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Sep
14

Die EM-Qualifikation der Überraschungen

Die Qualifikation zur EM 2016 in Frankreich hat schon die eine oder andere Überraschung bereit gehalten. Für die Favoriten war es ein hartes Stück Arbeit, die Niederlande etwa stehen gar vor dem Aus. Mit Island hat sich ein Land qualifiziert, das man nicht auf der Rechnung hatte. Auch Wales oder die Slowakei stehen vor der Qualifikation. Im Oktober geht es in die Schlussrunde, wenn die Mannschaften ihre letzten beiden Spiele absolvieren. In manchen Duellen geht es um alles, in anderen ist die Luft schon raus.

Bei der EM in Frankreich im kommenden Sommer werden erstmals 24 statt bisher 16 Teams an den Start gehen. Deshalb reichen die ersten beiden Plätze in jeder der neun Gruppen direkt zur Teilnahme, auch der beste Dritte aller Gruppen ist qualifiziert. Damit stehen mit Gastgeber Frankreich bis Mitte Oktober bereits 20 Teams fest. Die vier Rest-Startplätze werden in Play-Off-Duellen unter den verbliebenen acht Gruppendritten ausgespielt.

Bildquelle: disappointed supporters © Gabees / Fotolia.com

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Gruppe A: Island überrascht alle, Niederlande sind so gut wie raus

Es ist wohl die dickste Überraschung der bisherigen EM-Qualifikation: Die Isländer unter ihrem schwedischen Trainer Lars Lagerbäck sind zwei Spieltage vor dem Ende der Gruppenphase schon sicher bei der Europameisterschaft dabei. Nach sechs Siegen aus den ersten sieben Spielen bei gerade einmal drei Gegentoren reichte den Isländern ein zähes 0:0 gegen Kasachstan, um die Teilnahme unter Dach und Fach zu bringen. Die Fußballer aus dem Inselstaat hatten sich bisher 23-mal auf eine WM- oder EM-Endrunde beworben und waren immer gescheitert. Im 24. Versuch klappte es nun – und das in einer Gruppe mit der Türkei, Tschechien und den Niederlanden.

Punktgleich auf Rang zwei liegen die Tschechen, die die Flüge nach Frankreich ebenfalls schon buchen können. Um Platz drei geht es noch für die Türkei, die sich durch ein 3:0 gegen die Niederlande an der „Elftal“ vorbeigeschoben hat und mit zwei Siegen in Tschechien und gegen Island die Teilnahme an den Play-Offs klarmachen kann. Sollten die Türken nicht mehr patzen, würde zum ersten Mal seit 1984 eine Europameisterschaft ohne die Niederländer stattfinden.

Fast immer vorn dabei: Die Niederlande bei der EM

Quelle: www.sportwettentest.net/wettanbieter

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Gruppe B: Wales marschiert, Belgien gibt sich Blöße

Auch in der Gruppe B gibt es ein Überraschungsteam: Wales, ein Team der Namenlosen rund um die beiden Ausnahmespieler Gareth Bale von Real Madrid und Aaron Ramsey von Arsenal hat sich an der Spitze der Gruppe festgesetzt und benötigt in Bosnien und zuhause gegen Zypern nur noch ein Pünktchen, um sich erstmals für eine Europameisterschaft zu qualifizieren. Die von Marc Wilmots trainierten Belgier sind durch die doch etwas leichter einzuschätzende Gruppe nicht so pannenfrei wie erwartet marschiert. Dennoch fehlt den Roten Teufeln um 75 Millionen-Mann Kevin De Bruyne jetzt nur noch ein Sieg, um die direkte Qualifikation klarzumachen. Im Kampf um Platz drei kann Bosnien-Herzegowina noch an Israel vorbeiziehen.

Bildquelle: Fan holding the flag of Wales on white background © filipefrazao / Fotolia.com

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Gruppe C: Spanien letztlich souverän, Slowakei darf nicht mehr patzen

Nach der enttäuschenden WM in Brasilien hatte auch die EM-Qualifikation nicht gut für Titelverteidiger Spanien begonnen. Gleich am zweiten Spieltag verlor man in der Slowakei mit 1:2 und lief den Slowaken, die auch alle anderen Spiele gewannen, lange hinterher. Im Rückspiel schlug die Furia Roja allerdings zurück und ist nach dem 0:0 der Slowaken gegen Verfolger Ukraine alleiniger Tabellenführer. Spanien braucht noch zwei Punkte für das Ticket nach Frankreich, den Slowaken reicht ein Sieg aus den letzten beiden Spielen. Die Ukraine ist schon sicher Dritter, linst aber noch auf Platz zwei.

Gruppe D: Der Weltmeister stolpert, aber fällt nicht

Eine kleine Ergebniskrise hatte dazu geführt, dass die deutsche Nationalmannschaft vorübergehend nur auf Platz drei der Gruppe D lag. Nachdem der ärgste Widersacher Polen aber mit 3:0 besiegt wurde und man auch beim 3:2 in Schottland keine Punkte liegen ließ, ist die DFB-Elf wieder auf Kurs. In den abschließenden Spielen gegen Irland und Gibraltar reicht Löws Truppe ein Punkt zur Teilnahme in Frankreich. Die zweitplatzierten Polen brauchen noch einen Sieg fürs EM-Ticket, Irland und Schottland werden sich möglicherweise bis zum Schluss um Rang drei duellieren.

Bildquelle: Ballon de football vectoriel 2 © He2 / Fotolia.com

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Gruppe E: Englands Kampfansage, Rooneys Rekord

Mit den Engländern ist wieder zu rechnen – die Qualifikation der Briten war bisher jedenfalls eine Kampfansage. Als erste Mannschaft buchten die Three Lions die EM-Teilnahme, acht Siege in acht Spielen machen das Team um Wayne Rooney zum souveränsten aller Qualifikanten. Kapitän Rooney knackte zuletzt gar den uralten Tor-Rekord von Sir Bobby Charlton und darf sich nun Rekordtorschütze Englands nennen. Hinter den Briten hat sich die Schweiz auf Rang zwei eingeordnet. Im direkten Duell um Platz drei hat sich Slowenien durch einen 1:0-Heimsieg an den bis dahin überraschend starken Esten vorbei geschoben. Neben Estland hat auch Litauen noch theoretische Chancen, beim 2:1 gegen San Marino bekleckerten sich die Nordeuropäer zuletzt aber nicht gerade mit Ruhm.

Gruppe F: Nordirland fehlt noch ein Schritt, Griechenland enttäuscht

Die Krise ihres Staates lässt offenbar auch die griechischen Fußballer nicht kalt. In der EM-Quali-Gruppe F liegen sie abgeschlagen und noch immer sieglos auf dem letzten Tabellenplatz. Überraschen konnten bisher hingegen die Nordiren, die Tabellenführer sind und nur noch einen Sieg brauchen, um sich für Frankreich zu qualifizieren. Einen Punkt dahinter hat sich Rumänien positioniert, die Ungarn wollen vor Verfolger Finnland wenigstens Platz drei sichern.

Bildquelle: Niederlage Griechenland © W. Heiber Fotostudio / Fotolia.com

Bildquelle: Niederlage Griechenland © W. Heiber Fotostudio / Fotolia.com

Gruppe G: Österreich beeindruckt und qualifiziert sich erstmals

Österreichs Fußballer haben nach mehrmaligem peinlichen Scheitern zum ersten Mal die EM-Qualifikation auf sportlichem Wege geschafft, und das unerwartet souverän. Die Fußballer aus der Alpenrepublik verloren kein einziges Spiel und nahmen zuletzt die ambitionierten Schweden auswärts mit 4:1 auseinander. Russland, Schweden und Montenegro kämpfen noch um die Plätze zwei bis vier.

Gruppe H: Italien vorn, Kroaten und Norweger in Lauerstellung

In der Gruppe H gab es keine großen Überraschungen – Italien, EM-Finalist von 2012, ist noch ungeschlagen, spielte aber auch schon dreimal unentschieden. Vor den letzten beiden Spielen haben die Südeuropäer drei Punkte Vorsprung auf die drittplatzierten Kroaten und zwei auf Norwegen. Für die drei Teams geht es nur noch um die Reihenfolge auf den Plätzen eins bis drei, Bulgarien, Aserbaidschan und Malta stellen keine Ansprüche mehr auf ein EM-Ticket.

Bildquelle: Group of Italian Supporters © william87 / Fotolia.com

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Gruppe I: Frankreich außer Konkurrenz, Portugal fast durch

Frankreich ist als Gastgeber selbstverständlich automatisch für die Europameisterschaft qualifiziert. Um im Rhythmus zu bleiben, spielten die Franzosen in der Gruppe I – außer Konkurrenz – dennoch mit, und bewiesen, dass man sie bei der Heim-EM definitiv zu den Titelkandidaten zählen muss. Die Gruppe führt derweil souverän Portugal an, das aus den letzten beiden Spielen nur noch einen Sieg braucht, um die Qualifikation einzutüten. Auf Platz zwei rangiert Dänemark, die Dänen können bei einem Spiel mehr allerdings noch von Albanien abgefangen werden und müssten in die Play-Offs. Sollte es Albanien nach Frankreich schaffen, wäre das mit Sicherheit eine der größten Überraschungen seit langem.

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