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Mrz
24

Gewinnspieleinlösung: Ein Hosianna auf Marko Arnautovic

Im Februar habe ich unter meinen Lesern ein kleines Quiz veranstaltet. Helge aus Hoya (bei Bremen) hat sich als der schnellste Ratefuchs erwiesen und den „Hauptpreis“ abgestaubt: Er durfte mir das Thema für einen Artikel vorgeben. Seine Wahl fiel auf „Ein Hosianna auf Marko Arnautovic“.

Eigentlich könnte dieser Artikel mein bislang kürzester Artikel auf „Aktives Abseits“ werden. Was kann man schon Positives über einen Spieler sagen, der Werder Bremen mehr als 6 Millionen Euro Ablöse gekostet hat und der auf sowie neben dem Platz vorwiegend Negativschlagzeilen produziert hat?

Arnautovic nicht zu früh abschreiben

Zunächst einmal ist Marko Arnautovic nicht der erste so genannte „schwierige“ Spieler, den Werder Bremen in den letzten Jahren verpflichtet hat. Einige dieser „Risikotransfers“ erwiesen sich als Volltreffer, wie Ailton, Johan Micoud, Tim Wiese oder Diego. Seit ein paar Jahren ist der sportlichen Leitung von Werder Bremen aber scheinbar das Händchen abhanden gekommen, nach Carlos Alberto scheint Marko Arnautovic der nächste teure Fehleinkauf zu werden.

Aber: Auch Ailton hat ein Jahr gebraucht, ehe er in der Bundesliga Fuß gefasst hat. Und wenn man Arnautovic spielen sieht, erkennt man schnell, dass mehr in ihm steckt als die magere Quote von insgesamt vier Toren und drei Vorlagen in Liga, Pokal und Champions League. Er ist schnell und verfügt trotz seiner Größe (1,92m) über eine herausragende Technik. Und er ist erst 21 Jahre jung, da ist also noch einiges möglich. Hinzu kommt, dass es auch bei seinen Mitspielern in dieser Saison nicht läuft. In der Werder-Mannschaft der letzten Spielzeit wäre Arnautovic vermutlich besser zur Entfaltung gekommen.

Arrogantovic oder Astronautovic?

Allerdings muss sich Marco Arnautovic auch schon seit Jahren den Vorwurf gefallen lassen, ein abgehobener Kindskopf zu sein. Das brachte ihm zu seiner Zeit bei Twente Enschede den Spitznamen „Arrogantovic“ ein. Bei Inter Mailand wurde er von seinem Trainer José Mourinho wegen seiner Einstellung mehrfach gerüffelt, und dem früheren österreichischen Nationaltrainer Josef „Peppi“ Hickersberger verweigerte er einst den Handschlag, nachdem dieser ihn nicht nominiert hatte.

Auch in seinen ersten Wochen in Bremen machte sich Marko Arnautovic nicht viele Freunde. So legte er sich mit Werder-Leitwolf Torsten Frings an („Was willst du? ICH habe die Champions League gewonnen!“), blockierte mit seinem Bentley auch schon einmal eine Toreinfahrt ins Weserstadion – so nah an einem Tor war er in dieser Saison selten – und ließ sich den Schriftzug „Champions League-Sieger 2010“ in seine Fußballschuhe einsticken, obwohl er beim letztjährigen Titelgewinn von Inter Mailand keine einzige Sekunde auf dem Platz gestanden hat.

Warum man Marko Arnautovic trotzdem mögen kann

Ich bin trotzdem (oder gerade deswegen) fast so etwas wie ein „Fan“ von Marko Arnautovic. Zum einen, weil ich ein Faible für Wortspiele habe und ihm die Bild-Zeitung nach seinen zwei Toren gegen den 1.FC Köln am 2.Spieltag den Spitznamen „Astronautovic“ verpasst hat, welcher mittlerweile zu meinem festen Wortschatz gehört. Zum anderen, weil mir Marko Arnautovic zum Saisonende eine Kiste güldenen Gerstensafts bescheren wird.

Denn jetzt kommt die Pointe dieses Artikels: Just gegen denselben Helge aus Hoya, der diesen Artikel „gewonnen“ hat, habe ich vor der Saison um eine Kiste Beck’s gewettet, dass Marko Arnautovic in 2010/11 weniger als 15 Tore erzielen wird. Seit dem besagten 2. Spieltag hat sich in dieser Hinsicht nichts getan, der Österreicher steht immer noch bei zwei „Buden“. Und mittlerweile bin ich auch vorsichtig optimistisch, dass „Astronautovic“ in den verbleibenden 7 Partien keine 13 Tore mehr erzielen wird. In diesem Sinne: Prost!

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