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Nov
09

Die Guardiola-Frage – Welche Optionen hat Pep?

Die Zukunft von Pep Guardiola ist bereits seit Monaten eines der heißesten Themen der Bundesliga. Die Situation des Star-Trainers von Bayern München wird sich wohl vor Weihnachten endgültig klären. Der FCB scheint dabei wieder einmal die beste Option zu sein.

Von einer „Weihnachtsüberraschung“ sprach Vorstandchef Karl-Heinz Rummenigge nach der nächsten Gala des FC Bayern am Samstag gegen den VfB Stuttgart (4:0). Der schelmische Gesichtsausdruck und der süffisante Unterton des 60-Jährigen schürten bei aller Neutralität seiner Aussage sogleich Gerüchte, die Münchner könnten ihren wankelmütigen Erfolgscoach Pep Guardiola wohl doch über das Saisonende hinaus halten.

Die Bayern selbst ließen an ihrem Wunsch, mit dem Katalanen in ein viertes und am liebsten auch in ein fünftes oder sechstes Jahr zu gehen, nie auch nur den Hauch eines Zweifels. Zuletzt machte Kapitän Philipp Lahm, den Guardiola einst den „intelligentesten Spieler, den ich je trainiert habe“ adelte, öffentlich seinen Knicks vor dem 44-Jährigen.

Alles tanzt nach Peps Pfeife

„Das Gespräch mit Pep Guardiola findet nach dem letzten Spieltag der Hinrunde statt“. Mehr ist laut Rummenigge bislang tatsächlich nicht klar. Und doch drängt sich der Gedanke auf, der stolze Katalane könnte sich ein zweites Mal unter allen Bräuten für die in der Lederhose entscheiden.

In seinem dritten und letzten Vertragsjahr trägt das Team mehr denn je seine Handschrift, trotz zwei Meistertiteln und einem Pokalsieg sieht Guardiola seine Mission in München erst mit dem Gewinn in der Champions League als erfüllt an. Bis zum Finale von Mailand im kommenden Mai werden beide Seiten nicht warten wollen, also muss vorher eine Entscheidung her. Warum also nicht bleiben?

Kaum ernsthafte Alternativen für Guardiola

Im August oder September war die folgende Konstellation noch so logisch erschienen, dass sie von vielen schon für beschlossen gehalten wurde: Guardiola zieht nach vier megaerfolgreichen Jahren beim FC Barcelona, einem Sabbatical und drei sehr ertragreichen Spielzeiten in München weiter zu Manchester City.

Nach drei oder vier weiteren Jahren beim reichsten Klub der Premier League geht der frühere Katar-Profi Guardiola dann in das Emirat, um die Nationalelf des Wüstenstaats für einen Haufen Petrodollar fit für die Heim-WM 2022 zu machen. Genauso logisch erschien, dass der frühere Dortmund-Trainer Jürgen Klopp im Sommer 2016 die Stelle Guardiolas in München antritt.

ManCity? Paris? München!

Klopp hat sich mittlerweile für den FC Liverpool entschieden. Doch unabhängig davon spricht immer mehr für eine Vertragsverlängerung Guardiolas. So hat ManCity nicht auf Pep gewartet, sondern – vielleicht auch nur zur eigenen Sicherheit – mit Trainer Manuel Pellegrini bis 2017 verlängert. Zum FC Barcelona würde Guardiola kaum zurückkehren, zu viel verbrannte Erde soll er bei seinem Abgang 2012 hinterlassen haben. Barcas Erzrivale Real Madrid ist erst recht keine realistische Adresse.

Alle weiteren Optionen sind gleich eine Nummer kleiner: Manchester United, der FC Arsenal – wie beim 5:1 der Bayern in der Champions League aufgezeigt wurde – und selbst der (noch?) von seinem Erzrivalen José Mourinho trainierte FC Chelsea haben momentan nicht das Format für maximalen Erfolg. Und nichts anderes verlangt Guardiola.

Und sonst? In Italien hat nicht einmal Serienmeister und Champions-League-Finalist Juventus Turin die Kragenweite von Guardiola. Bliebe allenfalls Paris St. Germain, wie die Citizens ein mit Katar-Millionen gemästeter Möchtegern-Riese. Beide Klubs erscheinen mögliche Lösungen. Aber sind sie auch besser als der FC Bayern? Schon vor Guardiolas Unterschrift Anfang 2013 hatte Bayern im Paket aus Renommée und Perspektive das beste Blatt in der Hand – und galt dennoch nur als Außenseiter. Daran hat sich nichts geändert.

Wenn Guardiola noch den Hunger verspürt, den er für seine Arbeit braucht, kann die „Weihnachtsüberraschung“ für den deutschen Rekordmeister nur eine schöne Bescherung werden.

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