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Jul
20

Fundstück der Woche: Wie schneidet man sich einen Kevin-Kuranyi-Bart?

Die haarigen Wochen auf Aktives Abseits gehen weiter. Nach dem Oberlippenbart von Marco Bode und dem Combover von Sir Bobby Charlton wird es dieses Mal etwas aktueller – und persönlicher: Vor rund einem Jahr habe ich mir zwecks Recherche für einen nicht ganz ernst gemeinten Artikel einen Kevin Kuranyi-Bart schneiden lassen. „Mut zur Peinlichkeit“ ist das Stichwort!

Für was es nicht alles Auszeichnungen gibt! Seit 2003 kürt der „Bart & Kultur Club Belle Moustache“ aus Leinfelden-Echterdingen im Schwabenländle alljährlich den „Bartträger des Jahres“. Der Preis geht seit jeher an „bärtige Persönlichkeiten mit Vorbildcharakter“ (Wortlaut der Homepage). Zu den stolzen Preisträgern zählen Schauspieler Mario Adorf, „Höhner“-Frontmann Henning Krautmacher, Ex-Handball-Bundestrainer Heiner Brand und selbstredend auch Ex-Fußballnationalspieler Kevin Kuranyi.

Völlig zu recht habe ich mir also im Mai 2010 für meinen Kunden netzathleten.de einen Kevin Kuranyi-Bart schneiden lassen. Immerhin galt es, die in der Redaktion übermäßig beliebte (hüstel) Rubrik „Wellness & Beauty“ zu füllen. Was lag da kurz vor der Fußball-WM in Südafrika näher, als sich den Bart eines potenziellen WM-Fahrers schneiden zu lassen? Aus diesem Grund hatte ich mich eine Woche lang nicht rasiert, um mich anschließend in die professionellen Hände vom Cutmaster-Team Men’s World in Köln zu begeben, wo u.a. schon „Comedian“ Oliver Pocher, „Moderatorin“ Gülcan und „Sänger“ Menowin Fröhlich gestylt wurden (jeder weitere Kommentar überflüssig…).

Ok, am Ende wurde Kuranyi von Jogi Löw doch nicht mitgenommen ans Kap. Und um offen zu sein, sah der Kuranyi-Bart am mir eher mäßig aus (Merke: Einen entstellten Mann kann nichts verschönern). Aber die Geschichte ist zu schön, als dass man sie auf ewig in der Mottenkiste lassen sollte. Und so geht er nun, der Kevin-Kuranyi-Bart:

Rasiermesser besser als Nassrasierer aus dem Handel

Kevin Kuranyi geht keineswegs jeden Tag zum Friseur, um sich seinen Bart trimmen zu lassen. Er soll das angeblich selber hinbekommen. Doch das funktioniert nicht mit einem Elektrorasierer, wie Friseurmeister Adnan Okutan bestätigt: „So einen Bart kann man sich nur mit einer Nassrasur stylen. Am besten geht das mit einem Rasiermesser, ein herkömmlicher Nassrasierer ist präzise genug.“

Schritt 1: Einschäumen ist alles

Fast noch wichtiger als die Wahl des Messers ist die richtige Vorbereitung. Ein intensives Einweichen ist immer wichtig, doch wenn die Barthaare relativ lang sind, ist Einweichen ein absolutes Muss. Das Men’s World-Team verwendet zur Vorbereitung der Rasur eine Rasiercreme, die wesentlich sahniger ist als ein Rasierschaum oder -gel. „Ganz wichtig: Man sollte sich Zeit lassen, damit die Creme richtig einwirken kann“, sagt Adnan Okutan.

Schritt 2: Grobe Vorarbeit

 

Der Anfang ist noch verhältnismäßig leicht. In grober Vorarbeit werden erst einmal Wangen und Hals rasiert. Ausgespart werden die Oberlippe, ein Streifen von etwa einem Zentimeter neben dem Mund und der Bereich von der Unterlippe bis zum Kinn. Wichtig bei der Rasur mit einem Rasiermesser: „Bei einem Nassrasierer kann man auch problemlos gegen die Wuchsrichtung rasieren. Das sollte man mit einem Rasiermesser nicht machen. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass man sich schneidet“.

Bei der Frage, ob ich auch die Koteletten à la Kuranyi haben möchte – er trägt sie in einem etwa 0,5 Zentimeter dünnen und etwa zehn Zentimeter langen Streifen – lehne ich dankend ab. „Vielleicht an Karneval“, sage ich. „Vielleicht wenn ich ins Rotlichtmilieu einsteigen möchte“, denke ich.

Schritt 3: Feinarbeit mit dem Rasiermesser

 

Ist die Vorarbeit getan, geht es mit dem Rasiermesser an die Feinheiten. Hier sind vor allem Geduld und ein ruhiges Händchen gefragt. Eine Schablone ist bei einer Rasur à la Kuranyi im Übrigen nicht nötig: „Wenn man sich an ein Foto oder eine andere Vorlage hält, kann das jeder zu Hause hinbekommen.“

Nach einigen Minuten ist er fertig, der Kuranyi-Bart. Ein Problem gibt es allerdings: Da meine „Bartdecke“ nicht ganz geschlossen ist – ich habe eine unbewachsene Stelle zwischen Kinn und Mund – lässt sich der charakteristische „Mittelstreifen“ des Kuranyi-Bartes bei mir nicht vollständig herstellen. Zur Problemlösung später mehr.

Schritt 4: Haut beruhigen

Ist das Styling abgeschlossen, heißt es, die Haut zu beruhigen. Das Team von Men‘s World macht das zunächst mit einem feucht-warmen Handtuch. Anschließend wird die Haut noch eingecremt. Das ist auch bitter nötig, denn nach mehr als einer Woche ohne Rasur ist meine Gesichtshaut so angespannt wie Oliver Kahn vor einem wichtigen Spiel.

Schritt 5: Akzentuieren

 

Wäre also nur noch das Problem mit dem „Mittelstreifen“ zu lösen, welcher dem Kuranyi-Bart wegen der drei Streifen in Fachkreisen den Spitznamen „Adidas-Bart“ eingebracht hat. Friseurmeister Okutan weiß Rat: „Einfach mit einem schwarzen Kajalstift die Konturen des Bartes nachzeichnen. Das Ganze lässt sich bei der nächsten Gesichtswäsche leicht wieder entfernen.“ Und so komme ich dann doch noch zu einem annähernd perfekten Kuranyi-Bart.

Schritt 6: Bartpflege

Will man den Bart in Form halten, hat man die Wahl: Entweder alle paar Tage zum Friseur seines Vertrauens gehen oder selbst Hand anlegen. Wangen und Hals kann man bequem mit dem Nassrasierer bearbeiten. Für den Bart selber verwendet man am besten einen Bartschneider, um eine einheitliche Länge zu erhalten. Bliebe nur noch der „Innenraum“. Hier bietet sich in der Tat ein Rasiermesser an. Als amateurfreundliche Alternative kann man aber auch einen Nasenhaartrimmer zweckentfremden.

Fazit

Der Kuranyi-Bart scheint auch für Nicht-Friseure machbar zu sein. Ansonsten kann man sich immer noch an den Profi wenden. Abgesehen davon hat sich nach der Fertigstellung bei mir kein Heißhunger auf einen nussartigen Brotaufstrich eingestellt. Auch das charakteristische Kuranyi-Lispeln ist ausgeblieben. Besser ist das.

Anmerkung: Der Bart ist bei mir kaum älter als eine Stunde geworden. Das „Projekt Schenkelbesen“ sollte zu einem einmaligen Ausrutscher werden, beschloss ich. Außerdem war ich nur wenige Tage später als Trauzeuge im Einsatz. Und die Braut hatte mir schon vorher versichert, dass sie mich – so wie Kuranyi 2006 – aus dem Aufgebot streichen würde, sollte ich den Bart bis zur Hochzeit behalten.

2 Kommentare

1 Ping

  1. david sagt:

    Kevin Kuranyi Bärte sind out. :-D Inzwischen trägt doch jeder 2. einen Vollbart. ;-)

    1. tom sagt:

      @david naja, kann ich nicht ganz zu stimmen. ;-)
      Ich bin bei meinem „Kuranyi“ Bart verblieben und nicht dem Trend mitgezogen, welchem jeder sinnlos folgt. :-P

  1. Menowin Fröhlich News sagt:

    Nachrichten zu Menowin Fröhlich…

    Fundst?ck der Woche: Wie schneidet man sich einen Kevin-Kuranyi <b>…</b>…

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