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Sep
29

Dortmund: Warum nicht alles scheiße ist, was nicht (mehr) glänzt

Mäßiger Start in die Bundesliga-Saison, noch mäßigerer Start in die Champions League – die ersten Fußball-Gurus kommen schon daher und reden vom Absturz des BVB, wahlweise auch davon, dass die Borussia zu grün hinter den Ohren ist oder dass man im Sommer auf dem Transfermarkt mal richtig hätte zulangen sollen. Das ist natürlich Quatsch!

Zugegeben, es läuft im Moment nicht rund bei Borussia Dortmund. Doch wer gestern das 0:3 bei Olympique Marseille gesehen hat und heute davon spricht, dass Jürgen Klopp und sein Team nach dem Gewinn der Meisterschaft satt sind, der gehört mit Maik Franz und Vinnie Jones eine Woche lang in eine dunkle Gefängniszelle gesperrt.

Was der BVB nicht nur gestern, sondern auch über weite Teile der noch jungen Saison geboten hat, war vielleicht nicht mehr der glanzvolle Fußball der Bundesliga-Saison 2010/11. Doch die Performance der Dortmunder reicht immer noch aus, um sich in schöner Regelmäßigkeit mindestens drei, vier oder fünf Großchancen pro Partie zu erspielen. Das schafft in der Fußball-Bundesliga derzeit ansonsten nur der FC Bayern. 16 andere Vereine in Deutschland würden mit der Borussia also sicherlich gerne tauschen.

Einzig dass man die Chancen nicht nutzt, kann man Mario Götze, Robert Lewandowski und Co. in diesen Tagen vorwerfen. Aber das hatte gestern nichts mit „Grün sein“, sondern mit fehlendem Glück und einem überragenden Steve Mandanda zu tun, der seine Patschehändchen überall dran hatte.

Blöd für die Borussia ist halt, dass man nicht nur selber die Murmel nicht unterbringt, sondern auch noch die Gegner die wenigen sich bietenden Chancen nutzen. Das war beim 1:1 vor zwei Wochen gegen Arsenal so, als die „Gunners“ Sebastian Kehls Geschenk annahmen und mit ihrer einzigen echten Gelegenheit in Führung gingen. Und im Marseille-Spiel lief es so, wie es im Fußball oft der Fall ist: Wenn die eine Mannschaft keinen reinmacht, macht’s die andere halt. Passiert das zwei, drei Mal, ist das Ergebnis natürlich sehr deutlich und spielt oberflächlichen Kritikern in die Karten.

Dass am Ende allein die Ergebnisse alles selig machen, kann ohnehin jeder bestätigen. Jüngstes Beispiel ist sicherlich das 2:0 des FC Bayern gegen Manchester City vom Dienstag. Auch die Bayern haben die Tore glücklich, aber zur rechten Zeit gemacht. Danach war dann Ruhe im Karton und alle Welt schwärmte von der „roten Walze“. Dabei sollte Jerome Boateng eigentlich heute noch ein paar Vater unser und Ave Maria zum Dank dafür beten, dass die Pfeife von Schiedsrichter Viktor Kassai in zwei klaren Elfmetersituationen stumm geblieben ist…

Doch weiter im Text: Heute wird kritisiert, dass der BVB zu wenige „Killer“ im Kader hat. Wer sich die Chancenauswertung von Mario Götze oder Robert Lewandowski vor Augen führt, wird dem nur zustimmen können. Doch als vor der Saison Top-Stars mit dem BVB in Verbindung gebracht wurden, applaudierte die Szene laut, dass man in Dortmund lieber dem Meisterkader vertraute – abzüglich Nuri Sahin, dessen Verlust natürlich schmerzt. Heute behaupten einige, man hätte lieber einen starken Torjäger oder einen echten Platzhirsch holen sollen. Wie gut das funktioniert, kann man ja in Leverkusen nachfragen, wo Michael Ballack gestern wieder mal auf der Bank 80 Minuten lang eine überragende Figur gemacht hat.

Langer Rede kurzer Sinn: Wer sich nur oberflächlich mit dem Spiel auseinander setzt und alles an Ergebnissen und populistischen Zeitungsberichten misst, sollte lieber seinen Bagger halten. Wenn der BVB weiterhin so viele Torchancen kreiert, werden die Erfolge früher oder später zurückkehren.

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  1. BVB-Gegner Marseille mit Millionenverlust sagt:

    […] SV Sandhausen gg. Borussia Dortmund 0-3 DFB-Pokal BVB-Sieg Highlights Marseille In Blogs gefunden: Dortmund: Warum nicht alles scheiße ist was nicht mehr glänzt Doch wer gestern das 0:3 bei Olympique Marseille gesehen hat und heute davon spricht dass […]

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