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Mai
03

Die Bundesliga-Spitzengruppe spielt zweitbeste Saison aller Zeiten

Der neutrale Fußballfan wird sich beim Betrachten der Bundesliga-Spielzeit 2018/19 freuen. Lange gab es in der scheinbar endlosen Münchner Herrschaft an der Tabellenspitze keine Aufregung mehr, ehe sich Borussia Dortmund in diesem Jahr anschickte, die Lücke zu verkleinern.

Doch neben den beiden Top-Teams zeigte sich auch der Rest der Top 6 deutlich verbessert und sorgte statistisch gesehen für die zweitbeste Saison aller Zeiten zugunsten der Spitzengruppe. Was es damit auf sich hat und wer den Titel holt, gibt es hier.

Nur 2013/14 waren die Topteams noch stärker als aktuell


Mit Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig, Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen besitzt die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga soviel Potenzial wie lange nicht mehr. Verteidigte sich letztes Jahr noch der FC Schalke 04 mit wenig attraktivem Fußball zur Vizemeisterschaft, so ist es in dieser Spielzeit die Offensive, die den Ton an der Spitze angibt. Diese Entwicklung drückt sich zugleich in Punkten aus. Holten die Top-6 der Bundesliga 2017/18 noch durchschnittlich 1,789 Punkte pro Spiel, sind es aktuell nach 31 Spieltagen im Schnitt 1,935. Es handelt sich zugleich um den zweitstärksten Punkteschnitt aller Zeiten unter den besten sechs Mannschaften der jeweiligen Ligatabelle. Nur in der Saison 2013/14 holten die besten Sechs mit 1,966 noch mehr Punkte pro Spiel. Damit liegt 2018/19 recht deutlich über dem statistisch erwartbaren Durchschnitt.

Die Spannung im Meisterschaftskampf wird ebenso deutlich, wenn man auf die Tabellenspitze blickt. Lediglich zwei Punkte trennen den Ersten und Zweiten drei Spieltage vor Ende. In den aktuellen Quoten ist der FC Bayern favorisiert und erreicht im Vergleich zwischen den verschiedenen Wettanbietern maximal 1,12 (Stand 3. Mai). Selbst RB Leipzig hätte zumindest theoretisch ebenfalls noch die Chance darauf, die Meisterschaft zu gewinnen. Neben der Punktanzahl stieg dank des attraktiveren Offensivfußballs ebenfalls der Tordurschnitt pro Spiel an. Fielen im letzten Jahr noch 2,79 Tore pro Partie, so sind es derzeit 3,13. Erstmals seit fünf Jahren – also ebenfalls der Saison 2013/14 – wird damit die erwartbare Marke übertroffen. Die Marke von 1987/88 (3,14) war, als abgesehen von 13/14, die letzte, in der über 3,1 Tore pro Spiel fielen. Diese ist noch immer erreichbar, wenn die letzten drei Wochen besonders torreich werden.

Wer holt sich die Meisterschaft 2019?


Nach sechsmal Bayern München wünschen sich Zuschauer Abwechslung. Dass es nicht immer nach ihren Wünschen geht, haben wir in den letzten Jahren nicht nur in der Bundesliga erfahren. Es sei zum Beispiel nur auf die Erfolgsserie von Real Madrid in der Champions League verwiesen. Dennoch scheint in diesem Jahr mehr möglich zu sein, wie das aufregende Ajax Amsterdam in der Königsklasse unter Beweis stellt. Mit abgeklärtem Stil und viel Selbstvertrauen marschieren die Niederländer von Runde zu Runde und eliminieren dabei Größen der Branche wie Real Madrid und Juventus Turin. Warum also sollte nicht auch Borussia Dortmund ein ernstes Wort im Schlussspurt um die Meisterschaft mitreden können? In der Theorie ist dies sicherlich möglich, obwohl man sich zuletzt selbst in eine schlechte Ausgangslage gebracht hat. Die schwachen Rückrundenspiele gegen Nürnberg und Augsburg waren der Anfang, die 5:0-Klatsche beim FC Bayern der Höhepunkt, um die Spitzenposition zu verlieren.

Dazu kam nun zuletzt auch noch das blamable 2:4 im Derby gegen den strauchelnden FC Schalke 04, bei welchem dem Kapitän Marco Reus und Marius Wolf die Nerven durchbrannten. Beide wurden mit glatter roter Karte vom Platz gestellt und verpassen die folgenden Spiele. Entsprechend sinken die Karten im Kampf um den Titel. Wieder einmal befinden sich die Münchner in der Pole Position und werden alles daran setzen, Mitte Mai auf dem Marienplatz zu feiern. Dass es so sein wird, dessen ist sich Trainer Niko Kovac sicher. Doch wann es soweit ist, hängt nicht zuletzt von den eigenen Ergebnissen gegen Hannover 96, RB Leipzig sowie seinen Ex-Klub Eintracht Frankfurt ab.

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