationen sorgen Schalke 04 und Bayer Leverkusen: Die Königsblauen zerstören Real Madrids Traum von der „Decima“, weil sie dem 1:1 aus dem Hinspiel ein 2:1 im Estadio Santiago Bernabeu folgen lassen. Das Spiel hinterlässt besonders bei Real-Präsident Florentino Perez nachhaltigen Eindruck. Der Bauunternehmer erklärt gegenüber „Marca“: „Jens Keller es un gran entrenador, un ‚Special One‘.“ Wenige Tage darauf unterschreibt Keller einen Vertrag bei den Königlichen zur neuen Saison. Eigentlich galt Thomas Schaaf als heißer Anwärter, doch der 52-Jährige sagte Real kurzfristig ab. Schalke ist danach wie paralysiert und gewinnt bis zum Saisonende kein Spiel mehr. Sportvorstand Horst Heldt bestürzt: „Jens Keller stand im Zentrum unserer Planungen für die nächsten Jahre. Mit ihm hat Real uns das Herz herausgerissen.“

Bayer Leverkusen steht dem FC Schalke in Nichts nach. Die Hyypiä-Elf spielt der hochgewetteten Star-Truppe von Paris St. Germain Knoten in die Beine. Bereits nach dem 2:0 aus dem Hinspiel feiert die Weltpresse die Werkself als „eine Inspiration für den gesamten Fußball“. Nach dem 3:1-Sieg von Bayer 04 im Parc des Princes verneigt sich sogar PSG-Superstar Zlatan Ibrahimovic: „Diese Mannschaft hat Zlatan geschlagen. Nicht auszudenken, wie gut sie wären, wenn sie Zlatan hätten.“ Einzig Bayer-Sportdirektor Rudi Völler ist unzufrieden. Aufgrund des Schalker Triumphs über Real Madrid nimmt die Öffentlichkeit kaum Notiz vom Erfolg des TSV. Per Sonderantrag erreicht der frühere Bundestrainer, dass das Ausmaß der Berichterstattung im Fußball künftig über einen Schlüssel nach den Tabellenplatzierungen der letzten zehn Jahre festgelegt wird. Aus Protest bleibt die Seite 04 in allen deutschen Sport- und Boulevardzeitungen künftig leer.

Wenig erfolgreich verläuft der März auf Länderspielebene: Die deutsche Nationalmannschaft verliert ihr letztes Testspiel vor der WM-Nominierung gegen Chile mit 1:4. Nicht allein die wacklige Hintermannschaft beschert Bundestrainer Joachim Löw eine unschöne Zeit. Auch die Boulevardmedien formieren sich gegen den Coach, machen sich für HSV-Erfolgstrainer Lothar Matthäus stark. Der analysiert die Testspielpleite poetisch: „Bei Chile hat Vidal Vidalidät ins Spiel gebracht. Dem kann man nur mit breiter Brust trotzen – und eine breite Brust hat nur, wer auch ein Großkreutz hat.“ Löw nimmt den Rat des Rekordnationalspielers dankbar an und erteilt dem Dortmunder Kevin Großkreutz eine WM-Garantie: „Da Kevin Großkreutz is scho au a Spieler, der sagemermal aufgrund seiner Polyvalenz enorm wichtig sein kann in einem Turnier.“ Löws Bekenntnis kommt einer Katharsis gleich: Der Boulevard feiert den Bundestrainer, der nun wieder felsenfest im Sattel sitzt. Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp zeigt sich erfreut über die Maßnahme des Bundestrainers: „Jogi Löw hat ja doch Ahnung von Fußball!“

April 2014

Spektakel im Weserstadion: 7:7 endet das Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und 1899 Hoffenheim – für die beiden im Abstiegskampf befindlichen Teams zu wenig. Die Grün-Weißen kassierten in dieser Begegnung des 31. Spieltags bereits ihre Saison-Gegentore 81 bis 87 und schweben als Tabellenfünfzehnter in akuter Abstiegsgefahr. Trainer Robin Dutt bleibt dennoch berufsoptimistisch: „Unser Saisonziel, die Defensive zu stärken, ist zwar nicht ganz aufgegangen, doch Tasmania Berlins Minusrekord werden wird nicht mehr angreifen.“ An der Marke von 108 Gegentoren aus der Saison 1965/66 arbeitet dagegen die TSG Hoffenheim hartnäckig. Das siebte Werder-Tor an diesem Tag war bereits Gegentreffer 99 für die Elf von Markus Gidsol. Die Maßnahme des entnervten Trainers, nach Koen Casteels, Jens Grahl und den beiden A-Jugend-Keepern gänzlich ohne Torhüter zu spielen („Lieber keiner als Tim Wiese„) erwies sich als Fehlschlag. Gisdols Erklärung nach dem Spiel: „Ich wollte die Mannschaft wachrütteln. Wenn sie wissen, dass hinten keiner drin steht, verteidigen sie vielleicht einmal konzentrierter. Den Schuh muss ich mir anziehen. Nächste Woche wird unser Zeugwart im Tor stehen.“

Trauer in Nürnberg und Braunschweig: Der 1. FC Nürnberg und die Eintracht sind nach 32 Spieltagen rechnerisch abgestiegen. Im Frankenland wird der achte Abstieg (alleiniger Bundesliga-Rekord) von einer weiteren „Bestmarke“ überstrahlt: Nicht einen einzigen Sieg bei 22 Unentschieden nach 32 Spieltagen hat noch niemand geschafft. Die Club-Führung gibt trotzig die Marschroute für die letzten beiden Spiele aus: Gewinnen verboten! Sportdirektor Martin Bader: „Abgestiegen sind wir ohnehin. Wir haben nun die einmalige Chance, Geschichte zu schreiben.“

Mai 2014

Der FC Bayern München beendet als erster Verein in 51 Jahren Bundesliga eine Saison ohne jede Niederlage. Mit 96 Punkten (31 Siege und drei Unentschieden) pulverisieren die Bayern zudem ihren Punkterekord aus der Vorsaison, in der „nur“ 91 Punkte geholt wurden. Die Euphorie bei den Roten hält sich dennoch in Grenzen. Sportvorstand Matthias Sammer nach dem abschließenden 4:0 gegen den VfB Stuttgart: „Ich will hier niemanden feiern sehen. Wir haben noch zwei Finals vor der Brust. Verlieren wir die, war es nur eine durchschnittliche Saison für den FC Bayern. Dann müssten wir uns alle hinterfragen.“

Der Mai bleibt der Monat des FC Bayern. Dem 4:0-Sieg im Finale des DFB-Pokals über Borussia Dortmund geht allerdings ein Eklat voraus: Durch eine „undichte“ Stelle wird am Morgen des Spieltags bekannt, dass der FCB sich zur neuen Saison per Ausstiegsklausel die Dienste von BVB-Spieler Marco Reus gesichert hat. Die Dortmunder Coaching-Zone wird kurzfristig mit einem Käfig versehen.

Das Sahnehäubchen erlebt der FC Bayern am 24. Mai in Lissabon. Als erste Mannschaft in der Geschichte der Champions League gelingt der Guardiola-Elf die Titelverteidigung. Während des gesamten Spiels, in dem Bayer Leverkusen mit 5:0 geschlagen wird, steht Bayern-Coach Pep Guardiola rufend, wild gestikulierend und kopfschüttelnd an der Seitenlinie. Des Trainers Unzufriedenheit entlädt sich nach der Siegerehrung. Auf der Pressekonferenz verkündet der Katalane sichtlich niedergeschlagen: „Die Mannschaft hat meine Idee von Fußball immer noch nicht zu 100 Prozent verstanden. Ich muss mich hinterfragen, ob ich der richtige Trainer für Bayern München bin.“

Juni 2014

WM in Brasilien! Die Fans am Zuckerhut erleben einen Event der Superlative. Das „Turnier der Strapazen“, von dem Bundestrainer Joachim Löw vorab gesprochen hat, erweist sich tatsächlich als solches. Unter dem Erwartungsdruck der heimischen Fans qualifiziert sich Gastgeber Brasilien nur dank der besseren Tordifferenz gegenüber Kamerun als Gruppenzweiter für die K.O.-Runde, scheitert dort aber wie schon 2010 an den Niederlanden. Überraschend zieht Weltmeister Spanien in seiner Gruppe mit Chile und Holland den Kürzeren. In der zweiten „Todesgruppe“ hat Vize-Europameister Italien gegen Uruguay und England das Nachsehen. Bei der Squadra Azzurra und der Roja wird das hohe Alter der Schlüsselspieler zum entscheidenden Faktor.

Am heftigsten trifft es aber Deutschland: Weil das WM-Quartier, das zwischenzeitlich in „Campo Sepp Blatter“ umbenannt wurde, nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnte, müssen die Spieler in Edellimousinen von Hauptsponsor Mercedes-Benz hausen – der Stern der Karossen wird dabei jeweils mit dem Logo des offiziellen FIFA-Partners Hyundai überklebt. Das ist aber keine Basis für den Erfolg: Die Löw-Elf verabschiedet sich mit drei Niederlagen bereits nach der Vorrunde.

Den Titel holt sich England! Die Three Lions um den von der brasilianischen Sonne krebsrot gebrannten WM-Torschützenkönig Wayne Rooney setzen sich im Finale mit 5:4 nach Elfmeterschießen gegen die Roten Teufel aus Belgien durch. Neben dem Stürmerstar feiert die Weltpresse vor allem Trainerfuchs Roy Hodgson („ROY and ROO rule the World“, „England siegt mit der ROYberleiter-Taktik“, „Le Roy du Monde“). Hodgson tritt nach dem Turnier die Nachfolge des zurückgetretenen Pep Guardiola bei Bayern München an. Eigentlich galt der Wechsel von Thomas Schaaf zum FCB bereits als fix, doch der 52-Jährige sagte den Münchnern kurzfristig ab.

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