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Apr
22

Frontzeck, Labbadia & Co. – Trainerbeben wird immer verrückter

Das Trainerkarussell in der Bundesliga dreht sich in der Endphase der Saison 2014/15 schneller denn je. Unmöglich scheint nichts mehr, Prognosen wirken wie auf Sand gebaut. Dabei erscheint beileibe nicht jede Personalentscheidung sinnvoll zu sein.

Vor jeder Bundesliga-Saison boomt das Wettgeschäft. Besonders populär neben der Frage nach dem kommenden Deutschen Meister: Welcher Trainer fliegt als erstes? Nach den jüngsten Entwicklungen bietet sich eine Dauerwette für die Zocker im Lande an: Welcher Trainer kommt als nächstes? Außenseitertipps hätten nun beste Quoten.

Hannover 96: Auf Frontzeck muss man erstmal kommen

Nichts gegen Martin Kind und Dirk Dufner. Der Präsident und der Sportdirektor von Hannover 96 haben trotz einer Serie von Pleiten und Pannen an Trainer Tayfun Korkut festgehalten – weil zumindest Dufner offenkundig an ihn geglaubt hat und weil die Mannschaft einer Serie von 13 Spielen ohne Sieg zum Trotz auch bei Niederlagen meist noch „gelebt“ hat.

Das 0:4 bei Bayer Leverkusen war letztlich in der Addition zu viel des Schlechten, weswegen die Demission Korkuts nicht als Schnellschuss gebrandmarkt werden kann. Bei nur zwei Punkten zum Relegationsplatz war man angesichts der Tendenz schlichtweg zum Handeln gezwungen. Die Trainersuche und -findung, die am Montag ganz Fußball-Deutschland in Atem gehalten hat, war dagegen durchaus diskussionswürdig.

Wie in einem Krimi, in dem jeder der Mörder (respektive der neue Trainer) sein könnte, zauberten Kind und Dufner in Michael Frontzeck einen absoluten Super-Geheimtipp aus dem Hut, dessen Referenz als „Retter“ – und nichts anderes soll er sein – doch eher dürftig ist: Abstieg mit Alemannia Aachen 2007. Knappe Rettung mit Arminia Bielefeld 2008, Entlassung vor dem 34. Spieltag der darauffolgenden Saison in höchster Abstiegsnot. Zäher Kampf um den Klassenerhalt mit Borussia Mönchengladbach 2009/10, Entlassung am 13. Februar 2011 in scheinbar aussichtsloser Situation. Dazu ein wenig erfolgreiches Engagement beim FC St. Pauli in der 2. Bundesliga.

Danach erschien ein höherer Level für Frontzeck nicht mehr realistisch zu sein. Umso überraschender ist nun sein (Kurz-)Comeback in der 1. Bundesliga, bei dem er beweisen muss, dass er doch ein „Retter“ sein kann. Dabei hat der frühere Nationalspieler nicht nur bei den Medien und den Fans, sondern vermutlich auch bei den Spielern viel Überzeugungsarbeit vor sich.

Neururer: Lachnummer mit Qualitäten

Gemessen an der Personalie Frontzeck wäre das dritte Hannover-Engagement des als erfolgreichen Feuerwehrmanns bekannten Peter Neururer nach 1994-95 sowie 2005-06 auf den ersten Blick fast schon eine Top-Lösung gewesen.

Auch wenn sich der überaus medienaffine Neururer längst selbst um den Ruf eines hochprofessionellen Fußballlehrers gebracht hat, hätte sein Kommen zumindest den Glauben auf eine Wirkung gezeitigt – immerhin hat der 59-Jährige in seiner langen Laufbahn mehr als nur eine Mannschaft mit flotter Ansprache und Starkreden vor dem Abstieg bewahrt.

Dass Neururer es nun doch nicht geworden ist, überrascht unter dem Strich doch (wer hätte das noch am Wochenende gedacht?!?). Umso mehr überrascht es, weil er für viele Medien bis in den Montagabend hinein als logische Lösung galt – auch, weil Neururer gegenüber verschiedenen Medien nur noch von „Kleinigkeiten“ sprach, die zu klären seien.

Gegen Neururer könnte genau diese Offenheit in der Verhandlungsphase letztlich gesprochen haben: Er ist nun einmal Zampano, der das Blitzlicht sucht und vielleicht durch seine Präsenz den Fokus zu sehr von den eigentlichen Aufgaben gelenkt hätte. Neururers Retterquote ist aber trotzdem beachtlich. Nachzufragen unter anderem in Schalke, Köln und Bochum.

Taumelnder HSV: Labbadia-Faktor schon passé?

Mehr als ein Satire-Magazin hat bereits vor Bruno Labbadias erstem Spiel in seiner zweiten Ära als HSV-Trainer über seine Entlassung wegen Erfolglosigkeit gespöttelt. Nach dem 0:1 bei Werder Bremen vom Sonntag muss möchte man nun tatsächlich fast schon die Frage stellen, inwiefern Labbadia noch das Potenzial hat, mit der Mannschaft die Rettung zu schaffen.

Nach der fünften Niederlage in Folge unter dem dritten Trainer scheint die Hoffnung wieder so gering zu sein wie in der Episode mit Sportdirektor Peter Knäbel. Der HSV hat mit Labbadia alles auf eine Karte gesetzt und muss wohl damit rechnen, dass die Hoffnung nach einer Pleite im Heimspiel gegen Europa-League-Anwärter FC Augsburg endgültig sterben würde.

Was würden die Hamburger Verantwortlichen um den gescheiterten Hoffnungsträger Dietmar Beiersdorfer dann tun? Weitermachen und hoffen? Oder gar das schier Unfassbare wagen und nochmals den Trainer austauschen? Mittlerweile mag man selbst diesen Wahnsinn nicht mehr ausschließen. Es würde sich fast lohnen, darauf zu wetten. Wer sich in diesem Bereich umtun möchte: Die Seite sportwetten-bonus.com gibt einen Überblick über Sportwetten jeglicher Art.

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