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Dez
03

Fünf Gründe, warum der 1. FC Köln den Hamburger SV schlägt

Das DFB-Pokal-Achtelfinale zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FC Köln versprüht den Glanz der guten alten Zeit. Auch wenn der HSV seit Jahren im Mittelfeld der 1. Liga dümpelt und der FC sich gerade darum bemüht, in der kommenden Saison gemeinsam mit dem HSV im Mittelmaß dümpeln zu dürfen, verspricht das Duell der beiden Traditionsklubs ein Kracher zu werden. Dass der 1. FC Köln den Hamburger SV schlagen wird, steht dabei außer Frage. Hier sind fünf absolut wasserdichte Gründe.

1.) Die Qualität stimmt

Der FC-Kader ist nur auf den ersten Blick ein Zweitligakader. Keeper Timo Horn würde Erstligisten wie Hoffenheim, Schalke oder Bremen sofort verstärken. Sturmspitze Patrick Helmes ist der beste Angreifer der 2. Liga – und mehr als Zweitliganiveau hat die HSV-Abwehr trotz mehrerer (!) aktueller (!) A-Nationalspieler (!) auch nicht zu bieten. Bei Mittelfeldass Daniel Halfar muss man als FC-Fan fast dankbar sein, dass er vor dem Tor so gefährlich ist wie weiland Stefan Kohn oder Sebastian Freis. Könnte Halfar auch noch abschließen, müsste Mesut Özil allmählich um seinen WM-Platz zittern. Marcel Risse macht momentan seinem Namen alle Ehre und reißt mit seinem Tempo selbige in jede Abwehr.

Die Liste lässt sich bis ins zweite Glied fortsetzen – wo Trainer Peter Stöger des Öfteren die Wahl zwischen den polnischen Nationalspieler Slawomir Peszko und dem nigerianischen Nationalspieler Anthony Ujah hat. Nennen wir das Kind beim Namen: Der FC hat momentan mehr Breite als Champions-League-Finalist Borussia Dortmund!

2.) Underdog

Schon der ehemalige Trainer Stale Solbakken wusste, dass es dem FC zugutekommt, wenn man „nur der Unterhund“ ist. Die Erfahrungen der laufenden Zweitligasaison – und ein Blick auf die letzten 20 Jahre Vereinshistorie – zeigen, dass es zur rot-weißen Vereinsphilosophie gehört, am liebsten den Gegner das Spiel machen zu lassen. Das ist vergleichbar mit der ungeschriebenen Verpflichtung zum Tiki-Taka beim FC Barcelona oder zum Drei-Stürmer-System bei Ajax Amsterdam. Bei Bundesliga-Dino Hamburg kann man dieser Rolle wieder nach Herzenslust frönen: tief stehen, eiskalt kontern. Berlin, wir kommen (einen Schritt näher)!

3.) Mladen Petric hat den HSV verlassen

Siebenmal hat Mladen Petric mit dem Hamburger SV gegen Köln gespielt. Die Bilanz des Kroaten: neun Tore, drei Vorlagen. Zieht man die Petric-Torbeteiligungen aus diesen sieben Duellen ab, ist der HSV gewissermaßen der Kölner Lieblingsgegner…

4.) Die Europa-Regel

Alle Vereine, die in wenigstens 10 der letzten 20 Spielzeiten erstklassig waren, haben sich mindestens einmal für den Europapokal qualifiziert: Bayern München, Werder Bremen, der Hamburger SV, der VfB Stuttgart, Borussia Dortmund, Schalke 04, Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt, der 1. FC Kaiserslautern, Bayer Leverkusen, Hertha BSC, der VfL Wolfsburg, Hannover 96, ja sogar 1860 München, der 1. FC Nürnberg, der SC Freiburg und der VfL Bochum – nur ein Name fehlt: der 1. FC Köln, der in dieser Zeit fünfmal ab- und viermal wieder aufgestiegen ist und in 14 Jahren im Oberhaus nie über Tabellenplatz zehn hinausgekommen ist. Getreu dem alten Credo von Star-Trainer Christoph Daum führt jedes Scheitern aber nur dazu, dass die Chance auf den Erfolg steigt. Und bekanntermaßen ist der DFB-Pokal der kürzeste Weg nach Europa… Klar soweit?

5.) Ganz banal: Es läuft

Zugegeben, die beiden 0:1-Niederlagen beim VfL Bochum und gegen den FC Ingolstadt waren nicht schön und haben den FC zwischenzeitlich vom Spitzenplatz der 2. Liga wieder herunterbefördert. Dass die Geißböcke aber am vergangenen Freitag mit einem eindrucksvollen 3:0 bei Aufstiegsanwärter FC St. Pauli wieder in die Spur gefunden haben, beeindruckt. Dass die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen gelegentlich die Ausmaße Australiens haben, sollte man allerdings möglichst vor Dienstag 19 Uhr noch beheben.

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