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Jan
28

Greuther Fürth im Tasmania Berlin Check

0:2 bei den Bayern, 0:3 gegen Mainz 05 – und die Ergebnisse waren noch das Beste an den ersten beiden Rückrundenspielen der SpVgg Greuther Fürth. Allmählich muss die Frage erlaubt sein, welche Minus-Rekorde aus 50 Jahren Bundesliga der Aufsteiger gefährden könnte.

Wenigste Punkte

Greuther Fürth weist nach 19 Spieltagen neun Zähler auf (ein Sieg, sechs Unentschieden, zwölf Niederlagen). Das „legendäre“ Tasmania Berlin brachte es in der Saison 1965/66 am Saisonende auf die Drei-Punkte-Regel umgerechnet auf zehn Zähler (zwei Siege, vier Unentschieden, 28 Niederlagen). Selbst wenn die Fürther sich auch in den verbleibenden 15 Spielen ähnlich desolat präsentieren sollten wie in den letzten beiden Partien, wird dieser Minus-Rekord aus 50 Jahren Bundesliga vermutlich noch mindestens weitere 50 Jahre lang Bestand haben.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 2 Prozent

Wenigste Siege

Bei den wenigsten Siegen kommen wir der Sache schon näher. Tasmania gewann vor 47 Jahren zwei Spiele, den Fürthern gelang bislang ein einziger „Dreier“ in etwas mehr als der Hälfte der Spiele. Auf die Saison hochgerechnet, droht ein Patt. Doch schon Karl-Heinz Rummenigge wusste: „Fußball ist keine Mathematik, die man berechnen kann.“ Erwischen die Fürther einen guten Tag, hat der Gegner einen rabenschwarzen Tag oder trägt der Schiedsrichter ein grün-weißes Trikot, dann muss dieser Minusrekord gewiss nicht fallen – zumal den „Kleeblättern“ noch 15 Chancen bleiben.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent
Wahrscheinlichkeit, den bisherigen Rekord einzustellen: 30 Prozent

Meiste Niederlagen

Dieser Minusrekord bleibt unangetastet. Selbst wenn Fürth sämtliche Rückrundenspiele verlieren sollte, stünden am Saisonende „nur“ 27 Niederlagen – eine weniger als Tasmania Berlin 1965/66 hatte.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 0 Prozent

Wenigste Heimsiege

Die Büskens-Elf konnte keines ihrer bislang zehn Heimspiele in der Bundesliga gewinnen, Tasmania gelangen vor 47 Jahren immerhin zwei Siege im Olympiastadion. Damit sind die Berliner im Übrigen nicht der Minus-Rekordhalter der Bundesliga. Der sitzt in der gleichen Stadt und heißt Hertha BSC (ein Heimsieg in der Saison 2009/10). Diese „Bestmarke“ zu unterbieten ist nicht leicht, aber machbar.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 20 Prozent
Wahrscheinlichkeit, den bisherigen Rekord einzustellen: 40 Prozent

Meiste Heimniederlagen

Hier ist wieder Tasmania vorne: Zwölf Heimpleiten gilt es zu unterbieten. Fürth hat in der Trolli-Arena bislang siebenmal verloren, sieben Partien stehen noch aus – das erscheint nur schwerlich machbar.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent
Wahrscheinlichkeit, den bisherigen Rekord einzustellen: 30 Prozent

Wenigste Heim-Punkte

Drei Zähler haben die „Grün-Weißen“ bislang auf dem Konto (1:1 gegen Bremen, 0:0 gegen Nürnberg, 1:1 gegen Augsburg). Tasmania holte weiland neun Punkte (umgerechnet auf die Drei-Punkte-Regel) – genauso wenige wie Hertha 2009/10. Ohne einen Heimsieg wird es für die Fürther schwer, die Marke noch zu erreichen.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent

Wenigste Auswärts-Punkte/Meiste Auswärtsniederlagen

Diesen Rekord hält auf alle Ewigkeit der Fürther Lokalrivale 1. FC Nürnberg. Der „Club“ verlor in der Saison 1983/84 sämtliche 17 Auswärtsspiele und holte folglich null Punkte auf fremden Plätzen! Fürth hat „schon“ sechs.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 0 Prozent

Sieglose Spiele in Folge

Tasmania hält den Rekord mit 31 sieglosen Partien in Serie. Fürth gewann am 2. Spieltag in Mainz mit 1:0. Bleibt es der einzige Saisonsieg, unterbieten die Franken diesen Minus-Rekord.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 20 Prozent

Wenigste erzielte Tore

Mit elf erzielten Toren aus 19 Spielen bilden die Fürther das Liga-Schlusslicht. Maßstab ist wieder einmal Tasmania, das in seiner einzigen Bundesliga-Spielzeit 15 Mal in des Gegners Tor traf. Wenn die Spielvereinigung ihre Quote von 0,58 Toren pro Spiel aufrechterhalten kann, wird die Tasmania-Marke am 26. Spieltag übertroffen.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent

Gegentore

Die 108 Gegentore von Tasmania sind unerreicht. Die toppt Fürth (bislang 33 Gegentore; weniger als Hoffenheim, Hannover und Bremen) allenfalls, wenn Mike Büskens künftig den D-Jugend-Keeper zwischen die Pfosten stellt.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 0,1 Prozent

Tordifferenz

Auch der Tordifferenz-Rekord der Tasmania von minus 93 bleibt ein Fall für die Ewigkeit. Fürth steht bei minus 22. Bereits eine Saison mit einer Tordifferenz von mehr als minus 50 abzuschließen, ist im modernen Bundesliga-Zeitalter fast ausgeschlossen.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 0,1 Prozent

Wenigste Heimtore

Hier kommen wir wieder allmählich in Rekordnähe. Tasmania erzielte seinerzeit acht Heimtore, Fürth steht nach zehn von 17 Heimspielen bei vier. Statistisch ist also alles möglich. Doch die Spiele müssen erst mal gespielt werden. Ein oder zwei „Tage der offenen Tür“ beim Gegner genügen, dann hat Fürth mit diesem Rekord nichts mehr zu tun. Dennoch: Angesichts der bisher gezeigten Leistungen:
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 30 Prozent

Wenigste Auswärtstore

Hier ist ebenfalls Tasmania Berlin der Rekordhalter mit sieben Treffern auf des Gegners Platz. Fürth hat diese Marke bereits erreicht, kann sich diesen Rekord mit Tasmania allenfalls noch teilen.
Wahrscheinlichkeit, den bisherigen Rekord einzustellen: 1 Prozent

Höchste Niederlage

Im Ausland dürfte einem das niemand abnehmen, aber tatsächlich hat der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund die höchste Niederlage in 50 Jahren Bundesliga erlitten: 0:12 bei Borussia Mönchengladbach am 34. Spieltag der Saison 1977/78 (Trainer: Otto Rehhagel). Ohne Bestechung ist dieser Rekord nicht mehr zu unterbieten…
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 1 Prozent

Meiste Niederlagen in Folge

Diesen Rekord teilen sich gleich drei Vereine: Tasmania Berlin (na klar), der 1. FC Nürnberg und Arminia Bielefeld mit zehn Pleiten in Serie. Fürth steht aktuell bei zwei „Nullern“. Zu diesem Rekord scheint der Weg doch eindeutig zu weit.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent

Minuten ohne selbst erzieltes Tor

Auch so ein Rekord, der kaum zu unterbieten sein dürfte. 1.033 Minuten bzw. elfeinhalb Spiele lang mussten die Anhänger des 1.FC Köln in der Saison 2001/02 auf ein Tor ihrer Mannschaft warten. Fürth steht aktuell bei 201 Minuten. Treffen die Franken nicht vor April wieder ins Tor, fällt diese „Bestmarke“. Schwer vorstellbar…
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 2 Prozent

Geringster Zuschauerzuspruch in einem Spiel
827 zahlende Zuschauer wollten im Januar 1966 das Spiel zwischen Tasmania Berlin und Borussia Mönchengladbach im verschneiten Olympiastadion sehen. Fürth hat ein Vielfaches dieser Zahl an Dauerkarten abgesetzt. Diese Marke lässt sich nur mit einem von der DFL verhängten Geisterspiel unterbieten. Dass es irgendwann so weit kommen wird, kann man gewiss nicht ausschließen. Dass es aber Fürth erwischen wird, erscheint unmöglich.
Rekord-Wahrscheinlichkeit: 0,01 Prozent

P.S.: Danken wir der Liga, dass sie zur Saison 2008/09 die Relegation wieder eingeführt hat. So hat die Spielvereinigung noch ein Ziel vor Augen, das – eine Leistungssteigerung vorausgesetzt – derzeit nur vier Zähler entfernt ist. Gäbe es nach wie vor drei direkte Absteiger, stünde Fürth angesichts von zwölf Punkten Rückstand auf Tabellenplatz 15 bereits fast als solcher fest.

3 Kommentare

Derzeit kein Ping

  1. christian sagt:

    Mit den aktuell drei Letzten können sicher viele Fans gut leben.

  2. Heibel sagt:

    Das stimmt wohl. Und wenn Berlin und Lautern (und Braunschweig…) nächste Saison dazu kommen, hätte die Liga gleich wieder ein bisschen mehr Tradition und Flair

  3. christian sagt:

    *hust* bitte nicht den FC vergessen *hust*

    ^^

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