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Dez
28

Die große Aktives-Abseits Vorschau – So wird das Fußballjahr 2013

Keine WM, keine EM, und ein Confed-Cup in Brasilien ohne deutsche Beteiligung – man könnte meinen, das Fußballjahr 2013 hätte nichts zu bieten. Weit gefehlt! Aktives Abseits hat einen Blick in die Zukunft geworfen und fasst die Highlights des nächsten Fußballjahres kompakt zusammen!

Januar 2013

Der Jahresbeginn steht im Zeichen des „Winterlochs“. Weil Felix Magath erstmals seit 1995 bei keinem Bundesligaverein in verantwortlicher Position tätig ist, passiert auf dem Transfermarkt rein gar nichts. Die Boulevardblätter schlagen die Tage bis zum Rückrundenstart am 18. Januar mit Schein-Schlagzeilen tot. Ein Matthäus-Interview in der Bild (Kernthese: „Ich stehe bereit – für einen neuen Verein oder für eine neue Ehe“) ist noch die Top-Meldung in den ersten Tagen des neuen Jahres. Der Rückrundenstart verläuft ohne Überraschungen: So schlagen die Bayern beispielsweise Schlusslicht Greuther Fürth locker mit 6:0. Sportdirektor Matthias Sammer tobt trotzdem: „Das war zu wenig, so können wir uns gegen stärkere Mannschaften nicht präsentieren.“

Februar 2013

Verzweiflung im Tabellenkeller: Sowohl der FC Augsburg als auch 1899 Hoffenheim sind in den ersten fünf Rückrundenpartien ohne Punkt geblieben. Fast zeitgleich werden die Trainer Markus Weinzierl und Marco Kurz beurlaubt. Die eigentliche Sensation kommt aber noch: Felix Magath heuert bei beiden (!) Vereinen als Trainer/Sportdirektor/Geschäftsführer in Personalunion an. Magath: „Jeder Verein für sich allein konnte mich nicht finanzieren. Diese Doppel-Lösung ist ein guter Kompromiss für alle Beteiligten.“ Kein Wunder, hat Magath doch für jedes Problem eine Lösung parat: Die Vereine trainieren künftig gemeinsam in Stuttgart, das geographisch in der Mitte liegt. Auch Einwände, das Training würde durch die Masse an Spielern ineffektiv werden, lässt Magath nicht gelten: „Quatsch! In Schalke und Wolfsburg habe ich schließlich auch immer mit 50 Mann trainiert.“ Auch die DFL macht mit bei dem Wahnsinn, indem sie die Spiele von Augsburg und Hoffenheim an unterschiedlichen Tagen ansetzt. Das direkte Duell wird mit Einverständnis beider Klubs mit 0:0 gewertet. Magath: „Diese Lösung ist die einzig richtige. Wenn Gott gegen sich selbst Tennis spielt, verliert er schließlich auch nicht.“

März 2013

Der FC Bayern München macht so früh wie keine andere Mannschaft in 50 Jahren Bundesliga die Meisterschaft perfekt. Bereits nach 27 Spieltagen steht der 23. Titelgewinn fest, weil der härteste „Verfolger“ Eintracht Frankfurt zu diesem Zeitpunkt bereits 22 Punkte Rückstand hat. Sportdirektor Matthias Sammer findet dennoch das Haar in der Suppe: „Neun Siege in zehn Rückrundenspielen können nicht der Anspruch des FC Bayern sein. Nach der Saison werden wir uns von einigen Spielern trennen.“

Der Bundesliga-Dritte aus Dortmund und der -Vierte aus Schalke konzentrieren sich dagegen ganz auf die Champions League, wo sie im Viertelfinale aufeinandertreffen. Kevin Großkreutz wird einen Tag nach der Auslosung des Duells mit Verdacht auf Tollwut ins Krankenhaus eingeliefert. Die Entwarnung lässt aber nicht lange auf sich warten: „Bei Herrn Großkreutz handelt es sich um eine derbybedingte Schaumproduktion vor dem Mund“, sagt sein behandelnder Arzt. Das Phänomen geht als „Morbus Großkreutz schalkensis“ in die Medizingeschichte ein.

April 2013

Weckruf aus Zürich: FIFA-Präsident Sepp Blatter reformiert wie aus dem Nichts den Weltfußball. Inspiriert von seinem UEFA-Kollegen Michel Platini entscheidet er, Weltmeisterschaften ab 2026 nicht mehr an einzelne Länder, sondern an die ganze Welt zu vergeben. Blatter: „Mir schwebt ein Super-Turnier vor: 128 Teilnehmer, die in 32 Vierergruppen gegeneinander spielen. Die Top 32 der FIFA-Weltrangliste haben dabei bei den Gruppenspielen Heimrecht. Ab dem Viertelfinale begeben wir uns zwecks Chancengleichheit auf neutralen Boden. Auf dem Mars wird gerade eine vollklimatisierte, supermoderne Arena errichtet. Auch für Hotels ist dort genug Platz. Um das Transportproblem soll sich mein Nachfolger kümmern!“ Michel Platini sagt darauf nur „Merci!“ Und wir freuen uns auf den Vorrunden-Schlager Deutschland – Papua-Neuguinea…

Mai 2013

In Europa geht es um die Titel: Die Bundesliga-Klubs dominieren den Kontinent in einer Weise, wie es zuletzt den Serie A-Teams in den 1990ern gelungen ist. Bayern gegen Dortmund lautet die Paarung im Finale in der Champions League, in der Europa League spielen Hannover 96 und Bayer Leverkusen den Sieger aus.

Der FC Bayern verliert sein drittes Finale in vier Jahren, weil Robert Lewandowski in seinem letzten Spiel für den BVB nach einer verunglückten Großkreutz-Flanke von Jerome Boateng angeköpft wird. Neuer ist ohne Chance, 0:1! Sieg für den BVB! Zum Eklat kommt es bei der Siegerehrung: UEFA-Ordner verweigern einem wildgewordenen Bartträger mit „Pöhler“-Kappe den Zutritt zur Ehrentribüne. O-Ton eines Ordners: „Kann ja jeder Hooligan behaupten, er sei der Trainer des Europapokal-Siegers.“

Den Sieg in der Europa League trägt Bayer Leverkusen mit 3:2 gegen Hannover davon. Stefan Kießling trifft dreifach und wird dennoch von Bundestrainer Jogi Löw konsequent außen vor gelassen. Doch das ist nur eine Randnotiz in der Stunde des Triumphs. Sportdirektor Rudi Völler frohlockt: „Diese Mannschaft wird in die Fußballgeschichte eingehen: Ein Kleinstadt-Verein, der sich gegen die großen Nachbarn behauptet und mit ganz geringen wirtschaftlichen Mitteln an die Spitze Europas vorstößt. Wahnsinn! Es gibt keine Kleinen mehr!“

Wirklich kurios geht es aber in der Bundesliga zu: Die von Felix Magath trainierten Augsburger und Hoffenheimer steigen direkt ab, Fürth rettet sich in die Relegation gegen Köln. Die Bayern werden am Ende mit nie dagewesenen 25 Punkten Vorsprung Meister. Präsident Uli Hoeneß gibt sich dennoch unbeeindruckt: „Nächstes Jahr bitt‘ schön mit schönerem Fußball, meine Herren!“ Zwischen Platz zwei (Eintracht Frankfurt) und Platz 15 (1. FC Nürnberg) liegen nur fünf Punkte, die Mannschaften auf den Plätzen vier bis elf sind sogar punktgleich! Neben den als Titelverteidiger direkt qualifizierten Dortmundern sowie Meister Bayern und Vize Frankfurt zieht Schalke 04 als vierte deutsche Mannschaft in die Champions League ein. Freiburg und Mainz 05 buchen neben Titelverteidiger Leverkusen das Ticket für den „kleinen“ Europacup. Komplettiert wird die „deutsche Armada“ durch Pokalsieger VfL Wolfsburg.

Juni 2013

Relegations-Drama in der Bundesliga: Dem 1. FC Köln gelingt in zwei mitreißenden Spielen gegen Greuther Fürth der Aufstieg. Der FC folgt damit Eintracht Braunschweig und Hertha BSC nach. Ausschlaggebend für die direkte Rückkehr der Kölner ins Oberhaus war die Ansprache von Trainer Holger Stanislawski. Dessen Standard-Parole „Die Mannschaft muss den Bock umstoßen“ wird von Verteidiger Kevin McKenna wortwörtlich umgesetzt: Der Kanadier checkt beim Einlaufen ins Stadion das FC-Maskottchen Geißbock Hennes in die Werbebande. Eine Aktion, die Wirkung zeigt: Der FC spielt wie aufgedreht und demontiert die „Kleeblätter“ mit 3:0 und 4:1.

Einen Tag nach dem Aufstieg ereignet sich etwas noch viel Sensationelleres in der Domstadt: Gegen den freude- und kölschtrunkenen FC-Präsidenten Werner Spinner wird in der Stunde des Triumphes gemeutert. Ex-Präsident Wolfgang Overath besetzt mit einem Trupp Guerillakämpfern das Geißbockheim und erobert so den Stuhl des Präsidenten zurück. Die lokale Presse jubiliert: „Game Over-ath, Herr Spinner!“ heißt es im Express, der Kölner Stadt-Anzeiger gibt sich dagegen fast poetisch und feiert „Die Rückkehr des Königs.“ Goldgräberstimmung macht sich rund um das Geißbockheim breit.

Brasilien gewinnt die WM-Generalprobe, den Confed Cup im eigenen Land. Gegen sich an sich selbst berauschende Spanier hat der fünffache Weltmeister im Finale keine Mühe. 3:0 heißt es nach 90 Minuten – nach Toren. Die Spanier sehen sich jedoch als die wahren Sieger: Bei der Zahl der gespielten Pässe stellen die Iberer einen Weltrekord auf! Sagenhafte 1188-mal lassen Iniesta & Co. die Kugel in den eigenen Reihen zirkulieren. „Das ist der wahre Fußball!“ titeln AS und Marca einträchtig am Tag nach dem Spiel. Auch Bundestrainer Jogi Löw zeigt sich beeindruckt: „Die Spanier sind schon auch das Maß der Dinge. Ihr System so ganz ohne Stürmer und ohne das Suchen des Torabschlusses wird wegweisend sein. Der Querpass ist der Vertikalpass des 21. Jahrhunderts!“ Auch der FIFA ist der „neue Fußball“ nicht entgangen. Das sonst so steife International Board beschließt schnurstracks eine bahnbrechende Regeländerung: Nicht allein die Zahl der erzielten Tore entscheidet mehr über Sieg oder Niederlage! Vielmehr vergeben Punktrichter ab der Saison 2013/14 eine B-Note für die Ästhetik des Vortrags, die zu 50 Prozent in das Ergebnis einbezogen wird. Ferner werden Bonuspunkte für statistische Bestleistungen vergeben: Wer nach 90 Minuten mehr Ballbesitz hat, bekommt je nach Anteil ein bis drei Tore gutgeschrieben. Abzüge gibt es bei Schüssen neben das Tor.

Mehr hat die Glaskugel für den Moment leider nicht preisgegeben. Vor dem Frühsommer werde ich wohl kaum einen weiteren Blick riskieren können… Zumindest wisst ihr schon einmal, was bis Ende Juni passiert. Tut mir nur einen Gefallen: Spielt den Überraschten ;-)

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