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Mrz
04

FC Barcelona in der Krise – Aus der Zauber?

Der Nimbus der Unbesiegbarkeit bröckelt nach dem Pokal-Aus, der Liga-Niederlage im Clasico und dem drohenden K.O. in der Champions League. Geht die Ära des FC Barcelona zu Ende? Oder ist sie sogar schon vorbei?

Als im internationalen Fußball um die Jahreswende herum Zwischenbilanz gezogen wurde, konnte es keine zwei Meinungen geben: Der FC Barcelona war die Mannschaft, die es zu schlagen galt. Die Katalanen waren locker ins Achtelfinale der Champions League sowie ins Viertelfinale der Copa del Rey spaziert. Vor allem aber mit den Leistungen in der Liga hatte Barca Historisches geschafft: 18 Siege und ein Unentschieden waren die beste Halbserienbilanz in der Geschichte der spanischen Meisterschaft. An all diesen Erfolgen maßgeblich beteiligt war ein überragender Lionel Messi, der im Spieljahr 2012/13 bereits 50 Pflichtspieltreffer für den viermaligen Champions-League-Sieger erzielt hat.

„Schwarzer Februar“ für Barca

Sieben Wochen später scheint sich die Lage komplett umgekehrt zu haben: Barca schwächelt in der Meisterschaft, ist „nur“ die viertbeste Rückrundenmannschaft. Der Titel dürfte den Katalanen aufgrund des dicken Punktepolsters von immer noch elf Punkten auf Atletico und 13 auf Real Madrid dennoch sicher sein. Hart getroffen hat den Klub aber vor allem das Aus gegen Real im Halbfinale der Copa del Rey (1:1/1:3). Der erste Titel ist damit bereits futsch, eine „perfekte Saison“ nicht mehr möglich.

Und Titel Nummer zwei könnte bereits in der kommenden Woche verspielt werden: Nach der 0:2-Pleite beim AC Milan im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League braucht Barca am übernächsten Dienstag schon einen perfekten Abend, um im Rennen um den Henkeltopf zu bleiben. Ansonsten würde die „Kombinationsmaschine“ zum dritten Mal binnen fünf Jahren gegen einen Gegner auszuscheiden, der gegen das gefeierte Tiki-Taka „nur“ taktische Cleverness und eine Portion Glück zu bieten hatte. Könnte man dann noch von Zufall sprechen, oder krankt es nicht doch eher an etwas Grundsätzlichem?

Barcelona hat Probleme

Den Abgang Pep Guardiolas schien die Mannschaft noch gut verdaut zu haben. Die Ergebnisse unter Tito Vilanova in der Hinrunde waren sogar besser denn je. Seit der Coach sich aber wegen seiner Krebserkrankung behandeln lässt und Co-Trainer Jordi Roura das Star-Ensemble betreuen muss, ist der Wurm drin.

Die einst so sattelfeste Defensive ist seit 13 Pflichtspielen nicht mehr ohne Gegentor geblieben. Der Mittelfeldmotor um den mittlerweile 33-jährigen, von Verletzungssorgen geplagten Xavi und den etwas überspielt wirkenden Andres Iniesta stockt, und die Last des Toreschießens liegt vor allem auf den schmalen Schultern Lionel Messis.

Messi – und dann?

Ein Blick auf Barcas Torschützenliste beweist: Außer dem Argentinier (39 Liga-Tore) trifft niemand zuverlässig. David Villa steht auch aufgrund von gesundheitlichen Problemen erst bei sieben Saisontoren, Cesc Fabregas bei sechs, Pedro bei fünf. Der im Vorjahr noch so gepriesene Alexis Sanchez war sogar erst einmal erfolgreich.

Auch die Mannschaft der Zukunft nimmt nicht so recht Formen an: Seit Vilanova seinen früheren Chef Guardiola abgelöst hat, haben die Talente aus der Nachwuchsakademie „La Masia“ weniger Einsatzzeiten und entwickeln sich langsamer als unter Pep.

Barcelona ist nach wie vor eine der besten Mannschaften der Welt, und an guten Tagen kann sie immer noch fast jeden Gegner wie eine Schülermannschaft aussehen lassen. Doch die güldenen Zeiten scheinen sich dem Ende zuzuneigen, denn die Mannschaft bietet mittlerweile mehrere Angriffspunkte: Immer mehr Teams finden durch gute Organisation ein Rezept gegen das Tiki-Taka. Puyol (35) und Xavi (33) haben bei aller Klasse ihre besten Tage vermutlich hinter sich. Der Umbruch, der irgendwann vollzogen werden muss, stockt in diesen Tagen. Wenn es im zweiten Jahr in Folge „nur“ zu einem Titelgewinn reichen sollte, wird man zwangsläufig vom Ende einer großen Ära sprechen müssen.

Mein Gefühl sagt: Barcelona wird auch in der Zukunft noch eine starke Mannschaft sein. Doch die Katalanen werden hart arbeiten müssen, um wieder zu der Übermannschaft der Jahre 2008 bis 2011 zu werden. Ob Guardiola die Zeichen der Zeit erkannt hat und deswegen im letzten Sommer gegangen ist?

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