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Apr
21

Die Trainerfrage beim 1.FC Köln – Bloß keinen der üblichen Verdächtigen

Das Trainerkarussell in der Fußball-Bundesliga dreht sich munter weiter, beim 1.FC Köln wird ab 1. Juli eine Stelle frei. Ich für meinen Teil hoffe, dass Vorstand und Sportdirektor sich für eine unbelastete Lösung entscheiden. Denn auf die folgenden Herren, die bereits heftig gehandelt werden, kann ich gut verzichten.

Michael Skibbe

Der im März bei der Frankfurter Eintracht geschasste Übungsleiter wird als Top-Kandidat gehandelt. „Horny Mike“ – wie die 11Freunde ihn einst taufte – hatte bei all seinen Stationen zumindest kurzzeitig Erfolg und gilt als Fußballfachmann, versprüht aber so viel Flair wie Friedhelm Funkel an einem Regentag. Eine Verpflichtung erscheint dennoch realistisch, weil er weder Präsident Overath noch Sportdirektor Finke überstrahlt. Als Co-Trainer wäre er aber sicher eine bessere Wahl…

Huub Stevens

Der Niederländer ist nach seiner Entlassung in Salzburg gerade verfügbar geworden (ist das jetzt ein Gütemerkmal für einen Trainer?). Stevens schaffte in der Saison 2004/05 als FC-Trainer den souveränen Aufstieg in die Erste Liga. Steht hoch im Kurs bei Overath, der Stevens 2004 als Antrittsgeschenk nach seiner Wahl zum Präsidenten mitbrachte. Harter Hund, der fast überall gute Ergebnisse erzielt hat. Weiterer Pluspunkt: Kam in seiner Kölner Zeit gut mit Lukas Podolski zurecht – womit das wichtigste Kriterium eigentlich erfüllt wäre. Aber: Stevens‘ Mannschaften spielen seit jeher einen langweiligen, destruktiven Fußball. Ein Defensivverfechter wie Stevens als Trainer wäre das falsche Signal und würde die spielerische Aufbruchsstimmung der letzten Monate konterkarieren.

Bernd Schuster

Als Spieler eine Legende mit dominanter Ehefrau und vielen Extrawünschen. Als Trainer-Novize „gelang“ ihm 1998/99 die schlechteste FC-Saison der Geschichte (Platz 10 in Liga 2). War seitdem zugegebermaßen recht erfolgreich in Spanien unterwegs, hat aber auf seiner letzten Station in der Türkei bei Besiktas Istanbul (Stichwort: Bezahlter Urlaub in sonnigem Ambiente) keine gute Visitenkarte hinterlassen. Würde sich den FC wohl nicht mehr antun – und der FC sich ihn wohl auch nicht.

Marcel Koller

Seit seiner Entlassung in Bochum vor fast zwei Jahren fast immer gehandelt, wenn in der Bundesliga ein Trainerposten frei wurde. Einen Job bekommen hat er aber nie. War schon einmal FC-Trainer (2003/04), erzielte trotz ordentlicher spielerischer Ansätze aber keine guten Ergebnisse. Als Overath 2004 Präsident wurde, bestand seine erste Amtshandlung darin, den Schweizer zu feuern. Für ihn spricht einzig, dass er 2003 Lukas Podolski in die erste Mannschaft geholt und gefördert hat.

Thomas Doll

Wurde schon im vergangenen Herbst gehandelt, wäre möglicherweise damals auch Trainer geworden, wenn die „Interimslösung“ Frank Schaefer weniger Erfolg gehabt hätte. Für Doll spricht eigentlich nur, dass man mit seinem Namen die dollsten Wortspiele veranstalten kann => Liebling des Boulevards. Hier ein paar Vorschläge: „Bringt Doll Ruhe ins Dollhaus/Dollhouse?“, „Beim FC wird’s immer doller“, „Macht Doll Lukas zum Po-Doll-Ski?“, und dann nach 3 Monaten „Dolli packt seinen Trolley“.

Dann schon lieber…

…Peter Hyballa

Trainer-Aufsteiger der Zweiten Bundesliga. Vor Saisonbeginn noch als zu unerfahren für den Profifußball verspottet („Wer auf dem Ponyhof gearbeitet hat, kann deshalb noch lange nicht Westernreiten.“, Ansgar Brinkmann), genießt der 35-jährige Trainer von Alemannia Aachen mittlerweile einen exzellenten Ruf. Gilt als Verfechter des Offensivfußballs (Pluspunkt), ist unverbraucht (Pluspunkt) und noch eine zu kleine Nummer, um die FC-Mächtigen zu überstrahlen (Pluspunkt). Könnte zudem seinen Aachener Schützling Marco Höger gleich mitbringen, der seit geraumer Zeit ganz oben auf der FC-Einkaufsliste steht. Aber: Nicht nur Köln ist auf Hyballa aufmerksam geworden. Ferner spricht gegen ihn, dass Overath seit jeher ein Faible für große Namen hat.

…Claus-Dieter „Pele“ Wollitz:

Stolzierte bereits zwischen 1999 und 2001 im FC-Trikot durch das Mittelfeld der Zweiten und Ersten Liga. Feiert als Trainer von Energie Cottbus gerade beachtliche Erfolge. Unter seiner Ägide wurde aus der einstigen Osteuropa-Auswahl eine Mannschaft mit vielen deutschen Talenten, die leidenschaftlichen und durchaus attraktiven Fußball spielt. Möchte in die erste Liga, mit Cottbus – wo er des Öfteren von den eigenen „Fans“ angefeindet wurde – wird er sich da gedulden müssen. Wollitz ist aber auch schon in St. Pauli ein Kandidat, wo er aufgrund seiner schroffen Art im Klub-Umfeld sicher eine größere Akzeptanz hätte.

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