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Aug
29

Guardiola bastelt sich seinen FC Hispania München

Der Transfer von Welt- und Europameister Xabi Alonso von Real Madrid zu Bayern München war ein Überraschungscoup. Der 32-Jährige ist der fünfte Spanier im Team. Der spanische Trainer Pep Guardiola hat sich damit eine gewaltige Hausmacht geschaffen.

Javi Martinez wurde schon unter Jupp Heynckes geholt. Thiago Alcantara war vor einem Jahr quasi Pep Guardiolas Willkommenspräsent. Nun folgten im Abstand weniger Wochen die Neuzugänge Juan Bernat, Pepe Reina und last but not least Xabi Alonso.

Allesamt Klassefußballer, die höchstes Niveau verkörpern. Nicht umsonst hat Spanien von 2008 bis 2012 bei großen Turnieren stets den Titel gewonnen. Doch insbesondere der Transfer von Xabi Alonso darf ein wenig stutzig machen.

Kroos geht, Alonso kommt – guter Deal?

Erst im Juli hat der FC Bayern den 24 Jahre alten Mittelfeldstrategen Toni Kroos für 30 Millionen Euro an Real Madrid abgegeben. Streitpunkt bei den gescheiterten Vertragsverhandlungen mit einem der derzeit besten Mittelfeldspieler der Welt sollen Kroos‘ Gehaltsforderungen von rund 10 Millionen Euro brutto gewesen sein.

Eben diese Summe zahlen die Münchner nun dem acht Jahre älteren Alonso jährlich. Hinzu kommen acht Millionen Euro Ablöse. Alsonso hat bei aller Klasse mit seinen 32 Lenzen keine Luft mehr nach oben. Vielmehr muss er in seinen beiden Vertragsjahren beim FC Bayern darum bemüht sein, seinen Level zu halten – der in der abgelaufenen Saison bei Real schon eine leichte Delle bekam, weswegen die Königlichen den Abgang des Strategen durchaus verkraften können.

Guardiola: „Im Moment die beste Lösung“

Bezieht man die Personalie Kroos ein, mag der Transfer Alonsos wie einen Außenstehenden ein schlechtes Geschäft sein. Guardiola ließ diese Argumentation bei der Präsentation seines Landsmanns am Freitag allerdings nicht gelten: „Wir brauchen einen Spieler mit dieser Qualität, mit diesen Augen, dieser Schnelligkeit im Kopf“, betonte der Starcoach. Er wisse, dass Alonso „bereits 32 Jahre alt“ sei, aber das sei „egal bei der Position, auf der er spielt. In dieser Position brauchen wir intelligente Spieler.“

Guardiola findet es daher auch nicht fragwürdig, dass der FC Bayern Toni Kroos zu Real Madrid ziehen ließ und nun Alonso eben von dort geholt hat: „Jede Situation ist eine andere. „Wir haben um Toni gekämpft, aber am Ende entscheiden die Spieler für sich selbst.“ Die Lage sei nun eben eine andere: „Wir hatten Probleme wegen der Verletzung von Javi und auch ein bisschen wegen Basti und Thiago. Alonso war für unsere Spielweise in diesem Moment die beste Lösung.“

Erinnerungen an van Gaals Barcelona werden wach

Der FC Bayern hat in dieser Saison personell gewiss wieder einen der hochkarätigsten Kader in Europa beisammen. Erst recht, wenn die Sorgenkinder Javi Martinez, Thiago und Bastian Schweinsteiger ihre Verletzungen überwunden haben und nahezu zwei Teams von Klassespielern und die Plätze in der ersten Elf rangeln.

Doch der FC Bayern geht mit seiner Hispanisierung auch einen nicht ungefährlichen Weg: Der spanische Trainerstab und die fünf spanischen Profis bilden eine starke Hausmacht. Läuft alles bestens in der Mannschaft und gelingt die Integration, wird der FC Bayern wieder einmal eine „Maschine“ sein.

Doch der FC Barcelona hat in der Ära Louis van Gaal Ende der 1990er Jahre gezeigt, was im schlimmsten Fall passieren kann: Mit bis zu zehn niederländischen Spielern bestückt, zerfiel die Mannschaft in die Gruppe der „Oranjes“ und der Spanier. Allerdings stand damals im Kader von Barcelona auch ein Spieler dabei, der dieses Risiko kennt und vermutlich besser einschätzen kann als jeder andere: ein gewisser Pep Guardiola.

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