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Jan
25

Eden Hazard tritt Balljungen – Legendäre Ausraster auf dem Fußballplatz

„Emotionen gehören zum Fußball dazu“ ist eine dieser berühmten Phrasen, die rund um das Spiel mit dem runden Leder kursieren. Positiv entladen sie sich in Form von Leidenschaft und Begeisterung, negativ durch Krawall und Ausraster. Während gewalttätige Fans meist anonym bleiben, sind Spieler, mit denen die Pferde durchgehen, tagelang in den Schlagzeilen. Hier eine Auswahl der berühmtesten Ausraster im Fußball.

Ein Balljunge umklammert am Boden liegend einen Ball und möchte ihn nicht mehr hergeben. Ein Profifußballer versucht mehrfach vergeblich, die Kugel zu entreißen und tritt dem Jungen schließlich in den Bauch und sieht die rote Karte. Zugeben, schön war das Vergehen des Chelsea-Profis Eden Hazard während des Halbfinal-Rückspiels im englischen Ligapokal gegen Swansea City (0:0) nicht, doch der Belgier, dessen Namen die Kollegen von RTL aktuell gestern stilecht „Iden Häsert“ aussprachen, ist ein vergleichsweise harmloser Fall im Profifußball.

Eric Cantona

Die Mutter aller Ausraster: Der legendäre Kung-Fu-Tritt des legendären Franzosen im Spiel von Manchester United bei Crystal Palace (Saison 1994/95) gegen einen pöbelnden Zuschauer ist bis heute unerreicht. Cantona, der immer ein provokant-arrogantes Genie war, hat diese Szene zwar eine halbjährige Sperre eingebracht; für den „Mythos Cantona“ war sie aber Gold wert.

Zinédine Zidane

Es war der traurige und unwürdige Schlussakkord einer großen Karriere: Der Franzose Zinédine Zidane, dreimaliger Weltfußballer und wertvollster Spieler der Weltmeisterschaft 2006, verabschiedete sich im Finale des Turniers, welches das letzte Spiel seiner Laufbahn werden und selbige krönen sollte, mit einem Kopfstoß gegen den Italiener Marco Materazzi von der Fußballbühne – Rot in der 109. Minute, den WM-Titel holten sich die Italiener im Elfmeterschießen.

Francesco Totti

Die lebende Legende des AS Rom ist ebenfalls jemand, der – Achtung Doppeldeutigkeit – den großen Auftritt liebt. Berühmt ist Totti neben seinen vielen Toren für die Szene, in der er 2004 im Champions League-Spiel gegen Bayer Leverkusen mit durchgestreckten Beinen und den Stollen voraus auf dem Rücken von Carsten Ramelow landete. Konsequenzen? Ramelow bekam danach zumindest auf dem Rücken ein bisschen Farbe, Totti sah die gelbe (!) Karte.

Juanito

Eine ähnlich „schöne“ Szene ist das Foul des Spaniers Juanito im Halbfinale um den Europapokal der Landesmeister zwischen Bayern München und Real Madrid in der Saison 1986/87. Leidtragender war Lothar Matthäus (zu diesem Zeitpunkt noch in erster Ehe verheiratet). Juanito flog übrigens vom Platz. Doch weder er noch die spanischen Medien verstanden damals die Welt. Kann man nachvollziehen, oder…?

Paolo Guerrero, die Erste

In der Saison 2009/10 bewarf der HSV-Stürmer nach dem 0:0 gegen Hannover 96 am 29. Spieltag einen Fan auf der Haupttribüne gezielt mit einer gefüllten Trinkflasche. Die meisten HSV-Fans dürften sich gedacht haben: ‚Wäre Guerrero mit dem Fuß doch nur genauso treffsicher…‘

Paolo Guerrero, die Zweite

Am 24. Spieltag der Saison 2011/12 handelte sich Guerrero die längste Rotsperre der Bundesliga ein (acht Spiele), nachdem er Stuttgarts Keeper Sven Ulreich ohne Chance auf den Ball an der Eckfahne umsenste. Der HSV verlor nicht nur Guerrero, sondern auch das Spiel mit 0:4. Fun Fact: Guerrero erreichte vor seiner Grätsche eine Geschwindigkeit von 31,28km/h. Kein anderer HSV-Akteur war in den gesamten 90 Minuten schneller auf den Beinen…

Pepe

Der Abwehrspieler von Real Madrid, der von der Bild-Zeitung einst stilecht „Der Portufiese“ getauft wurde, ist bekannt für sein aggressives Spiel. Pepe wandelt regelmäßig auf dem schmalen Grat zwischen internationaler Härte und Körperverletzung. Sein berühmtester Ausraster ereignete sich im April 2009, als er mehrfach auf den Getafe-Spieler Javier Casquero eintrat. Zehn Spiele Sperre.

Paolo di Canio

Wer ein Tattoo mit dem Schriftzug „Il Duce“ („Der Führer“) auf dem Oberarm trägt, ist relativ unverdächtig, als Linksalternativer wahrgenommen zu werden. Nichtsdestotrotz sorgte der Stürmer von Lazio Rom im Januar 2005 für einen echten Eklat, als er vor der Kurve der Laziali seinen rechten Arm ausstreckte. Di Canio kam überaus glimpflich davon: 10.000 Euro Strafe, keine Sperre.

Türkei – Schweiz

In die Rubrik „Massenkeilerei“ fällt der Schlag- und Trittabtausch zwischen türkischen und schweizerischen Spielern und Funktionären nach dem Relegations-Rückspiel zur WM 2006. Die Eidgenossen hatten sich soeben das Ticket nach Deutschland gesichert, als mit dem Schlusspfiff eine regelrechte Hetzjagd auf die siegreiche Mannschaft einsetzte. Vor allem im Spielertunnel haben es sich beide Seiten ordentlich gegeben. Im Nachgang sperrte die FIFA ein knappes Dutzend Spieler für mehrere Monate.

Lee Bowyer vs. Kieron Dyer

Dass zwei Spieler aneinander geraten, kommt des Öfteren vor. Umso bemerkenswerter ist es aber, wenn beide das gleiche Trikot tragen. So geschehen im April 2005 beim Spiel zwischen Newcastle United und Aston Villa, als sich die beiden „Magpies“-Profis Lee Bowyer und Kieron Dyer im laufenden Spiel in die Haare bekamen. Konsequenz: Rot für beide, Bowyer wurde vereinsintern außerdem noch für sechs Spiele gesperrt. Es war nicht die einzige Eskapade des Mittelfeldspielers: Bowyer ist Rekordhalter für Gelbe Karten in der Premier League, flog in einer einzigen Saison dreimal vom Platz und wurde mehrfach wegen Körperverletzung angeklagt.

Craig Bellamy vs. John Arne Riise

In die Rubrik „Streit unter Teamkollegen“ fällt auch folgende Episode zwischen den Liverpooler Spielern Craig Bellamy und John Arne Riise: Im Vorfeld des Champions-League-Achtelfinalspiels gegen den FC Barcelona im Jahr 2007 attackierte der Waliser Bellamy den Norweger Riise im Teamquartier mit einem Golfschläger. Konsequenz? Beide spielten und erzielten die Treffer zum 2:1-Sieg über das damals durchaus noch schlagbare „Barca“. Typisch Bellamy: Als Anspielung auf den Vorfall ahmte der Stürmer nach seinem 1:1-Ausgleichstreffer einen Abschlag beim Golfen nach.

Vinnie Jones vs. Paul Gascoigne

Paul „Gazza“ Gascoigne war sicherlich nie ein Kind von Traurigkeit. Das einstige Juwel des englischen Fußballs trank mit Vorliebe einen über den Durst und randalierte danach des Öfteren – allerdings beschränkten sich seine Eskapaden normalerweise auf Kneipen, Hotels und Innenstädte und erstreckten sich nicht auf den Fußballplatz. Dafür ist Gascoigne aber das Opfer eines der berühmtesten Ausraster im Profifußball geworden: Im FA-Cup-Spiel zwischen Gascoignes Newcastle United und dem FC Wimbledon im Jahr 1987 packte der mythenumrankte Londoner Verteidiger Vinnie „the Axe“ Jones die so genannte „Hochzeitsgrätsche“ aus: Ein beherzter Griff in Gascoignes „Kronjuwelen“ legte diesen bis auf Weiteres lahm und bescherte einem aufmerksamen Fotografen das Motiv für das Sportfoto des Jahres.

Oliver Kahn

Der „Titan“ war es eigentlich gewohnt, die Nummer eins zu sein. Bei mir kommt er aber am Schluss. Was hat sich der einstige Welttorhüter nicht alles geleistet in seinen wilden Jahren? Der Reihe nach: Den „Durchschüttler“ gegen Bayern-Mitspieler Andreas Herzog (1996), den „Vampir“ gegen Dortmunds Heiko Herrlich (1999), den unvollendeten „Kung-Fu-Tritt“ gegen Dortmunds Stéphane Chapuisat im gleichen Spiel, den „Hamstergriff“ gegen Leverkusens Thomas Bradric (2002), den „Nasenbohrer“ gegen Bremens Miroslav Klose (2004). Vom Platz gestellt wurde Kahn übrigens für keine dieser Aktionen. Dafür musste er – nach vorheriger Verwarnung – schon die Hand im gegnerischen Strafraum benutzen (Rostock 2001).

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