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Aug
29

Erinnerst du dich noch an… Maicosuel?

Wer meinen Blog regelmäßig verfolgt, kennt meine “Vorliebe“ für brotlose Künstler, von mir gerne auch abfällig “Zirkuspferde“ genannt. Denilson war so einer, aus der aktuellen Spielergeneration gehören für mich Robinho und Quaresma in diese Kategorie. Spätestens seit gestern kann man getrost auch die ehemalige Hoffenheim-„Legende“ Maicosuel dazu zählen. Sein epischer Fehlschuss kostet seinen neuen Club Udinese die Teilnahme an der Champions League.

Es gibt viele Möglichkeiten, einen Elfmeter zu verschießen. Vollspann drüber, wie weiland Uli Hoeneß in Belgrad. Mit dem Standbein wegrutschen und die Kugel in die Umlaufbahn schießen, wie David Beckham bei der EURO 2004 gegen Portugal. Man kann dem Keeper den Ball aber auch einfach in die Arme schießen. So geschehen im gestrigen Champions League-Qualifikationsspiel Udinese Calcio – Sporting Braga. Nachdem Hin- und Rückspiel 1:1 ausgegangen waren, musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Als dritter Spieler der Norditaliener war Maicosuel (26) an der Reihe, „bekannt“ aus der Saison 2009/10, als sich der als „Granate“ angekündigte Brasilianer wie so viele Südamerika-Importe der TSG als ziemlicher Rohrkrepierer erwies (3 Tore in 27 Spielen).

Seit wenigen Wochen spielt Maicosuel bei Udinese Calcio. Hätte er seinen gestrigen Elfmeter verwandelt, hätte er seine Ablöse in Höhe von 5 Millionen Euro locker wieder reingespielt. So aber versagte er – und nicht irgendwie:

Es ist immer gut (für den Torwart), wenn man schon beim Anlaufen weiß, was der Schütze vorhat. Nun hat Andrea Pirlo während der EURO einen Elfmeter noch auf ähnliche Weise verwandelt. Was der Unterschied war? Zum einen hat Pirlo dem Torwart kein Telegramm geschrieben, in dem er seine Ecke verraten hat. Zum anderen hatte Pirlo aber auch Glück. Wenn solche Panenka-Gedächtnis-Elfmeter reingehen, wird der Schütze gerne als Genie oder Schlitzohr gefeiert. Im Gegenzug kann er sich aber auch des weltweiten Spotts sicher sein, wenn es nicht funktioniert. Bei solchen Elfmetern ist es, wie es immer im Fußball ist: Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg. Und wenn man einen Elfmeter mit allem Glück dieser Welt (und mit freundlicher Unterstützung des Torwarts) im Tor unterbringt, dann hat man eben alles richtig gemacht. So wie hier:

P.S. Nachtrag zum Thema „Zirkuspferd“: Auch wenn ich mir mit dieser Aussage möglicherweise Feinde mache, aber der gute Neymar (Nossa, Nossa) muss mir ebenfalls noch beweisen, dass er mehr kann als ein paar Übersteiger und Körpertäuschungen. Allein durch ein Olaf-Marschall-Gedächtnis-Nasenpflaster lasse ich mich nicht überzeugen. Naja, in zwei Jahren ist ja WM in Brasilien. Wenn er dann im Finale gegen Deutschland einen Elfmeter auf die gleiche Weise verschösse wie Maicosuel, hätte ich nix dagegen…

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