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Jan
11

Erinnerst du dich noch an… Mariano Tripodi?

Kein Spieler in der Geschichte des 1. FC Köln hat eine bessere Torquote als Mariano Tripodi. Einmal pro Spiel schlug der Argentinier zu, wenn er das Geißbock-Jersey trug. Warum er heute nicht in einem Atemzug mit Dieter Müller, Hannes Löhr, Toni Polster oder Lukas Podolski genannt wird, erfährst Du hier.

Köln im Herbst 2006: Zu der Zeit als der „Messias“ Christoph Daum an den Rhein zurückkehrte und geduldig Kinder, Trikots und Plüsch-Geißböcke segnete, breitete sich eine nie dagewesene Euphorie rund um das Geißbockheim aus. Dass der FC zu diesem Zeitpunkt im tristen Mittelfeld der 2.Liga platziert war, schien niemanden zu stören.

Vor seinem ersten Spiel gegen Duisburg wirbelte Daum den Laden gleich kräftig durcheinander. Da es bis zur Transferperiode noch einige Wochen dauerte, konnte der mehrfache Meistermacher noch keinen seiner bestechenden Transfers tätigen. Bis die Heilsbringer Fabio Luciano, André, Tiago, Marius Johnsen und Serhat Akin das FC-Trikot überstreifen konnten, gingen noch einige Wochen ins Land.

Ein neuer Poldi für Köln, sogar ein dreifacher?

Zum Glück entdeckte Daum in der zweiten Mannschaft ein vielversprechendes Talent. Dort kickte seit dem Sommer ein argentinischer Stürmer namens Mariano Tripodi, den der FC vom Maradona-Club Boca Juniors loseisen konnte (ein Jahr zur Leihe mit Option auf vier weitere Jahre). Daum zog den 19-jährigen sogleich hoch in den Profikader. Auch der Boulevard frohlockte gleich von einem neuen Hoffnungsträger, der Spitzname „TriPoldi“ machte schon die Runde. Bei dem Namen konnte man schon erwarten, dass der Junge dreimal so gut ist wie das gerade zum FC Bayern abgewanderte kölsche Idol.

Als die „Mission Messias“ mit dem Spiel gegen den MSV Duisburg begann, wollte Daum seine Neuentdeckung nicht verheizen. Er schenkte in der Offensive zunächst dem Quartett Matthias Scherz, Adil Chihi, Milivoje Novakovic und Peter Madsen (!) das Vertrauen. In der ersten Hälfte führte der MSV den FC vor, es stand 0:2 zur Pause.

Eine einmalige Torquote – Aufhören, wenn’s am Schönsten ist

Daum wechselte in der zweiten Hälfte in Tripodi den fünften Offensivspieler ein. Und der Joker stach: In der 90. Minute erzielte der 19-jährige Argentinier mit einem Abstauber aus drei Metern (da muss ein Stürmer stehen) den 1:3-Endstand und feierte seinen Treffer, als ob er soeben das Siegtor geschossen hätte.

Womöglich war es dieser Torjubel, der dem Fast-Bundestrainer nicht behagte. Jedenfalls berücksichtigte Christoph Daum den Torschützen nie wieder für den Profikader – und ermöglichte so Tripodi die in Stein gemeißelte Bilanz von einem Tor in einem Zweitligaspiel und die Traumquote von einem Tor pro Einsatz für den 1. FC Köln.

Der FC verzichtete letztlich auf die Kaufoption, Tripodi kehrte 2007 nach Argentinien zurück. Seitdem hat er eine Odyssee hinter sich, die ihres Gleichen sucht. Hier ein paar seiner Stationen: Boca Juniors, CA San Martin, FC Santos, Atletico Mineiro, Arsenal de Sarandi II. Mittlerweile spielt er für Tochigi SC in der zweiten japanischen Liga. Und dass die ein echtes Karrieresprungbrett sein kann, hat neulich erst Shinji Kagawa bewiesen… Egal wie es kommt, den Titel als statistisch bester FC-Torschütze pro Spiel wird Tripodi vermutlich so schnell keiner nehmen. Nicht einmal der „echte“ Poldi.

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