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Jan
12

Die vier drängendsten Fragen zur Bundesliga-Rückrunde

Die Bundesliga-Saison 2017/18 startet nach einer Mini-Winterpause in die Rückrunde. Besonders vier Fragen stehen im Fokus.

Wird Bayern München schon wieder Deutscher Meister?

Ja! Der sechste Titel in Folge wird dem Rekordmeister selbst im Fall eines Strauchlers zum Rückrundenauftakt beim Hinrunden-Vierten Bayer Leverkusen nicht zu nehmen sein. Neben der unangefochtenen individuellen Klasse der Bayern-Spieler in der Liga kommt hinzu, dass die „Verfolger“ mit Schalke 04 an der Spitze – mit bereits elf (!) Punkten Rückstand – geschlossen den Beweis schuldig geblieben sind, eine Serie von fünf, sechs Siegen hinlegen zu können. Umso offener ist das Rennen um die weiteren Europapokalplätze hinter den Bayern.  Schalke auf Platz zwei und Borussia Mönchengladbach auf Rang sechs trennen nur zwei Punkte, der Elfte Hannover 96 ist den Europa-League-Plätzen näher als der Abstiegszone.

Wie verläuft der Abstiegskampf? Und wo landet der HSV?

Seit die Bayern aus dem Bundesliga-Titelrennen einen Solo-Lauf gemacht haben, bezieht die Liga ihren größten Reiz aus dem Kampf um den Klassenerhalt. Für den 1. FC Köln mit seinen mickrigen sechs Punkten wäre es überhaupt schon ein Erfolg, noch einmal in Schlagdistanz zu den neun Punkte „enteilten“ Hamburgern und Bremern auf den Rängen 17 und 16 zu kommen. Der ruhmreiche HSV und das kaum weniger große Werder wiederum müssen sich zum wiederholten Mal dem Zitterspiel Abstiegskampf stellen. Beide sind erfahren darin. Der HSV als zweimaliger Relegations-Champion und Meister im Dem-Teufel-von-der-Schippe-Springen fordert sein Schicksal in dieser Saison aber womöglich einmal zu oft heraus. Es ist seit Jahren das selbe Lied: Mit großem Aufwand wird die Mannschaft im Sommer verstärkt, im Winter muss die Klubführung aber wieder kleinlaut einräumen, dass erneut nichts anderes zählt als die Rettung. Schwächer eingestufte Mannschaften wie Augsburg oder Hannover sind bereits ein gutes Stück enteilt. Vielleicht hat der HSV ja Glück, und der ewig tapfer kämpfende SC Freiburg sowie der FSV Mainz 05 können in der zweiten Saisonhälfte noch geschluckt werden. Einer würde ja reichen. In der Relegation hat der HSV schließlich eine Aura wie Roger Federer oder die Harlem Globetrotters.

Klappt der Videobeweis endlich besser?

Er muss! Nicht auszudenken, wenn die Uneinigkeiten in der Interpretation bis in die Schlussphase der Saison anhalten – und womöglich zweifelhafte Eingriffe des VAR, die eine keinesfalls „klare Fehlentscheidung“ des Schiedsrichters verschlimmbessern, über Europapokalteilnahme, Klassenerhalt beziehungsweise Abstieg entscheiden. Die Unparteiischen haben sich Anfang Januar auf Mallorca ins Intensiv-Trainingslager begeben und nach eigener Auszählung an den ersten 17 Spieltagen insgesamt 37 Fehlentscheidungen verhindert. Das ist eine stattliche Zahl. Doch sie allein ist nichts wert, wenn weiter die klare Linie in der Auslegung fehlt und auch die Zuschauer in den Stadien nur noch die Rolle des unwissenden Anwesenden einnehmen. Nicht zu vergessen: Stand jetzt soll der Videobeweis auch bei der WM im Juni/Juli in Russland eingesetzt werden. Wenn ein Jahr Live-Test in der Bundesliga und anderen europäischen Ligen aber nicht genügt, um Schwächen aufzudecken und zu beheben, wie kann man diesen „Eingriff“ in das Spiel dann tatsächlich beim wichtigsten Turnier des Fußballs einsetzen? Eine harte Nuss für die FIFA.

War die Winterpause vielleicht zu kurz?

Das werden wir wohl erst nach der Weltmeisterschaft wissen . Wenn ein ausgelaugtes und von Verletzungssorgen gebeuteltes deutsches Team die Titelverteidigung klar verfehlen sollte, wird die kurze Ruhezeit zwischen Hinrundenende am 20. Dezember und Rückrundenstart am 12. Januar schnell angeführt werden. Fakt ist, dass bereits jetzt Fragezeichen hinter zahlreichen DFB-Stützen stehen (Neuer, Reus, Götze etc.). Womöglich war die Kürze der Winterpause – drei Teams stiegen bereits am 29. Dezember wieder ins Training ein – aufgrund des engen Rahmenterminkalenders im WM-Jahr nicht zu umgehen. Dann aber wird eine alte Zeche beglichen, denn der Spielplan ist seit Jahren immer erbarmungsloser geworden. Das allerdings gilt auch für die Stars der anderen WM-Kandidaten wie Frankreich, Brasilien, Spanien oder Argentinien.

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