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Feb
22

Gewinnspieleinlösung: Bayern-Frankfurt – die legendärsten Duelle

Nils, der Gewinner des Aktives Abseits-Quiz im Monat Februar, hat sich ein auf den ersten Blick unspektakuläres Thema gewünscht: die größten Duelle zwischen dem deutschen Rekordmeister Bayern München und dem aktuellen Zweitligisten Eintracht Frankfurt. Da mir die Wünsche meiner Gewinnspiel-Champions jedoch Befehl sind, habe ich mal ein wenig recherchiert. Bitte schön!

Sportlich trennen den FC Bayern München und Eintracht Frankfurt mehr als nur eine Liga. Die einen gewinnen quasi im Zweijahresrhythmus die Deutsche Meisterschaft (21 Titel in den letzten 43 Jahren), die anderen warten seit 1959 darauf, die Schale in Empfang zu nehmen – vielleicht klappt es ja diese Saison mit der „Felge“… Die einen haben Franck Ribéry, Manuel Neuer und Thomas Müller in ihren Reihen, die anderen Gordon Schildenfeld, Mo Idrissou und Karim Matmour. Doch obwohl die Eintracht seit rund 15 Jahren eher zwischen der ersten und der zweiten Liga pendelt, hat es immer wieder spannende, wenn nicht gar denkwürdige Duelle gegeben.

Bereits 96-mal hat das Schicksal (bzw. der Spielplan) die Münchner Bayern und die Frankfurter Eintracht zusammengeführt. Die Bilanz spricht – wen wundert’s – mit 47:28 Siegen relativ deutlich für den Rekordmeister aus Süddeutschland.

Das erste Duell…

…fand im Jahre 1960 statt. Drei Jahre vor Einführung der Fußball-Bundesliga trafen die beiden Mannschaften in einem Spiel der Oberliga Süd im Stadion an der Grünwalder Straße aufeinander. Die Bayern gewannen durch je zwei Doppelpacks von Sieber und Grosser mit 4:2 (Frankfurter Tore durch Schymik und Stein). Mit Bayerns Karl Mai stand immerhin ein „Held von Bern“ auf dem Platz. Von der späteren „Goldenen Generation“ um Beckenbauer, Müller und Maier war noch niemand dabei, dafür mischte ein Stürmer mit dem schönen Namen Walter Wagenbauer die gegnerischen Abwehrreihen auf.

Die Frankfurter gewannen übrigens das Rückspiel klar mit 6:0 und qualifizierten sich als Tabellenzweiter der Oberliga Süd für die Ausscheidungsspiele um die Deutsche Meisterschaft, Bayern wurde biederer Achter. Während die Frankfurter 1963 zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga gehörten, mussten sich die Bayern erst sportlich für das Oberhaus qualifizieren und gehören erst seit 1965 zur Beletage. In den ersten Bundesliga-Jahren noch auf Augenhöhe, setzten sich die Bayern Anfang der 1970er sportlich nicht nur an die nationale, sondern auch die internationale Spitze. Die Eintracht nistete sich dagegen im nationalen Verfolgerfeld ein, Schwankungen inklusive.

Schützenfeste

Oft endeten die Duelle der beiden Vereine knapp, doch hin und wieder kam es auch zu einem Schützenfest. In der Saison 1971/72 etwa räumten die Bayern auf dem Weg zur Meisterschaft die SGE mit 6:3 aus demselben. Gerade einmal drei Jahre später hat die Eintracht sich dafür mehr als revanchiert. Gegen die mit Weltmeistern gespickte satte Startruppe von der Isar gelang den Frankfurtern ein vernichtendes 6:0. Legendär ist der letzte Treffer, ein von Bernd Nickel (Spitzname: „Doktor Hammer“) mit dem Außenspann ins Tor „genagelter“ Eckstoß. Erwähnenswert ist auch der 7:2-Kantersieg der Bayern aus der Meistersaison 1980/81. Karl-Heinz Rummenigge traf zweimal, Paul Breitner gar dreimal.

Wir holen den U-U-E-F-A-Cup…

Als Deutschland noch vier Startplätze im UEFA-Cup hatte, trafen Bayern und Hessen gleich zweimal aufeinander. 1976/77 demontierte die Eintracht den FC Bayern im Achtelfinale mit 4:0 und 2:1. Legendär ist aber das Duell aus der UEFA-Cup-Saison 1979/80: Alle vier deutschen Starter schafften es damals ins Halbfinale. Während im einen Semifinale die Gladbacher den VfB Stuttgart ausschalteten, eliminierten die Hessen den FC Bayern nach einem 0:2 im Hinspiel noch durch ein 5:1 nach Verlängerung. Den Pokal gewann die SGE übrigens auch, im Finale wurde Gladbach aufgrund der mehr erzielten Auswärtstore mit 2:3 und 1:0 bezwungen.

„Bye Bye, Bayern“

Ein legendäres indirektes Duell fand in der Saison 1993/94 statt. Die Eintracht dominierte die Liga im ersten Saisondrittel nach Belieben und schien schon der kommende Meister zu sein. SGE-Trainer Klaus Toppmöller ließ sich in der Euphorie zu zahlreichen Spitzen gegen die Konkurrenz hinreißen. Vielen im Gedächtnis geblieben ist der Satz „Die Bayern haben am Dienstag Englisch gelernt. Es heißt jetzt ‘Bye Bye, Bayern‘“, mit dem Toppmöller das UEFA-Cup-Aus der Münchner gegen Norwich City kommentierte. Meister wurden am Ende übrigens die Bayern. Und nach einer sportlichen Talfahrt im zweiten Saisondrittel und vielen Querelen im Umfeld hieß es im April 1994 „Bye Bye, Toppi“.

Frontalcrash und Kreuzbandriss

Am 18.9.1999 wurde eine der kuriosesten Geschichten der Bundesliga geschrieben. Die gut in die Saison gestartete Eintracht empfing den schwer in Tritt gekommenen Meister aus München. Bachirou Salou brachte die SGE früh in Führung. Die Bayern kamen nur zaghaft ins Spiel und büßten in der zweiten Hälfte auch noch beide Torhüter ein: Erst kollidierte Bayern-Verteidiger Samuel Kuffour in der 55. Minute mit seinem Keeper Oliver Kahn, der seine Zunge verschluckte und ausgewechselt werden musste. Nur sieben Minuten später erwischte es Ersatzkeeper Bernd Dreher, der bei einer Abwehraktion im Rasen hängen blieb und sich das Kreuzband riss. Linksverteidiger Michael Tarnat musste ins Tor. Angesichts des Rückstandes mussten Bayern-Fans nun das Schlimmste befürchten. Doch der FCB spielte nun wie aufgedreht und gewann die Partie noch mit 2:1 – auch weil Tarnat ein paar Mal klasse hielt.

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