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Sep
10

Die WM 2014 in Zahlen – Kurios bis klar

Deutschland ist Weltmeister. Das ist die (aus deutscher Sicht) sehr angenehme Quintessenz der WM 2014 in Brasilien. Es gibt aber noch andere, deutlich kuriosere Erkenntnisse des Weltturniers. Die FIFA hat sie in ihrem Technischen Bericht vorgestellt.

1

Einen einzigen Strafstoß haben die WM-Torhüter in der regulären Spielzeit pariert. Weitere 12-mal schlug der Ball vom Punkt ein. Der Schweizer Diego Benaglio war im Gruppenspiel gegen Frankreichs Karim Benzema der einzige „Elfmeterkiller“. Nützte nix, die Schweiz ging gegen die Equipe tricolore mit 2:5 unter.

1:7

Die historische 1:7-Pleite Brasiliens gegen die deutsche Nationalmannschaft war die höchste Halbfinalniederlage der WM-Geschichte.

2,67

2,67 Tore fielen im Schnitt in den 64 WM-Spielen (171 insgesamt). Das bedeutet den Bestwert seit der WM 1998 in Frankreich, als exakt genau soviele Tore fielen. Insgesamt ist die Marke aber mittelprächtig: Bei 12 von insgesamt 20 Endrunden fielen im Durchschnitt mehr Treffer. Bis heute – und vermutlich bis in alle Ewigkeit – unangefochten an der Spitze: Die WM 1954 in der Schweiz mit 5,38 Toren pro Spiel. Kein Wunder, bei Ergebnissen wie Ungarns 8:3 in der Vorrunde gegen den späteren Champion Deutschland.

16

Fast jeder Fußball-Fan weiß, was sich hinter dieser Zahl verbirgt: Der neue WM-Torrekord, aufgestellt vom deutschen Weltmeister Miroslav Klose, der durch seine Treffer gegen Ghana und Brasilien an Ronaldo (15) vorbeizog. Kloses imposante Bilanz: 2002 und 2006 traf er je fünfmal, 2010 viermal und 2014 zum Karriereabschluss eben zweimal. „Gefahr“ droht allerdings aus dem eigenen Lager: Thomas Müller steht nach zwei Weltturnieren bereits bei 10 Toren. Müller ist erst 24. Macht er genauso lange weiter wie der 36-jährige Klose, hätte er noch drei WM-Turniere Zeit, um diese Marke zu brechen.

18

18 Tore hat Deutschland auf dem Weg zum Titel erzielt – seit man sieben Spiele bis zum Titel benötigt (WM 1974 in Deutschland), hatte nur Brasilien 2002 beim Titelgewinn in Japan und Südkorea so viele Treffer zu bieten. Das ist aber nichts gegen die 25 Tore, die Deutschland unter Sepp Herberger 1954 in sechs Spielen schoss. Nur eine Mannschaft war in der Geschichte noch besser: Ausgerechnet die im „Wunder von Bern“ geschlagenen Ungarn mit 27 Toren (in nur fünf Spielen, weil für Puszkas und Co. kein Entscheidungsspiel in der Gruppenphase nötig war).

32

32 Tore bei der WM 2014 wurden durch Joker erzielt – statistisch in jedem Spiel genau 0,5 Treffer. Diese Marke ist die mit Abstand höchste in der WM-Geschichte (bislang: 23 bei der WM 2006). Erfolgreichster Joker: Der Deutsche André Schürrle mit drei Treffern (eins im Achtelfinale gegen Algerien, zwei im Halbfinale gegen Brasilien). Der glücklichste Joker war aber Mario Götze, der dem DFB-Team mit seinem goldenen Tor im Finale gegen Argentinien den vierten Stern bescherte.

43

Der ehemalige Kölner Faryd Mondragon hat beim 4:1-Erfolg Kolumbiens gegen Japan WM-Geschichte geschrieben. Der in der 85. Minute eingewechselte Torwart ist nämlich nunmehr mit 43 Jahren und drei Tagen der älteste eingesetzte Spieler bei Fußball-Weltmeisterschaften. Den bisherigen Rekord hielt der Kameruner Roger Milla (WM 1994 in den USA – 42 Jahre, 39 Tage).

64:49

64:49 Minuten lang war der Ball beim Vorrundenspiel zwischen Italien und England (2:1) im Spiel. Höher war die Netto-Spielzeit über 90 Minuten bei keiner anderen Paarung. Die meisten Unterbrechungen gab’s beim Viertelfinale Brasilien – Kolumbien (2:1). Hier wurde nur 39:18 Minuten lang Fußball gespielt. Die Älteren werden sich erinnern: Das war ein ziemliches Getrete. Einfach mal bei Sportskamerad Neymar nachfragen.

70

70 Prozent Ballbesitz hatte der spätere Vizeweltmeister Argentinien im Vorrundenspiel gegen den Iran (1:0). Mehr optische Spielkontrolle hatte kein anderes Team bei der WM 2014 zu bieten. Im Finale hatte Deuschland übrigens in 60 Prozent der Spielzeit den Ball, Argentinien nur in 40 Prozent.

99

99 Spieler unter 23 Jahren kamen in Brasilien zum Einsatz. Deutschland stellte mit fünf Akteuren in dieser Kategorie das fünftgrößte Kontingent. Die meisten Jungspunde kamen bei der Schweiz zum Einsatz: Ottmar Hitzfeld schenkte gleich acht Spielern der Altersklasse U23 das Vertrauen.

171

171 Tore sind bei der WM 2014 gefallen. Elfmeterschießen nicht eingerechnet. Interessant ist eine stringente Steigerung der Torquote mit dem Spielverlauf. So fielen in den ersten 15 Minuten insgesamt nur 18 Tore (geringster Wert), zwischen der 75. und 90. Minute 41 Tore (Spitzenwert). Merke: Bier holen oder Bier wegtragen sollte man bei Weltmeisterschaften besser in der Frühphase eines Spiels!

3.441.450

3.441.450 Zuschauer waren bei den 64 Spielen in den Stadien, was einem Schnitt von 53.772 Fans entspricht. Nur die WM 1994 in den USA hatte durchschnittlich mit 68.991 mehr Besucherzuspruch zu verzeichnen.

1 Kommentar

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  1. lancelot maloisel sagt:

    Interessanter Artikel.

    Das mit der Nettospielzeit ist spannend. England-Italien. Als ich das geschaut habe, dachte ich ich trau meinen Augen nicht. Mir kam das Spiel unglaublich schnell und intensiv vor. und das in Manaus.

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