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Dez
28

Die große Aktives-Abseits Vorschau – So wird das Fußballjahr 2012

2012 wird ein absolutes Super-Mega-Fußballjahr! Europameisterschaft in Polen und der Ukraine, Champions League-Finale in München, dazu viele packende Duelle in Liga und Pokal. Das ganze Drumherum nicht zu vergessen. Wer wissen will, was bis zum Saisonende noch alles passiert, kann hier einen Blick in die Zukunft werfen.

Januar 2012

Am 2.1. öffnet das Winter-Transferfenster. Erwartungsgemäß ist Felix Magath am aktivsten. Der Wolfsburg-Coach überrascht mit einem einmaligen Schachzug: Er transferiert das gesamte Team des tschechischen Meisters Viktoria Pilsen in die Autostadt und nicht nur – wie ursprünglich vereinbart – die Viktoria-Spieler Petr Jiracek und Vaclav Pilar. Magath: „Ich war halt in Kauflaune. Es war wie im Supermarkt: Auch dort ertappe ich mich an der Kasse des Öfteren dabei, den Einkaufswagen mit allem vollzumachen, was so rumsteht.“ Um kritischen Fragen der Journalisten zuvor zu kommen, räumt er ein: „Es ist aber klar, dass ich meinen Kader noch ein wenig ausmisten werde.“ Zunächst chartert der VfL aber einen Airbus A 380 (400 Plätze), um alle Mann ins Trainingslager nach Dubai zu bekommen. Nur für einen ist kein Platz: „Patrick Helmes wird zu Fuß folgen. Er hat Defizite in der Fitness. Ich hoffe, dass er sie behoben haben wird, wenn er in Dubai ankommt.“

Ekstase in Köln! Lukas Podolski gibt am 11.1. seine Vertragsverlängerung bis 2015 bekannt: „Der Sportdirektor hat mir zugesichert, die Mannschaft noch mit namhaften, fertigen Spielern zu verstärken. Deswegen ist es mir leicht gefallen, zu verlängern.“ Und Sportdirektor Volker Finke vom 1.FC Köln steht zu seinem Wort: Die „Geißböcke“ geben nur einen Tag nach der Podolski-Verlängerung die Verpflichtung von zwei – im wahrsten Sinne es Wortes – fertigen Stürmern bekannt: Toni Polster (46) und Jan-Aage Fjörtoft (44) schließen sich ab sofort dem dreifachen deutschen Meister an. Finke: „Es ist uns gelungen, ein kostengünstiges Gesamtpaket mit leistungsbezogenen Verträgen zu schnüren. Beide Spieler sind erfahren, stark mit dem Rücken zum Tor und haben ihren Instinkt schon oft bewiesen. Ich denke, sie werden sich hervorragend integrieren.“

Großer Gewinner des Rückrundenauftakts am dritten Januarwochenende ist Bayer Leverkusen. Die Mannschaft von Neu-Trainer Markus Babbel (ja, weiterlesen!) bezwingt den FSV Mainz klar mit 5:0. Bei André Schürrle platzt der Knoten, der 20-jährigen Nationalspieler trifft gleich dreimal gegen die Ex-Kollegen. Schürrle widmet seine Treffer Robin Dutt, der kurz nach Weihnachten vom Vorstand vor die Tür gesetzt wurde. Halb so schlimm für Dutt, der sich von seiner millionenschweren Abfindung gleich ins Traineramt bei Hertha BSC eingekauft und so in letzter Minute Michael Skibbe ausgestochen hat – Dutt hat einfach mehr geboten. Doch Dutt muss aufpassen: In der Nähe des Berliner Olympiastadions wurde bereits Lothar Matthäus gesichtet, unter seinem Arm ein prall gefüllter Jutesack mit einem Dollarzeichen drauf.

Februar 2012

Augenreiben in Leverkusen: Bayer schenkt dem FC Barcelona im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League einen Treffer nach dem anderen ein – dumm nur, dass Barca da schon längst deutlich vorne liegt. Die Partie endet mit einem Eishockey-Ergebnis, 7:3 heißt es am Ende für die Katalanen. Sportdirektor Rudi Völler ist dennoch zufrieden: „Ich denke, unser junges Team hat gegen die beste Mannschaft der Welt etwas geboten.“ Kritische Gegenfrage eines Journalisten: „Aber sind Sie denn nicht von der Kulisse enttäuscht? Nur 15.000 Menschen im Stadion…“ Völler: „Das ist das Problem, dass die UEFA unsere Spiele immer dienstags ansetzt. Dann haben unsere zahlreichen Fans aus der ganzen Republik keine Chance, rechtzeitig im Stadion zu sein.“

Neuigkeiten aus Nyon: Die Anregung von Rudi Völler, die Champions League-Spiele künftig auf das Wochenende zu verlegen, fällt bei UEFA-Präsident Michel Platini auf fruchtbaren Boden. Der Franzose beschließt zur neuen Saison eine Reform des Spielplans. Demzufolge wird in den nationalen Ligen künftig dienstags und mittwochs gespielt. In dieser so genannten „Lex Leverkusen“ wird außerdem fixiert, dass Sky künftig nur noch Bayer-Spiele ausstrahlen darf. Ferner werden in allen anderen Stadien der Republik die letzten 30 Minuten vor dem Spiel abgeschafft. So fällt niemandem mehr auf, dass bei Bayer keine Atmosphäre herrscht.

Neuigkeiten auch bei Bayers Erzrivalen 1.FC Köln. Der für die Präsidentensuche eingesetzte Headhunter ist fündig geworden: Das Kölner Dreigestirn erklärt sich bereit, als Triumvirat die Vereinsführung zu übernehmen. Ihre Begründung: „Prinz Karneval un Prinz Poldi, besser jeht et net.“ Im Zuge der Inthronisierung wird auch die Vereinsordnung überarbeitet. Künftig wechselt das Präsidium immer zum 11.11. um 11:11 Uhr und bleibt exakt ein Jahr lang im Amt. Ferner wird „Wir sind nur ein Karnevalsverein“ die neue Vereinshymne.

Mannschaft der Stunde in der Bundesliga ist der SC Freiburg: Die Ablöse für Papiss Cissé hat man in der Winterpause offenbar richtig investiert: Srdjan Lakic, Sotirios Kyrgiakos, Chris, Patrick Helmes und Thomas Hitzlsperger, zusammen für fünf Millionen Euro aus Wolfsburg geholt, schlagen voll ein und schaffen mit dem SCF drei Siege in Serie. In bestechender Form ist vor allem Patrick Helmes, der allen Verteidigern davon läuft. Sein Wüstenlauf scheint sich ausgezahlt zu haben. Selbst Ex-Trainer Felix Magath registriert das mit Genugtuung: ‚Sag ich doch, ich krieg‘ jeden fit.‘

März 2012

Überraschende Trendwende beim DFB: Nach seinem Aus in der Politik übernimmt Ex-Bundespräsident Christian Wulff den Chefsessel beim Verband. Für den designierten DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach kein Problem: „Christian Wulff hat jede Menge Kredit bei der Bevölkerung. Außerdem hat er hervorragende Kontakte in die Wirtschaft, davon kann der DFB nur profitieren.“

Krisenstimmung herrscht nach dem 27. Spieltag in Hamburg: Der Bundesliga-Dino ist zwar auch im zehnten Rückrundenspiel ungeschlagen geblieben, doch nach dem insgesamt 17. Unentschieden der Saison kommt die Abstiegszone wieder bedrohlich nahe. Sportdirektor Frank Arnesen stellt derweil die Weichen für die Zukunt: Didier Drogba und Frank Lampard, beim FC Chelsea ausgemustert, werden zum 1.7.2012 in die Hansestadt wechseln.

Sensation in der Champions League: Die Zyprer von APOEL Nikosia schalten Olympique Lyon aus und gehören zu den acht besten Mannschaften Europas. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer gerät ins Schwärmen beim Gedanken an den neuen europäischen Fußballgiganten: „Die Zyprer haben genau die richtige Mischung aus Leidenschaft, Technik und Taktik. Wer werden versuchen, das in unsere Jugendmannschaften zu implementieren.“ DFB-Trainerausbilder Frank Wormuth erklärt den Erfolg so: „Man sieht, die Fünfer-Abwehr mit Doppel-Sechs davor ist absolut im Kommen. Wer heute noch mit Viererkette spielt, wird auf Jahre hinaus taktisch hinterherhinken.“

Paukenschlag bei der vorläufigen Kader-Nominierung für die Europameisterschaft im Juni: Bundestrainer Joachim Löw setzt auf das Torhüter-Trio Bernd Leno, Marc-André ter Stegen und Ron-Robert Zieler. Löw: „Wir haben schon auch gemerkt, dass der Manuel Neuer immer noch ein Top-Keeper ist. Wir haben uns aber gegen ihn entschieden, weil bei Bernd, Marc und Ron das Entwicklungspotenzial am Gröschten ist. Manuel Neuer mit seinen 25 Jahren ist dagegen schon am Limit.“ Überraschend: Gladbach-Stürmer Mike Hanke (3 Saisontore) steht ebenso im vorläufigen Aufgebot wie Augsburgs Torjäger Sascha Mölders (4 Saisontreffer) und Herthas Rechtsverteidiger-Ass Christian Lell.

April 2012

Trainerentlassung beim VfB Stuttgart: Bruno Labbadias Fluch der schwachen Rückrunde war stärker als die alte Schwaben-Tradition der starken zweiten Saisonhälfte. Der VfB ist nach einer Niederlagenserie in die Abstiegszone gerutscht und vertraut für die letzten fünf Spieltage auf die Dienste von Markus Babbel(!). Der hatte in Leverkusen frühzeitig angekündigt, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Nach mehrtägiger Schlammschlacht mit Sportdirektor Rudi Völler heuert Babbel nun beim VfB an, wo er einen Vertrag bis Saisonende unterschreibt.

Hannover 96 rockt Europa. Nach kapitalen Siegen gegen den von Christoph Daum trainierten FC Brügge („Mit jedem Europapokal-Aus steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Brügge einen großen Titel gewinnt“) und Wisla Krakau bescheren die 96er im Viertelfinale auch Manchester City mit 1:0 und 0:0 einen „Hangover“. Vor allem City-Coach Roberto Mancini zeigt sich als guter Verlierer: „Ich gratuliere Hannover, sie haben uns über die Teamleistung geschlagen. Ein solcher Spirit fehlt unserem Haufen von Individualisten.“ Einen Tag später zückt City-Besitzer Scheich Mansour das Scheckbuch und verpflichtet den gesamten Kader der 96er zur neuen Saison für 200 Millionen Euro Ablöse.

Mai 2012

Nachdem zuvor bereits das Double klargemacht wurde, haben die Münchner Bayern den Traum wahrgemacht und sich tatsächlich für das Champions League-Finale in der heimischen Allianz-Arena qualifiziert. Nach Basel kam Real, dann Barca – alle ohne Chance. Das Finale am 19. Mai gegen Außenseiter Nikosia scheint zu einem Selbstläufer zu werden. Doch bereits nach wenigen Minuten nimmt das Drama seinen Lauf: Erst muss Arjen Robben verletzt raus, dann fliegt Jerome Boateng nach überhartem Einsteigen vom Platz. Kurz darauf geht Nikosia nach einem Abstimmungsfehler zwischen Manuel Neuer und Daniel van Buyten sogar in Führung. Die Bayern beißen sich anschließend die Zähne an den Zyprern aus. Wie so oft gilt: Liegt Bayern hinten, geht nix mehr. Unter den Pfiffen des Münchner Champagner-Publikums reckt APOEL-Kapitän Constantinos Charalambidis um 22:43 Uhr den Henkelpokal in die Höhe. Einen Tag später wird die gesamte Mannschaft für 250 Millionen Euro Ablöse von Manchester City gekauft.

UEFA-Präsident Michel Platini macht auf der Tribüne der Allianz Arena keinen Hehl aus seinen Gefühlen. Kein Wunder, ist das Spiel doch in doppelter Hinsicht Wasser auf seine Mühlen: Die Deutschen verlieren, ein Kleiner gewinnt. Die UEFA beschließt daraufhin, die Champions League auf 64 Teilnehmer aufzustocken, wobei Verbände wie Zypern und Bulgarien künftig zwei fixe Startplätze erhalten. Auch der luxemburgische Meister ist von nun an direkt qualifiziert. Gespielt wird künftig in acht Achtergruppen. Platini: „Nie waren wir der Idee eines Landesmeister-Pokals näher. So gerecht war der Europacup noch nie.“

Platinis Vorschlag findet auch beim großen Bruder FIFA Anklang. Präsident Sepp Blatter, der zum Jahresende seinen Posten zu Gunsten von Silvio Berlusconi räumen wird, um „der FIFA wieder mehr Transparenz und Seriosität zu verleihen“, beschließt eine Erweiterung der Weltmeisterschaften ab 2018 auf 64 Länder. Je 15 Startplätze gehen dabei an Europa, Asien und Afrika. Südamerika sollte zunächst auch 15 bekommen, hat jedoch nur 10 Länder, weswegen selbst der FIFA-Präses einsehen musste, dass diese Lösung keinen Sinn macht. Die anderen Kontinente hat Blatter dann einfach gewürfelt.

Juni 2012

Im Juni geht’s zum Fußball-Highlight des Jahres, der EURO in Polen und der Ukraine. Aber mal im Ernst: Soll ich Euch wirklich schon verraten, dass Jogis Jungs erst die Vorrundengruppe rocken mit drei Siegen und 11:0 Toren (8xPodolski, je 1xKlose, Müller und Hanke) und dann die Polen (2:0), Italiener (3:0) und Spanier (4:0) locker rauskicken?! Nee, dann wäre ja auch die ganze Spannung dahin.

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