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Jan
25

Gewinnspieleinlösung: Siegesserien im Fußball

Derk, der glückliche Gewinner des Aktives Abseits-Quiz im Monat Januar, hat sich einen Beitrag über Siegesserien im Fußball gewünscht. Bei einer solch offenen Themenvorgabe kann man sich zu Tode recherchieren – muss man aber nicht.

So wie einst Real Madrid

Heute ist es unvorstellbar, doch in den Kindertagen des Europapokals hat Real Madrid den Kontinent nach Belieben dominiert und so seinen Ruf als größter Verein der Welt begründet. Die „Königlichen“ gewannen gleich die ersten fünf Auflagen des Europapokals der Landesmeister (heute Champions League) von 1956 bis 1960. Es war die große Ära von Alfredo di Stefano, Ferenc Puskas und Raymond Kopa. Die Zeiten haben sich geändert: Seit Einführung der UEFA Champions League in der Saison 1992/93 hat noch kein Verein seinen Titel verteidigen können.

Bayern, Bayern, Bayern

Was den deutschen Fußball angeht, ist der FC Bayern erwartungsgemäß der größte Seriensieger. Keine andere Mannschaft hat mehr Meisterschaften in Reihe gewonnen: je drei Titel waren es von 1972 bis 1974, 1985 bis 1987 und 1999 bis 2001. Nur Borussia Mönchengladbach hat zwischen 1975 und 1977 ebenfalls den Dreier hingekriegt.

Auch was die längste Siegesserie in Bundesligaspielen angeht, ist der FCB die klare Nummer eins: Zwischen dem 19.3. und dem 20.9.2005 gewannen die Münchner saisonübergreifend 15 Spiele in Serie.

Auch der Startrekord mit sieben Siegen wird vom Rekordmeister gehalten. 1995/96 gelang dem FCB dieses Kunststück. Doch diesen Titel müssen sich die Bayern mit dem 1.FC Kaiserslautern (2001/02) und dem FSV Mainz 05 (2010/11) teilen. Interessant: Keiner der Rekordstarter ist am Ende der Saison Deutscher Meister geworden.

Gift für die Spannung

Die Bundesliga gilt u.a. deswegen als eine der interessantesten und besten Ligen der Welt, weil auch der Letzte den Tabellenführer schlagen kann. Im Ausland ist es damit nicht immer so weit her. In Lettland etwa hat Skonto Riga 14(!) Titel in Serie gewonnen und damit einen Weltrekord aufgestellt. Von 1991 bis 2004 waren die Hauptstädter nicht zu gefährden. Ob am Ende überhaupt noch Zuschauer in die Stadien gekommen sind, ist eine durchaus berechtigte Frage. Mittlerweile hat sich Blatt jedenfalls gewendet, Skonto konnte seit 2004 „nur“ noch eine Meisterschaft feiern.

Nur um ein Jahr schlechter ist der norwegische Rekordmeister Rosenborg Trondheim. Von 1992 bis 2004 war kein Team in der Tippeligaen am Saisonende besser als die Weiß-Schwarzen.

Nicht unterschlagen sollte man die zehn Meisterschaften in Serie vom BFC Dynamo Berlin in der DDR-Oberliga zwischen 1979 und 1988. Diese Überlegenheit hatte jedoch einen Grund: Dynamo war der Herzensverein von Stasi-Chef Erich Mielke, und der nahm nicht unwesentlich Einfluss auf den Meisterschaftsverlauf. Schiedsrichter tanzten nach seiner Pfeife und fällten teilweise skandalöse Fehlentscheidungen. Auch die besten Spieler des Landes wurden auf Mielkes Befehl hin einfach in die Hauptstadt beordert. Sonderlich beliebt war Dynamo in der DDR nicht – erstaunlich eigentlich… Mielkes Arm reichte zum Glück nicht über die Mauer: Im Landesmeistercup war bei zehn Anläufen immer spätestens im Viertelfinale Schluss.

Auch in Frankreich war der Fußball sieben lange Jahre zum Gähnen. Zwischen den Saisons 2001/2002 und 2007/08 ließ sich Olympique Lyon nicht die Butter vom Brot nehmen. Irgendwann ging die Taktik, sich nur mit den besten Spielern der Ligue 1 einzudecken, aber nicht mehr auf. Seit 2009 ist übrigens bislang jedes Jahr eine andere Mannschaft Champion geworden.

Doppel-Dominanz

In manchen Ligen gibt es zumindest Duelle um die Meisterschaften. Das ist zwar für den Rest auch nicht sonderlich spannend, kommt der Idee eines „Titelkampfes“ aber irgendwie nahe. Das Paradebeispiel ist die schottische Liga, wo der Titel seit 1986 immer an Celtic Glasgow oder Lokalrivale Glasgow Rangers ging.

In Spanien liefern sich der FC Barcelona und Real Madrid ein ähnliches Duell. Hier schaut die Konkurrenz wirklich noch mit dem Fernglas auf das Spitzenduo. Nicht selten trennen den Vizemeister und den Drittplatzierten der Primera Division am Saisonende 30 Punkte. Allerdings hat immer mal wieder ein Außenseiter den beiden Großen die Fersen gezeigt, zuletzt der FC Valencia 2004. Im Moment sieht es allerdings so aus, als würden sich die Weißen und die Blau-Roten ähnlich wie die Glasgower Clubs auf viele Jahre von der „Konkurrenz“ absetzen.

3 Kommentare

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  1. Henning F. Strenge sagt:

    Zitat:
    1995/96 gelang dem FCB dieses Kunststück. Doch diesen Titel müssen sich die Bayern mit dem 1.FC Kaiserslautern (2001/02) und dem FSV Mainz 05 (2010/11) teilen. Interessant: Keiner der Rekordstarter ist am Ende der Saison Deutscher Meister geworden.

    Noch kurioser ist das jedes mal der BVB danach Meister wurde.

  2. Heibel sagt:

    So was kann nur ein Dortmund-Fan wissen…

  3. Michael Zeman sagt:

    Die Antwort Skonto Riga ist FALSCH!! Hier der Inhaber des Weltrekordes:

    Tafea Football Club Fußballverein aus Port Vila, Vanuatu.

    Tafea F.C. gewann die ersten 15 Meisterschaften seit dem Start der vanuatischen Port Vila Football League (TVL League) (Amicale FC war der erste Verein, der die Serie brechen konnte). Mit 15 aufeinanderfolgenden Meisterschaftstiteln hält Tafea F.C. den Weltrekord an gewonnenen Meisterschaften hintereinander.
    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tafea_F.C.

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