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Okt
06

Ein McKenna-Schreiben zur Kölner Fäkal-Attacke auf den Schalke-Block

Leser „Jorginho“, der Gewinner des Aktives Abseits-Gewinnspiels im Monat Oktober, hat sich ein McKenna-Schreiben zum heimtückischen Fäkal-Wurf einiger FC-Anhänger in den Schalke-Fanblock am 2. Spieltag gewünscht, in dem möglichst viele FC-Wortspiele auftauchen. Bitte schön!

Für alle, die schon wieder vergessen haben worum es geht, hier eine kurze Einführung: Am 2. Spieltag der laufenden Saison kam der 1.FC Köln auf Schalke mit 1:5 mächtig unter die Räder. Um ihrem Unmut Luft zu machen, entschieden sich einige FC-„Fans“ zu einer ekligen Form des Frustabbaus. Niemand hat diesen Vorgang schöner wiedergegeben, als die FC-Hauspostille, der Kölner „Express“. Darin hieß es am 16.8.: „Ein Fan entblößte seinen Penis und legte ihn einem Eis-Verkäufer auf die Bauch-Theke. Andere urinierten in Bierbecher, einer ließ sogar Kot ab, und mit dem Unrat beschmissen sie dann die Schalker Fans.“ Die Täter konnten identifiziert werden und wurden mittlerweile mit einem dreijährigen bundesweiten Stadionverbot bestraft. Nun der Clou: Aktives Abseits wurde exklusiv ein McKenna-Schreiben der Täter zugespielt. Einer von ihnen erklärt hierin, wie es zu der Ekel-Attacke am 13. August kam:

„Die Vorzeichen waren bereits denkbar schlecht. Am Vorabend des Spiels stand für mich erst stundenlanges Paucken für meine nächste Klausur an, anschließend bin ich mit meinen Jungs noch auf ein paar Rapolderschnaps und Cabanas in die Stadt gezogen. Als ich schließlich im Bett lag, jagte ein Alp-Daum den nächsten. Später holte mich dann das Finke-Gezwitscher vor meinem Fenster immer wieder aus dem Schlaf. Als schließlich auch noch ein Feuerwehrauto mit eingeschalteter Sereno an meinem Zimmer vorbeifuhr, gab ich endgültig auf. Wie soll man denn bei einem solchen Radu schlafen?!

Ich schlüpfte in meine Bade-Latschen und trottete in die Küche. Was soll’s, dachte ich mir. Immerhin hab ich jetzt ein freis Wochenende, und wer früh auf ist, der hat mehr vom Tag! Sogleich stürmte meine Mitbewohnerin Riether auf mich zu. „Horst, Mann, wie siehst du denn aus?! Wieso bist du überhaupt noch hier? Es ist schon 14 Uhr, ich dachte, du wärst schon längst weg zum Fußball!“ Verdutzt rieb ich mir die Augen. ‚Brat mit einer ’nen Schorch! Ist mein Wecker schon wieder stehen geblieben?! Toll… Kurz das Trikot überwerfen und dann nichts wie los!‘ Moment noch: „Riether, in meinem Portemonnaie herrscht mal wieder Ebbers, und mein Soldo ist auch schon wieder im Minus. Ich broichte ein paar Euro, kannst du mir was borgen?“ Sie hielt das wohl für einen schlechten Scherz und beschimpfte mich als „Alushi“.

Was soll’s, ich hatte jetzt auch keine Zeit mehr zu diskutieren. Wenn ich es noch pünktlich nach Gelsenkirchen schaffen wollte, musste ich mein Motorrad nehmen. Also Helmes auf und loos! Mein Tempo war mörderisch, die Geschwindigkeit presste mich förmlich ins Polster. Da heißt es Solbakken zusammenkneifen. Allmählich wurde mir auch klar, dass es vielleicht ein Fehler war, vor der Fahrt nicht mehr aufs Klo gegangen zu sein. Der Druck in Blase und Darm wurde immer größer. Als es zu einer regelrechten Latour wurde, hielt ich an einer Raststätte an, doch alle Klos waren besetzt. Hinter der Raststätte war zwar ein Eichnerwald, doch dort wollte ich mich nun wirklich nicht erleichtern. ‚Was soll’s‘, sagte ich mir, ‚im Stadion gibt es schließlich auch Toiletten.‘

Knapp 20 Minuten später erreichte ich den Parkplatz an der Gelsenkirchener Arena. Aus den Lautsprechern drang bereits der Schalker Vereins-Song. Als die Textstelle „Mohamad war ein Prophet, der vom Fußballspielen nichts versteht“ erklang, wollte ich mein Motorrad gerade parken, als mir ein ParkplatzeinWeiser bedeutete, ich möge doch weiter durchfahren. Wollte ich auch, doch plötzlich streikte die Maschine. Wie sich herausstellte, war mein Tanko leer. Blöd. Nun würde ich den Anstoß verpassen. So was nennt man wohl Peszko. Immerhin ließ der PlatzeinWeiser mich gehen, unter der Bedingung, dass ich eine PetiTion unterschreibe, die maniche depressiven Menschen freien Eintritt zu Schalke-Spielen ermöglicht. „Ob Schalke-Spiele gucken denen bei der Genesung hilft?“, spöttelte ich. Ich unterschrieb aber, immerhin wollte ich schnell in meinen Block.

Im Stadion mischte sich derweil das Raunen der großen Masse mit dem Jubel einiger weniger. Das war das untrügliche Indiz, dass der FC in Führung gegangen ist. In der Tat verkündete der Stadionsprecher das 1:0 durch Lukas Podolski in der 12. Minute. Obwohl ich nach wie vor dringend aufs Klo musste, rannte ich was das Zeug hielt und nahm in der 15. Minute meinen Platz im FC-Block ein, direkt an der Grenze zu den Schalkern. Das Spiel verlief zunächst gut für uns, unser Anhang veranstaltete das gewaltigste Gerommel, das ich JemaLs erlebt hatte. Doch mit der Zeit wurde nicht nur das Spiel zunehmend nickenig, auch im Block wurde es unruhig. Die Situation eskalierte, als Martin Lanig kurz vor der Pause Lewis Holtby über die Kringe springeRn ließ. Kölner und angrenzende Schalker beschimpften sich wüst. „Glowacz!“ war noch eins der harmloseren Schimpfwörter. Wenige Minuten später begann schließlich der Schalker Tor-Reigen, zwischen der 42. und 59. Minute schenkte „Königsblau“ uns vier Stück ein.

Nach dem 1:4 dachte ich mir endgültig: „Jetzt gehste aber mal aufs Klo, ehe du noch platzt. Hier verpasst du nichts mehr.“ Rapolderschnaps und Cabanas, die ich am Abend zuvor in rauen Mengen konsumiert hatte, bahnten sich vorne wie hinten den Weg nach draußen. Das wird ein ganz schöneberg, dachte ich mir, nicht ohne Vorfreude auf die nahende Erleichterung.

Zwei Brocken, die neben mir standen, hielten mich jedoch energisch vom Vorbeigehen ab. Sie machten mir irgendwie Angst. Sie trugen zwar FC-Trikots, doch sie schienen aus Bayern zu kommen und schon ziemlich betrunken zu sein. Der eine baute sich vor mir auf, sah mich drohend an und sagte: „Kennedy?“ „Nein, ich glaube nicht, dass wir uns schon mal gesehen haben.“ Als ich an ihm vorbei wollte, nahm sein Kompagnon mir meinen Helmes weg, der andere packte mich an der Gurgel. ‚Sanou, was ist hier denn los? Wollen die etwa Streit?!‘ „Ich muss dringend aufs Klo!“, rief ich. Der eine sagte: „Dann pinkel halt hier“, zog mir die Hose runter und hielt mir einen Becher unter meinem Streller. Also ließ ich laufen. „Özat is“ rief der eine Bayer triumphierend, als mein Urin in den Becher lief. Vermutlich fühlte er sich an den Fassanstich beim Münchner Oktoberfest erinnert.

Bald war abzusehen, dass der erste Bierbecher nicht reichen würde, also hielten die beiden mir danach noch einen zweiten hin. Ich dachte mir: ‚Ok, die Situation ist nicht toll. Aber jetzt lös‘ erst mal das „Geschäftsproblem“ und kümmer‘ dich danach um den Rest.‘ Also ging ich in die dritte Runde und ließ auch noch über die Hintertür meine Schlicke in einen weiteren Becher ab. Dabei war ich jedoch ganz tsiartas und vorsichtig. Die beiden Typen ließen mich danach los und schienen auf einmal hoch zufrieden zu sein. Anschließend behandelten sie mich fast wie eine heilige Ishiaku, gaben mir meinen Helmes zurück und sagten, ich sei „echt cull, mann“. Es schien so, als wäre ich aus dem Benschneider. Doch dann warfen die beiden Typen die Becher rüber in den Schalke-Block. Binnen Sekunden waren wir von Ordnern umzingelt, welche die beiden Kerle sofort abführten. Einer von ihnen rief noch: „Der da war auch dabei!“ und zeigte auf mich. Ich dachte mir nur ‚O Verrat!‘, doch es half nichts. Die Videobilder zeigten, dass ich die Becher mit Kot und Urin gefüllt hatte. Die Strafe folgte auf dem Fuß: Ich erhielt drei Jahre bundesweites Stadion-Verbot. Außerdem wurde ich zu 50 Stunden Sozialdienst beim Ionita-Orden verdonnert. Zum Glück hat man mich nicht auch noch Laslandes verwiesen…

Danke, dass Sie mir eine Plattform für die Wahrheit gegeben haben,
der McKenna

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