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Sep
24

Gewinnspieleinlösung: Eine Hommage an Wynton Rufer

Das „Aktives Abseits“-Gewinnspiel bleibt fest in grün-weißer Hand. Nach Huldigungen für die Werder Bremen-Legenden Dieter Eilts, Marco Bode und Thorsten Legat hat sich September-Quiz-Champion „Hans spring ins Feld“ eine Hommage an Wynton Rufer gewünscht. Bitte schön!

Wer die Kombination „Neuseeland“ und „Sport“ googelt, der erhält unzählige Beiträge zum Volkssport Rugby. Auch Damen-Hockey ist dabei. Bis zum ersten Suchmaschinen-Hit zum Thema Fußball muss man schon ein wenig länger suchen. Dieser Umstand mag den Fakt ein wenig schmälern, dass Wynton Rufer (geboren am 29. Dezember 1962), dem diese Hommage gebührt, unbestritten der beste Fußballer in der Geschichte des ozeanischen Inselstaates ist – so wie Jeff Strasser beispielsweise einst zu „Luxemburgs Fußballer des Jahrhunderts“ gekürt wurde oder Ernst Middendorp sich „Jahrhunderttrainer von Arminia Bielefeld“ nennen darf…

Gegen Rugby keine Chance

Nichtsdestotrotz ist Wynton Rufer eine Legende. Vor allem in Bremen, wo er von 1989 bis 1994 spielte und in dieser Zeit Meisterschaft, Pokal und Europapokal mit den Grün-Weißen gewann, verehrt man „Kiwi“ noch heute. In seiner Heimat Neuseeland ist Rufer übrigens kein Star, wie er 2004 im Interview mit dem Stern verriet: „Rugby ist hier alles, Fußball fast nichts. Aber ab und zu erkennt mich doch mal einer.“

Dabei war Wynton Rufer mittendrin, als das Land erstmals auf der Fußball-Landkarte auftauchte: 1982, bei der ersten WM-Teilnahme seines Heimatlandes Neuseeland stand der damals 19-Jährige im Kader der „All Whites“. Die drei Niederlagen in den Gruppenspielelen gegen Schottland, die Sowjetunion und Brasilien konnte aber auch der „Ozeanische Fußballer des Jahrhunderts“ nicht verhindern.

Nach dem Turnier in Spanien nahm Wynton Rufers internationale Karriere Konturen an. 1982/83 versuchte er sich bei Norwich City in Englands erster Liga, kam allerdings nur in der Reservemannschaft zum Einsatz. 1983 wechselte Rufer in die Schweiz, das Geburtsland seines Vaters, wo er für den FC Zürich, den FC Aarau und Grasshoppers Zürich in sechs Jahren 92-mal ins Schwarze traf.

Grün-Weiße Jubeljahre

1989 dann der Wechsel zu Werder Bremen, wo Rufer maßgeblich Anteil an den Erfolgen der frühen 1990er Jahre hatte: Als gesetzter Mittelstürmer gewann er mit dem Team den 1991 DFB-Pokal, 1992 den Europapokal der Pokalsieger, 1993 die Deutsche Meisterschaft und zum Abschied 1994 abermals den DFB-Pokal. Im Europapokalfinale 1992 gegen den AS Monaco machte er im Gespann mit Sturmpartner Klaus Allofs, dem heutigen Werder-Manager, eines der besten Spiele seiner Karriere. Mit seinem Treffer zum 2:0-Endstand in der 55. Minute stellte Rufer den ersten und bisher einzigen Bremer Europapokaltitel sicher.

Legendär sind bis heute auch Wynton Rufers Elfmeter, bei denen er fast schlendernd anlief, dann verzögerte und dann meist den Keeper in eine Ecke schickte, ehe er die Kugel lässig und risikolos in die andere Ecke schob.

In der Saison 1992/93 hatte Wynton Rufer sein erfolgreichstes Bundesligajahr, als er 17 Treffer zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft beisteuerte. International ragt die Spielzeit 1993/94 aus Rufers persönlichen Statistik heraus, als er mit acht Treffern gemeinsam mit Ronald Koeman (FC Barcelona) Torschützenkönig der UEFA Champions League wurde – ein Fakt, mit der man die eine oder andere Thekenwette gewinnen kann.

Bremen: Liebe auf den zweiten Blick

Seine Wunschadresse war Bremen im Übrigen nicht, wie Rufer 2004 gegenüber dem Stern einräumte: „Bremen kannte ich nicht. Otto Rehhagel kannte ich. Der hat mich geholt und die Stadt für mich auf die Landkarte gesetzt. Heute kennt man Bremen auch in Neuseeland – sofern man weiß, was Fußball ist.“

1994 ging der 31-jährige Rufer nach Japan zu JEF United Ichihara. Als ihn im Januar 1997 ein Anruf von Otto Rehhagel erreichte, kehrte „Kiwi“ aber noch einmal für ein halbes Jahr nach Deutschland zurück und half dem 1.FC Kaiserslautern beim Projekt Wiederaufstieg in die Erste Bundesliga. Seine letzten Karrierejahre verbrachte Wynton Rufer in der Heimat, wo er auch mit fast 40 Jahren immer noch beachtliche Trefferquoten erzielte, ehe er 2002 seine Spielerkarriere beendete.

Trotz deutscher A-Trainerlizenz hat es mit der Karriere am Spielfeldrand nie so recht geklappt. Mittlerweile hat sich Rufer der Nachwuchsförderung in Neuseeland verschrieben. 2010 hat das Land zum zweiten Mal eine WM-Endrunde erreicht. Ein kleiner Anteil dieses Erfolgs gehört sicherlich auch Wynton Rufer. Außerdem: Eine ganz kleine Nummer ist “Kiwi” in seiner Heimat nun auch wieder nicht. Würde Queen Elizabeth II. ihn sonst mit dem Companion New Zealand Order of Merit ehren, dem dritthöchsten Verdienstorden Neuseelands? Allerdings kommt die Queen auch aus England. Und da kennt man Fußball…

3 Kommentare

Derzeit kein Ping

  1. hans spring ins feld sagt:

    Vielen Dank für diese interessante Hommage!

  2. Heibel sagt:

    Danke Hans, aber verdient ist verdient.
    Allmählich habe ich ja fast schon alle Werder-Größen abgeklappert. Es ist kein langer Weg mehr zu Jonny Otten und Andree Wiedener, fürchte ich…

  3. hans spring ins feld sagt:

    da hast du vermutlich recht! sollte ich das nächste gewinnspiel widererwarten gewinnen, wird es deine aufgabe sein, dem guten jonny eine hommage zu widmen! :)

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