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Jul
25

Dutt wird DFB-Sportdirektor – Der bequeme Weg

Robin Dutt ist also der Nachfolger von Matthias Sammer als DFB-Sportdirektor. Ohne großes Getöse hat der DFB binnen drei Wochen eine Lösung gefunden. Ob der Gegenentwurf zu Sammer aber auch eine gute Lösung ist?

„Wow, endlich mal wieder jemand mit Charisma“ war mein erster Gedanke, als ich von der Verpflichtung von Robin Dutt als DFB-Sportdirektor erfahren habe. Mein zweiter Gedanke war: „Ist doch egal. Auf dem Posten des Sportdirektors ist Charisma nicht mehr gefragt.“

Seit Jogi Löw kurz nach der WM 2010 in Südafrika – als ihm der DFB nichts abschlagen konnte – den Kompetenzstreit um die U21-Nationalmannschaft gegen Matthias Sammer gewonnen hat, muss der Sportdirektor vor allem eines können: Er muss sich mit dem Bundestrainer gut verstehen und idealerweise die gleiche Fußballphilosophie haben.

Aus der zweiten Reihe, für die zweite Reihe

Robin Dutt ist so jemand. Er kennt sich im Nachwuchsbereich aus und hat taktisch zweifellos etwas auf der Pfanne. Dass er erfolgreich arbeiten kann, hat er bei den Stuttgarter Kickers und beim SC Freiburg – jeweils in einem extrem ruhigen Umfeld – bewiesen. Bei Bayer Leverkusen, das anders als die Nachbarn Köln, Gladbach, Dortmund oder Schalke als ruhiges Pflaster gilt, ist er dagegen grandios gescheitert. Dort offenbarte Dutt, dass er Probleme mit eigenwilligen Charakteren hat, wie sein “Verhältnis” zu Michael Ballack gezeigt hat.

Doch ist nicht gerade die Charakterbildung ein Steckenpferd von Matthias Sammer gewesen? Wollte der ehemalige Sportdirektor den Spielern nicht einen eigenen Kopf, einen eigenen Mund und ein Sieger-Gen implementieren – natürlich alles in einem Rahmen, der den Mannschaftserfolg über alles stellt. Ob Dutt eine ähnliche Ansicht hat bzw. wie er diese umzusetzen gedenkt, bleibt abzuwarten.

Ein ganzer Verband auf Kuschelkurs

Was mich aber vor allem stört, ist, dass ein ganzer Verband nun auf allen wichtigen Positionen auf der Löw-Bierhoff-Linie ist. U21-Coach Rainer Adrion und DFB-Trainerausbilder Frank Wormuth waren einst in Stuttgart bzw. Istanbul in Löws Trainerstab und liegen mit dem Chef auf einer Wellenlänge. Selbst der Präsident Wolfgang Niersbach ist ein Löw-Freund. Von Löws aktuellem Trainer- und Betreuerstab einmal ganz zu schweigen. Das wird ein tolles Arbeiten, wenn bei Telefonkonferenzen alle dem Jogi nur beipflichten können…

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich fordere keinen Querulanten beim DFB. Aber haben wir nicht erst während und nach der Europameisterschaft angemahnt, dass ein wenig mehr Reibung dem deutschen Fußball gut tun würde?

1 Kommentar

1 Ping

  1. daniel sagt:

    gute Punkte, die du ansprichst! Und ein super Untertitel ‚Der bequeme Weg‘

    Es sind berechtigte Fragen, die der Amtseintritt von Dutt mitsich bringt. Jedoch kann das doch auch ein guter Weg sein, wenn – tatsächlich – alles stimmt. Das zeigt ja zb auch der BVB.

    Robin Dutt ist ein sicherlich ein guter. Ich hätte ihn gern auch bei einem BuLiVerein gesehen. Ich sehe eher Bierhoff als mögliche Problemstelle. Ich hab das Gefühl, dass der schnell pissig sein kann und wenn Jogi jetzt mit Dutt beste Freunde sind. Mal abwarten :)

  1. Dutt sieht Lösung im Nachwuchsbereich sagt:

    […] Wäschetrocknen in der kalten Jahreszeit beugt Schimmel vor Emotionen: 11* In Blogs gefunden: Dutt wird DFBSportdirektor Der bequeme Weg Aktives AbseitsOhne großes Getöse hat der DFB binnen drei Wochen eine Lösung gefunden Ob der […]

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